- 30.06.2005, 18:23:15
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Neues Volksblatt: "Argumente" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 1. Juli 2005
Linz (OTS) - Nicht dass einem SPÖ-Generalsekretär Norbert Darabos
leid tun muss. Aber wenn man sich ansieht, wie viele seiner Genossen
sich in Sachen Asylgesetz und Zivildienstreform nicht zu Wort
gemeldet haben, dann weiß man: Hier musste Darabos alleine durch. Er
muss die verbalen Prügel von der eigenen Parteijugend über die Grünen
bis zu Caritas und Diakonie einstecken, und er muss wortreich
erklären, dass die SPÖ nicht nur nicht umgefallen ist, sondern auch
noch etwas erreicht hat.
Dass die SPÖ nun plötzlich keine Fundamentaloppositon mehr
betreiben will, wie Darabos sagte, mag wohl auch aus dem Blick auf
den nächsten Wahltermin resultieren. Alles in allem klang das
jedenfalls ehrlicher als die Argumente, die die Wiener SPÖ für die
Vorverlegung der Gemeinderatswahl in der Bundeshaupstadt ins Treffen
führt. Zuerst mit dem Wahlkampf zu beginnen und dann zu sagen, wählen
wir früher, weil wir dem Wähler einen langen Wahlkampf ersparen
wollen, ist ziemlich schräg. Gleichzeitig aber auch noch über den
Bund herzuziehen, weil die Bundesregierung die volle Periode arbeiten
will, ist eine ziemliche Chuzpe.
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