- 05.07.2005, 09:54:48
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WKÖ unterstützt Saudi-Arabien im Kampf gegen hohe Jugendarbeitslosigkeit
Leitl: Berufsorientierungs- und Beschäftigungszentren mit österreichischen Know-how geplant - Kooperation zwischen WKÖ/WIFI und HRDF in Riyadh unterzeichnet
Wien (PWK524) - Die Wirtschaftskammer Österreich und der Human
Resource Development Fund (HRDF) haben in Anwesenheit des
saudi-arabischen Arbeitsministers Ghazi bin Abdulrahman Al Gosaibi in
der Hauptstadt Riyadh ein Memorandum of Understanding zur Errichtung
von Berufsorientierungs- und Beschäftigungszentren in Saudi-Arabien
unterzeichnet. "Damit wollen wir Saudi-Arabien bei der Bekämpfung
ihrer hohen Jugendarbeitslosigkeit unterstützen und Österreichs
exzellentes Know-how auf diesem Gebiet einfließen lassen", beschreibt
WKÖ-Präsident Christoph Leitl die Zielrichtung des Projekts.
Die Unterzeichnung über die geplante Errichtung von vorerst drei
Vocational Orientation und Employment Service Centers in den Städten
Riyadh, Jeddah und Dammam durch WKÖ/WIFI erfolgte durch
WKÖ-Vizepräsident Richard Schenz und den Generaldirektor des HRDF,
Mohammed Al-Sahlawi.
"Unser Angebot sieht in der ersten Phase im Grunde eine
Übertragung des österreichischen Berufsinformationssystems der
Wirtschaft (BIWI) auf saudi-arabische Verhältnisse vor", erklärt
Leitl. Mit dem Berufsinformationscomputer werden jeden Tag zwei bis
drei Schulklassen von 14-Jährigen auf ihre Neigungen und Talente hin
überprüft und ihnen aufgrund der Ergebnisse ein Bündel an
Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten angeboten. Gleichzeitig soll ein
computerunterstütztes Datenbank-System ähnlich der österreichischen
Lehrstellenbörse eingerichtet werden, durch das die Schüler im
Idealfall gleich die passenden Ausbildungsstätten finden können.
Das Projekt, mit dem die saudi-arabischen Jugendlichen einer
sinnstiftender Beschäftigung zugeführt werden sollen, ist auf
höchster Ebene (saudische Ministerrat) abgesegnet worden. Der Kampf
der hohen Jugendarbeitslosigkeit - 60 Prozent des Saudis sind jünger
als 20 Jahre - und des extrem hohen Anteils von ausländischen
Arbeitskräften wird hohe Priorität eingeräumt. Auch wenn der HRDF
über hohe Geldmittel verfügt, waren die Maßnahmen bislang nur von
geringem Erfolg begleitet.
"Man setzt nun auf die Wirtschaftskammer und das WIFI IKT
(Internationaler Know-how Transfer), um eine praxisorientierte und
gut funktionierende Komplettlösung zu erhalten", führt Leitl weiter
aus. Der Kostenrahmen für die erste Projektphase beträgt rund 1,5 Mio
Euro, der Umsetzungsrahmen sieht 12 Monate vor. Eine Ausdehnung des
Systems auf alle Provinzen des Königreichs ist vorgesehen und bei
zufrieden stellenden Ergebnissen sind auch Folgeaufträge in Richtung
lebensbegleitendes Lernen sowie Implementierung des dualen
Ausbildungssystems zu erwarten. "Denn das erfolgreiche duale
Ausbildungssystem in Österreich ist wesentlich dafür verantwortlich,
dass unsere Jugendarbeitslosenquote nur rund halb so hoch liegt wie
im europäischen Durchschnitt", betont der WKÖ-Präsident abschließend.
(Ne)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich WIFI Team Internationaler Know-how Transfer (IKT) Dr. Rudolf Ruzicka Tel.: (++43) 0590 900-3101 Fax: (++43) 0590 900-286 mailto:ikt@wko.at http://www.wifi.at/ikt
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