- 26.07.2005, 11:32:41
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ARGE-ÄrztInnen: PatientInnen-orientierter Gesundheitsplan statt Bettenzählen
Prävention und Nachbetreuung müssen funktionieren, bevor weiter Spitalsbetten reduziert werden
Wien (ÖGB) - Dem Jubel der Gesundheitsministerin Maria
Rauch-Kallat über die Bettenreduktion in den Spitälern muss nun eine
sinnvolle und konstruktive Diskussion zur Verbesserung des an sich
guten österreichischen Gesundheitssystems folgen, fordert die
Vorsitzende der ARGE-ÄrztInnen im ÖGB, Sabine Oberhauser. Die
ARGE-ÄrztInnen hat bereits vor einiger Zeit die Eckpunkte für eine
Gesundheitsreform mit Zukunft vorgelegt. Gefordert wird ein
österreichweiter, PatientInnen-orientierter Gesundheitsplan und ein
Versorgungssystem nach einem Stufenplan. Oberhauser: "Von der
Erstdiagnose vor Ort bis zur Behandlung in Zentren für
Hochleistungsmedizin sowie Nachsorgeeinrichtungen in Wohnnähe muss
alles nach Erreichbarkeit organisiert sein. Notwendig ist auch ein
österreichweites Patientenleitsystem."++++
Die Zahl der Spitalsbetten wurde reduziert, ohne dass sich jemand
darum gekümmert hätte, was mit den PatientInnen passiert, nachdem sie
aus dem Spital entlassen werden. "Es kann nicht Sinn der Sache sein,
dass jemand nur fünf Tage nach einer Nierenentfernung mit dem Taxi
nach Hause geschickt und sich selbst überlassen wird", sagt die
ÄrztInnen-Vertreterin. Die Nahtstellen zwischen stationärem
Spitalsbereich und den Ambulanzen bzw. Pflegeeinrichtungen müssen
noch besser funktionieren, bevor weitere Spitalsbetten reduziert
werden.
Langfristig könne man dann Betten einsparen, wenn man dafür sorgt,
dass die Menschen erst gar nicht in Spitalsbehandlung aufgenommen
werden. Oberhauser fordert "höhere Priorität der Prävention, die
Menschen sollen motiviert werden, auch selbst an ihrer Gesundheit zu
arbeiten. Das beste Beispiel, dass das auch funktioniert, ist der
Mutter-Kind-Pass."
Sowohl bei der Prävention als auch bei der Nachsorge müsste die
Rolle der niedergelassenen ÄrztInnen aufgewertet werden, so
Oberhauser. "Der Hausarzt soll als Patientenmanager und -begleiter
den Patienten oder die Patientin betreuen." Er soll der
Vertrauensarzt sein, der die Kontrolle über die Krankengeschichte
übernimmt und auch koordiniert, welche Medikamente von den
FachärztInnen verordnet werden.(fk)
ÖGB, 26. Juli
2005
Nr. 460
Rückfragehinweis:
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
Tel.: (++43-1) 534 44/290 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
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