Broukal: Gehrer hat den Kontakt zur Realität verloren

Wien (SK) SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal wirft Bildungsministerin Gehrer vor, jeden Kontakt zur Realität verloren zu haben. "Leider ist Gehrers Sachkompetenz noch stärker gesunken als ihre Popularitätswerte", sagte Broukal am Donnerstag in Reaktion auf Gehrers Aussagen gegenüber der APA. ****

"Welchen Sinn hat es, den jungen Leuten zu sagen, dass nur acht der 170 Studienrichtungen betroffen sind, wenn an diesen acht ein Drittel aller österreichischen Studenten studiert?", fragte Broukal. Dazu kämen noch die knapp 16.000 Studierenden in den Lehramtsfächern, für die Ministerin Gehrer nun ebenfalls Zugangsbeschränkungen diskutieren will.

Broukal sieht in Gehrers Feststellung, wonach 162 Studienfächer ohnehin unverändert geblieben seien, auch eine "gehörige Portion Zynismus". Broukal: "Wenn jemand Arzt oder Betriebswirt werden will, hilft es ihm wenig, dass er auf ein Studium der Altertumsforschung ausweichen kann, wie das Gehrer empfiehlt".

"Glatte Realitätsverweigerung" sei Gehrers Behauptung, es gebe kein Chaos an den Unis. "Wie bezeichnet Gehrer dann die auch über das Fernsehen vermittelte Tatsache, dass Jugendliche an der MedUni Wien campieren, um einen Studienplatz für Medizin zu ergattern, oder dass an der Medizinuni Innsbruck ganze Wäschekörbe voller Anmeldungen eingetroffen sind", fragte Broukal. An der Medizinuni Innsbruck stehen den bis 19. Juli erfolgten 2.300 Bewerbungen lediglich 550 Plätze gegenüber.

Auch mit ihrer Behauptung, dass es "ganz klare Rahmenbedingungen" gebe, liege Gehrer falsch. So mussten die Maturanten erst nach Abschluss ihrer Matura erfahren, dass nun auch Maturanoten als Zugangskriterium herangezogen werden und nicht nur das Maturzeugnis an sich. "Das ist ein Verstoß gegen Treu und Glauben, wenn die Bedingungen rückwirkend geändert werden", so Broukal.

Ministerin Gehrer habe "wie ein Kaninchen vor der Schlange" seit Jahren auf das EuGH-Urteil gewartet ohne irgendetwas auf politischer Ebene zu unternehmen, erklärte der SPÖ-Wissenschaftssprecher. Selbst der sonst in seiner Kritik sehr zurückhaltende Vorsitzende der Rektorenkonferenz, Christoph Badelt, habe sich beklagt, dass er zu spät und nicht ausreichend über die Folgen des EuGH-Urteils informiert worden sei. (Schluss) se

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