- 04.08.2005, 13:47:42
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Arbeitszeit keinesfalls starr: Ein Drittel der Österreicher/-innen arbeitet länger als 40 Stunden
Linz (OTS) - "Österreichs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind
nicht nur bereit, flexibler zu arbeiten, sie tun es längst", so
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer zur Arbeitszeit-Umfrage, die
Wirtschaftsminister Bartenstein präsentiert hat. Mehr als ein Drittel
arbeitet länger als 40 Stunden - und das nicht nur in einzelnen
Wochen, sondern regelmäßig.
Eine repräsentative Befragung österreichischer Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer (Erhebung des Arbeitsklima-Index der AK
Oberösterreich im Sommer 2004) förderte zutage, dass ein Drittel der
österreichischen Beschäftigten bereits länger als 40 Stunden in der
Woche arbeitet.
Die Verteilung der realen Arbeitszeit - also inklusive Überstunden
und Mehrstunden - sieht demnach in Österreich folgendermaßen aus: 9
Prozent der Beschäftigten arbeiten bis maximal 20 Stunden die Woche.
12 Prozent arbeiten zwischen 20 und 35 Stunden. 44 Prozent der
österreichischen Erwerbstätigen leisten in der Woche zwischen 35 und
40 Arbeitsstunden. Bei 17 Prozent werden zwischen 40 und 45 Stunden
daraus, und erschreckende 18 Prozent geben an, in der Woche im
Schnitt mehr als 45 Stunden zu arbeiten.
Darüber hinaus sind die Arbeitszeiten in Österreich gerade im
EU-Vergleich überaus flexibel. Die folgenden Fakten stammen aus einer
Studie der Dublin-Foundation und der österreichischen
Arbeitskräfteerhebung der Statisik Austria aus dem 2. Quartal 2004:
- 42 Prozent der Beschäftigten (einschließlich Selbständige) haben
keine fixen Arbeitsbeginn- und Arbeitsendezeiten, das ist der
zweithöchste Wert in der EU.
- 65 Prozent arbeiten nicht jede Woche die gleiche Zahl von Tagen
(höchster Wert in der EU!).
- 48 Prozent arbeiten unterschiedliche Stundenzahlen an den Tagen
einer Woche (vierthöchster Wert in der EU).
- 27 Prozent der Unselbstständigen arbeiten regelmäßig an Samstagen
und 14 Prozent regelmäßig am Sonntag.
"Angesichts dieser Fakten liegt die Vermutung nahe, dass
Bartenstein im Interesse der Unternehmer den Boden für einen weiteren
Sozialabbau aufbereiten will", meint Kalliauer. Gibt es nämlich mehr
erlaubte Normalarbeitsstunden pro Tag, sparen sich die
Arbeitgeber/-innen Überstundenzuschläge. Bei zwei Stunden
Normalarbeitszeit mehr pro Woche macht das immerhin eine Milliarde
Euro pro Jahr aus. "In Zeiten geringer Inlandsnachfrage nochmals die
Massenkaufkraft zu verringern und das Geld in die Taschen der
Unternehmer zu schaufeln, ist volkswirtschaftlicher Unsinn", so der
AK-Präsident.
Über neue Arbeitszeitformen, die auch den Beschäftigten etwas
bringen, könne man jederzeit reden, betont Kalliauer: "Es gibt ja
schon derzeit eine Reihe von Ausnahmeregelungen. Dass die Arbeitszeit
starr sei, wird ja nur herbeigeredet."
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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