- 09.08.2005, 10:00:00
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VERKEHRSSÜNDE OHNE ABLAUFDATUM: ZU SCHNELL IM ORTSGEBIET
Geschwindigkeitsmessungen im ersten Halbjahr 2005 des KfV zeigen: Dort, wo am meisten passieren kann, wird am häufigsten das Tempolimit missachtet
Wien (OTS) - Dass überhöhte Geschwindigkeit mit rund 36 Prozent
den größten Anteil an den Unfallursachen hat, ist mittlerweile eine
bekannte Tatsache. "Das scheint aber für die meisten Autofahrer nicht
unbedingt ein Grund zu sein, ihr Verhalten zu ändern", bedauert Dr.
Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Dort
wo am meisten los ist und sich die meisten schwachen
Verkehrsteilnehmer bewegen, werden Tempolimits am häufigsten
übertreten - nämlich im Ortsgebiet. Das zeigen jene
Geschwindigkeitsmessungen, die das KfV im ersten Halbjahr an 135
Messstellen im österreichischen Bundesgebiet an 36.365 Fahrzeugen
vorgenommen hat.
Nur 23 Prozent halten sich an das 30km/h-Limit
Tempo 30-Zonen werden von der Bevölkerung im Allgemeinen gut
angenommen. Das heißt aber noch lange nicht, dass sich Fahrzeuglenker
auch wirklich daran halten. Rund 77,4 Prozent der Fahrzeuge
überschritten dieses Limit - gegenüber 2004 ist das eine
"Verbesserung" von lediglich 0,2 Prozentpunkten. 15 Prozent fuhren
sogar schneller als 41 km/h. Absoluter Spitzenreiter war ein
Pkw-Lenker, der mit 65 km/h durch die 30er-Beschränkung raste. Geht
es um Tempo 50, sieht die Situation kaum besser aus: Über die Hälfte
der beobachteten Fahrzeuglenker (52,6%) fuhren schneller als 50 km/h.
Die meisten Fahrzeuge bewegten sich mit 59 bis 63 km/h durch das
Ortsgebiet. Zweifelhafte Lorbeeren erntete ein Pkw-Fahrer, der 129
km/h für angemessen hielt.
Im Freiland braver - aber schneller als 2004
Je höher die erlaubten Geschwindigkeiten werden, desto kleiner
scheint die Bereitschaft zum Gas geben zu sein. Trotzdem zeigt sich
im Freiland, dass die Autofahrer im Vergleich zum letzten Jahr
schneller geworden sind. Bei einem Limit von 70 km/h fuhren 44,2
Prozent der Pkw zu schnell, was gegenüber 2004 aber einen Anstieg von
über sieben Prozent bedeutet. Die auf Autobahnen erlaubten 130 km/h
wurden hingegen "nur" von etwa jedem vierten beobachteten Pkw-Lenker
überschritten (2004: 23,2%, 2005: 23,6%). Tempo 160 wurde bereits von
jenem Autofahrer gelebt, der mit 178 Stundenkilometern gemessen
wurde.
Lkw - schneller als die Polizei erlaubt
Unfälle, in die ein Lkw verwickelt ist, enden für den schwächeren
Unfallbeteiligten meistens tödlich. So wurden 2004 bei 4.337 Unfällen
mit Lkw 196 Menschen getötet, nur 43 davon starben allerdings im Lkw
selbst. Seit 1.1.2005 ist für Lkw und Busse ein Tempobegrenzer
vorgeschrieben, der die Kraftstoffzufuhr zum Motor regelt und auf
diese Weise eine Geschwindigkeit von maximal 90 km/h bei Lkw bzw. 100
km/h bei Bussen zulässt. Bei jedem dritten Lkw oder Sattelfahrzeug
scheint dieser Tempobegrenzer aber aus den unterschiedlichsten
Gründen nicht zu "funktionieren", denn sie überschreiten die maximale
Höchstgeschwindigkeit um bis zu 17 km/h! Nicht viel besser sieht es
bei den Autobussen aus: Auch hier fahren 21 Prozent schneller, als es
der Tempobegrenzer eigentlich zulassen würde. "Gerade bei Fahrzeugen,
die bei einem Unfall eine katastrophale Kraft entwickeln und viele
Menschen in den Tod reißen können, sollte uns dieses
Geschwindigkeitsverhalten zu denken geben", betont Thann.
Rückfragehinweis:
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Dolores Omann
Marketing & Kommunikation
Tel.: 01-717 70-225
E-Mail: [email protected]
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