Neues Volksblatt: "Argumente" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 1. Juli 2005

Linz (OTS) - Nicht dass einem SPÖ-Generalsekretär Norbert Darabos leid tun muss. Aber wenn man sich ansieht, wie viele seiner Genossen sich in Sachen Asylgesetz und Zivildienstreform nicht zu Wort gemeldet haben, dann weiß man: Hier musste Darabos alleine durch. Er muss die verbalen Prügel von der eigenen Parteijugend über die Grünen bis zu Caritas und Diakonie einstecken, und er muss wortreich erklären, dass die SPÖ nicht nur nicht umgefallen ist, sondern auch noch etwas erreicht hat.
Dass die SPÖ nun plötzlich keine Fundamentaloppositon mehr betreiben will, wie Darabos sagte, mag wohl auch aus dem Blick auf den nächsten Wahltermin resultieren. Alles in allem klang das jedenfalls ehrlicher als die Argumente, die die Wiener SPÖ für die Vorverlegung der Gemeinderatswahl in der Bundeshaupstadt ins Treffen führt. Zuerst mit dem Wahlkampf zu beginnen und dann zu sagen, wählen wir früher, weil wir dem Wähler einen langen Wahlkampf ersparen wollen, ist ziemlich schräg. Gleichzeitig aber auch noch über den Bund herzuziehen, weil die Bundesregierung die volle Periode arbeiten will, ist eine ziemliche Chuzpe.

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