• 02.08.2005, 12:12:01
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HGPD-Kaske: "Sind Sie so ratlos, Minister Arbeitslos?"

Dienstleistungsgewerkschafter gegen Kombilohn-Idee

Wien (HGPD/ÖGB) - "Minister Dr. Martin Bartenstein ist ja nicht
arbeitslos - er hat genug damit zu tun Gipfel an Gipfel und
Aussendung an Aussendung zu reihen, um die stetig steigende
Arbeitslosigkeit zu kommentieren", erklärt Rudolf Kaske, Vorsitzender
der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD): "Die
seltsamen Rezepturen, zu denen der Minister dabei aber greift,
schmecken uns gar nicht. So heißt das neueste Zauberwort Kombilohn.
Dieses Mittel gegen Arbeitslosigkeit kann aber nur den
UnternehmerInnen schmecken, für ArbeitnehmerInnen in den
Niedriglohnbranchen ist es eine bittere Pille mit bestenfalls
kurzfristigen Placebo Effekten."++++

Der Tourismusgewerkschafter weist darauf hin, dass mittels
Kombilohn in den Niedriglohnbranchen billige Arbeit für
ArbeitgeberInnen durch Zuschüsse noch billiger gemacht werde: "Als
Modellbranche für diese Idee wird gerne das Hotel- und Gastgewerbe
genannt - eine Branche, in der ArbeitnehmerInnen schon jetzt ein
Drittel weniger als in anderen Berufen verdienen, in der sie nur rund
sieben Monate beschäftigt sind und in der 98 Prozent aller
Beschäftigungsverhältnisse innerhalb eines Jahres begonnen oder
beendet werden." Der HGPD-Vorsitzende fragt sich, wer da wohl von der
Lohnsenkung am meisten profitiere: "Ist diese Pille vielleicht ein
gut getarntes verfrühtes Wahlzuckerl für UnternehmerInnen?"

Maßnahmen zur Senkung der Arbeitslosigkeit seien dringend
notwendig und auch möglich, betont Kaske: "Eine Senkung von
Saisoniers-, PraktikantInnen- und GrenzgängerInnen-Kontingenten würde
da genauso etwas bringen, wie eine rechtzeitige Diskussion über die
Verlängerung der Übergangsfristen." Eine Subventionierung von
Hilfskräften bedeute aber auch einen Abschied vom österreichischen
Qualitätstourismus: "Billige Löhne und niedrig qualifizierte
ArbeitnehmerInnen sind kein Wettbewerbsvorteil für das
Qualitätstourismusland Österreich."(kk)

ÖGB, 2. August
2005
Nr. 471

Rückfragehinweis:
HGPD-Vorsitzender Rudolf Kaske, Tel.: (01) 534 44/501
HGPD-Presse Katharina Klee, Tel.: 0664/381 93 67

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