- 02.08.2005, 10:53:26
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Studie: Autobusse schonen Umwelt und "umfahren" hohen Ölpreis
Geringer Verbrauch, schadstoffarm: gute Ökologie-Noten von Umweltforschern
Wien (PWK593) - Wer im Autobus reist, tut nicht nur der Natur
einen Gefallen, sondern schlägt den Erdölmultis ein Schnippchen.
Österreichs Autobusse schlagen in Sachen Energieverbrauch und
Umweltverträglichkeit Flugzeuge und Pkw ganz klar - und sogar die
Bahn hat über viele Strecken keine Chance gegen den Bus.
Zu diesem Ergebnis kommt eine heute, Dienstag, vom Schutzverband
der Autobusunternehmungen sowie vom Fachverband der
Autobusunternehmungen in der Wirtschaftskammer Österreich
vorgestellte Studie des Heidelberger "Instituts für Energie- und
Umweltforschung" (IFEU). Der Bus produziert pro transportiertem
Fahrgast deutlich weniger Schadstoffe als die anderen Straßen- und
Luftverkehrsmittel und hat sich durch seinen sparsamen Verbrauch zum
"Spritkaiser" gemausert.
Welches Verkehrsmittel ist das umweltfreundlichste und verbrennt
am wenigsten Treibstoff? Diese Frage beschäftigt nicht nur
umweltbewusste Bürger, sondern auch die Busunternehmer. Deshalb
beauftragte der Schutzverband der österreichischen
Autobusunternehmungen das renommierte deutsche Institut, erstmals
eine Ökologie- und Energieverbrauchs-Bilanz der wichtigsten
österreichischen Verkehrsmittel zu erstellen.
Schutzverbands-Präsident Dr. Robert Blaguss ließ Pkw, Flugzeug, Bahn
und Bus miteinander vergleichen: "Wenn der Weltmarkt-Rohölpreis
bereits die 60 Dollar-Marke überwindet, drängen sich Gedanken über
einen schonenden Umgang mit unseren Ressourcen förmlich auf. Der
Maßstab für Umweltfreundlichkeit wird dabei aus
betriebswirtschaftlicher Sicht auch mit dem Energieverbrauch eines
Verkehrsmittels in Verbindung gebracht." Diesen Zusammenhängen geht
die IFEU-Studie auf den Grund und kommt dabei zum Teil zu
überraschenden Ergebnissen.
Aufgrund ihres relativ geringen Gewichtes pro beförderter Person
und des sparsamen Diesel-Treibstoffverbrauches gehen die Busse am
schonendsten mit der Primärenergie um und sind daher in dieser
Disziplin die günstigsten Verkehrsmittel. Genauer gesagt: Busse sind
- neben der Bahn - umgerechnet sechsmal umweltfreundlicher als Autos
und sogar siebenmal ökologischer als Flugzeuge, erklärt Studienautor
DI Christian Reuter vom IFEU-Heidelberg: "Beim Energieverbrauch je
befördertem Fahrgast haben Reisebus und Bahn deutlich die Nase vorn."
Eine echte Überraschung liefert die Studie, indem sie den Bus als
Spritsparmeister Nr.1 ausweist. Auf vergleichbaren Reisestrecken
verbrauchen Busse sogar weniger Primärenergie als die Bahn. Pro 100
Platz-km kommt der Bus mit nur 0,6 l Dieseläquivalenten aus. Reuter:
"Anders als die Bahn, überwiegt beim Reisebus der Charterverkehr. Er
fährt dann, wenn er tatsächlich benötigt wird. Diese Top-Auslastung
spürt man im Energieverbrauch." Bei Fernverkehrsreisen im Autobus
sind im Schnitt 3 von 4 Plätzen besetzt, im Flugzeug und in der Bahn
nur rund 2 von 4, während im Pkw meist überhaupt 3 von 4 Plätzen leer
bleiben.
Die Studie analysiert auch spezielle Öko-Faktoren - etwa, welches
Verkehrsmittel am meisten zum Treibhauseffekt bzw. zu jenen
Verunreinigungen beiträgt, die dem Klima, dem Menschen oder der
Umwelt schaden (z.B. Kohlendioxid). In vielen Fällen ist die
Elektro-Bahn besser als der Bus, was sich durch den hohen Anteil an
Wasserkraftwerken in Österreich erklärt. Es hängt jedoch vom Land und
von der gewählten Reiseroute ab, sagt Komm. Rat Karl Molzer, Obmann
des Fachverbandes der Autobusunternehmungen. Molzer ist als
Busunternehmer auch in den neuen EU-Staaten unterwegs: "Wir fahren
sehr oft die Strecke Wien-Warschau. Hier kommt die Bahn in der
Umweltbilanz deutlich schlechter weg, weil der Bahnstrom im
benachbarten Ausland vor allem mit Kohlekraftwerken erzeugt wird. Die
Bahn benötigt hier nicht nur mehr Primärenergie als der Bus, sondern
verursacht auch um etwa 60 % mehr Treibhausgasemissionen."
Die öko-toxische Schadstoffemission der Bahn ist auf diesen
Strecken fast doppelt so hoch wie beim Bus. Ein ähnliches Bild ergibt
die Untersuchung für Fahrten an die Adria, z.B. nach Kroatien. Bei
diesen internationalen Routen ist der Bus schon jetzt Nr. 1, sagt
Molzer: "Wenn die österreichische Bahn über keine eigenen
Wasserkraftwerke verfügen oder zusätzlich konventionell erzeugten
Strom zukaufen würde, hätte der Reisebus beim Thema Treibhauseffekt
auch im Inland die Nase vorn!"
Aufholbedarf hat der Autobus aus heutiger Sicht noch bei den
Öko-Faktoren "Humantoxizität" und "Ökotoxizität". Die IFEU-Studie
weist aus, dass die Bahn in Österreich außer Reichweite liegt und
sich der Bus - je angebotenem Platz - auf dem Niveau der Pkw
befindet. Für die Zukunft räumen die Heidelberger Experten dem
Autobus aber beste Chancen ein, aufzuholen. Bis 2010 sollen deutliche
Verbesserungen spürbar sein, prognostiziert der
Fachverbandsgeschäftsführer der Busunternehmer, Mag. Paul Blachnik:
"Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine noch stärkere
Ökologisierung der Busse sind bereits geschaffen. Neue
Grenzwertstufen für Stickoxid- oder Partikelemissionen werden in
Europa verpflichtend. Wir erwarten eine Reduktion der Schadstoffe um
fast drei Viertel." (hp)
(Die Kurzfassung der IFEU-Studie "Umweltverträglichkeit des
Autobusses - Analyse der Umweltwirkungen verschiedener Verkehrsmittel
in Österreich" finden Sie zum Download auf http://wko.at/bus)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Fachverband der Autobusunternehmungen Mag. Paul Blachnik Tel.: (++43) 0590 900-3170 mailto:[email protected] http://wko.at/bus
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