- 12.07.2005, 10:19:02
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Greenpeace: Kraftwerk Voitsberg retten durch Umrüstung auf Biomasse!
Ökostromgesetz muss erhalten und neue Ökostromziele verankert werden
Graz/Voitsberg (OTS) - Mit einer großen Aktion auf dem steirischen
Braunkohlekraftwerk Voitsberg protestierten heute Vormittag mehr als
30 Greenpeace-Aktivisten gegen dessen geplante Schließung und für den
Umbau zu einem Biomasse-Kraftwerk. Die Aktivisten kletterten auf das
Kraftwerk und brachten ein 250 Quadratmeter großes Transparent mit
der Aufschrift "Stop C02. Biomasse statt Kohle!" am Kraftwerksblock
an. Zusätzlich wurden der Kraftwerksleitung 50 Säcke mit
Hackschnitzel übergeben. Die Aktivisten präsentierten dabei ein
Transparent mit der Forderung " Nicht zusperren - Umbauen!" Statt
einer Schließung des Braunkohlekraftwerks fordert Greenpeace seinen
Erhalt und dessen Umrüstung auf Biomasse. Dadurch wären nicht nur der
Standort Voitsberg und viele Arbeitsplätze gerettet sondern die
Umrüstung zum Ökostrom-Kraftwerk wäre auch ein wichtiger Beitrag für
den Klimaschutz und würde die heimische Forst- und Landwirtschaft
stärken. "Österreich müsste dann auch weniger Atomstrom importieren
und wäre energieunabhängiger vom Ausland", so
Greenpeace-Energieexperte Jurrien Westerhof. Zur Rettung von
Voitsberg müsste das Ökostromgesetz verbessert werden. Greenpeace
wünscht sich von der Steirischen Landesregierung, dass sie sich für
die Ökostromziele zum Klimaschutz einsetzt.
Derzeit wird das Kraftwerk Voitsberg noch mit Braunkohle befeuert. Da
die Stromerzeugung mit Braunkohle sich aber nicht mehr rentiert, hat
Kraftwerkseigentümer und Verbund-Tochter ATP (Austrian Thermal Power)
im November 2003 beschlossen, das Kraftwerk nächstes Jahr zu
schließen. Derzeit werden nur noch die Restbestände an Braunkohle
verfeuert. Durch die Schließung von Voitsberg verdient der Verbund
sogar viel Geld, denn die Emissionszertifikate über 1,2 Millionen
Tonnen C02 für Voitsberg haben derzeit einen Wert von fast 30
Millionen Euro, auch wenn das Kraftwerk geschlossen wird.
Greenpeace fordert daher, dass das Kraftwerk erhalten bleibt und für
die Nutzung von Biomasse als Brennstoff umgerüstet wird. "Gerade in
der Steiermark gibt es ein enormes Potential an Biomasse aus der
Forstwirtschaft weil jährlich viel mehr Holz nachwächst als genutzt
wird", so Westerhof. Allein in den Bezirken Voitsberg und
Deutschlandsberg beträgt der jährliche Zuwachs mehr als eine halbe
Million Festmeter. "Mit der bisher ungenutzten Biomasse wäre es
möglich, am Standort Voitsberg ein Biomasse-Kraftwerk mit einer
elektrischen Leistung von 70 Megawatt zu betreiben. Nicht nur Strom
sondern auch Wärme für das Fernwärmenetz könnte so erzeugt werden",
rechnet Westerhof vor. Ein Biomasse-Kraftwerk Voitsberg könnte
beispielhaft für weitere regionale Ökostrom-Kraftwerke in der
Steiermark sein. Kleinere Kraftwerke sind sinnvoller und vermeiden
lange Transportwegen für Biomasse und Strom. In Oberösterreich
(Timelkam und Linz), Wien (Simmering) und auch in Leoben wurden
bereits Biomassekraftwerke errichtet oder sind im Bau.
Voraussetzung für die Rettung von Voitsberg wäre eine Verbesserung
des Ökostromgesetzes. Greenpeace fordert, dass im Ökostromgesetz die
Ziele von 10 Prozent für das Jahr 2010 und 30 Prozent Ökostrom für
2035 festgeschrieben werden. Derzeit sind es nur vier Prozent. Dazu
soll es langfristig garantierte Einspeisevergütungen geben, die es
ermöglichen, diese Ziele zu erreichen. Derzeit droht aber eine
drastische Reduktion der Mittel durch Wirtschaftsminister Martin
Bartenstein, was das Ende von Voitsberg bedeuten würde. "Wir wünschen
uns von der steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic, dass sie
sich für diese Ökostromziele einsetzt. Das wäre ein klares Bekenntnis
der Steiermark für den Klimaschutz, die Unterstützung der heimischen
Forst- und Landwirtschaft, die Rettung der Arbeitsplätze in Voitsberg
und eine sinnvolle Maßnahme gegen weitere Atomstromimporte", so
Westerhof.
Rückfragehinweis:
Greenpeace Österreich
MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 0664-6126721.
DI Jurrien Westerhof, Energieexperte Greenpeace, tel. 0664-6126701.
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