Betrifft: Kraftwerk Voitsberg darf nicht geschlossen werden

offener Brief an Landespolitik, Bundesregierung und Verbund

Wien (OTS) - Sehr geehrter Frau Landeshauptfrau Klasnic,
sehr geehrter Herr Umweltminister Pröll,
sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister Bartenstein,
sehr geehrter Herr Generaldirektor Haider,

das steirische Kohlekraftwerk Voitsberg soll 2006 geschlossen werden. Hunderte Arbeitsplätze drohen verloren zu gehen, in einer Region, in der es ohnehin nicht leicht ist, Arbeit zu finden.

Durch das Verschwinden von Kraftwerkskapazitäten im Südosten Österreichs nimmt die Belastung der bestehenden Hochspannungsleitungen zu, und die Abhängigkeit von ausländischen (Atom-)Stromlieferungen steigt.

Greenpeace fordert daher, dass das Kraftwerk Voitsberg nicht geschlossen wird, sondern umgerüstet wird auf Biomasse. Die Arbeitsplätze im Kraftwerk würden auf diese Weise gerettet, neue Arbeitsplätze entstünden in der regionalen Forstwirtschaft. Außerdem würde der Druck hinter den umstrittenen Plänen für die Errichtung der 380 kV-Nord-Südleitung verringert.

Nicht nur das Kraftwerk Voitsberg soll erhalten bleiben: Auch in anderen steirischen Bezirken soll in dezentrale, regionale Energieversorgung investiert werden, basierend auf Biomasse. Alleine in den Bezirken Voitsberg und Deutschlandsberg beträgt der jährliche ungenutzte Holzzuwachs mehr als eine halbe Million Festmeter. Diese Zuwächse ermöglichen eine weitgehende Umstellung der steirischen Energieversorgung auf Biomasse.

Zur Rettung des Kraftwerks Voitsberg fordert Greenpeace

  • eine Aufhebung der geplanten Deckelung für Ökostromzuschläge
  • eine Anhebung der Ziele zur Ökostromerzeugung in Übereinstimmung mit der Klimaschutzstrategie: mindestens 10 Prozent Ökostrom bis 2010 und 30 Prozent bis 2035.

Wenn diese Maßnahmen umgesetzt werden, kann das Kraftwerk Voitsberg gerettet werden! Es werden Rahmenbedingungen geschaffen für einen Erhalt von Arbeitsplätzen in Regionen, die von Betriebsschließungen betroffen sind, und es findet eine entscheidende Weichenstellung statt zu einer Stromversorgung, die auf sauberer, heimischer Energie basiert.

Das Ökostromgesetz darf nicht untergraben werden. Sie haben den Schlüssel in der Hand, Voitsberg zu retten!

Mit freundlichen Grüßen,

Erwin Mayer
Klima- und Energieexperte Greenpeace
01-5454580-48 od. 0664-2700441

ergeht in Kopie an:

Bürgermeister Ernst Meixner
Bezirkshauptmann Dr. Klaus Mayr
ATP Vorsitzender Dr. Werner Schöngrundner
Hofrat Dr. Alfred Langer
Vorstand der ABB für Stmk, Hofrat Dr. Gernot Zangl

Landessprecherin der Steirischen Grünen, Ingrid Lechner-Sonnek
Abg. z. NR Dr. Eva Glawischnig-Piesczek
Bundessprecher Univ. Prof. Dr. Alexander van der Bellen SPÖ-Klubobmann Walter Kroepfl
SPÖ-Bundesparteivorsitzender Dr. Alfred Gusenbauer
Abg. z. NR Kai Jan Krainer
FP-Landesparteiobmann DI Leopold Schöggl
Landesrat Johann Seitinger
Abg. z. NR Georg Oberhaidinger

Arbeiterkammer Steiermark
LWK Steiermark, Präsident Ök. Rat Gerhard Wlodkowski
LWK Voitsberg
LWK Österreich
ÖGB Steiermark, Vorsitzender Horst Schachner

Rückfragen & Kontakt:

Axel Grunt, Pressesprecher Greenpeace, 01-5454580-33 od. 0664-2407075

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