- 27.06.2005, 10:55:52
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Die Doppelmoral der Schuhunternehmer
Gewerkschaft Metall - Textil fordert faire Bedingungen in der Schuhbranche
Wien (GMT/ÖGB) - Von einer Doppelmoral und Doppelzüngigkeit der
österreichischen Schuhunternehmen spricht Monika Kemperle, innerhalb
der Gewerkschaft Metall - Textil für den Branchenbereich Textil
zuständig, in Bezug auf die Aussagen von Herbert Linninger von ARA
Österreich in der "Neuen Kronen Zeitung" von Samstag. "Bei den
Kollektivvertragsverhandlungen zu jammern und möglichst keine Lohn-
und Gehaltserhöhungen zuzulassen, weil die Branche so schlecht da
steht und gleichzeitig selbst in China zu produzieren, ist mehr als
zynisch."++++
"Es kann nicht sein, dass die Unternehmen sich immer nur die
Rosinen herauspicken. In Österreich das Know-How und die Logistik zu
nützen und in China billig produzieren zu lassen, ist nicht die feine
Art", so Kemperle weiter. Auf diesem Weg ist eine Rettung der
Arbeitsplätze in Österreich nicht möglich, nützt aber auch den
ArbeiterInnen in China wenig. Die niedrigen Produktionskosten in
China seien vor allem auf die Nichteinhaltung von Menschen- und
Sozialrechten zurückzuführen und das muss sich bald ändern, fordert
Kemperle. "Was wir wollen ist ein fairer Handel unter
gleichberechtigten PartnerInnen."
Die Forderungen der Gewerkschaft liegen klar auf der Hand: "Wir
wollen nicht zurück zu einem neuen Protektionismus, aber es muss
klare Regeln geben. Das bedeutet, dass China sich an die Regeln der
Welthandelsorganisation (WTO) in Bezug auf Dumping und Fälschungen
halten muss. Außerdem muss China die Menschenrechte respektieren und,
als Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO),
selbstverständlich auch deren Deklarationen."
Negative Auswirkungen für KonsumentInnen
Welche Auswirkungen die Billigschuhe auch für die KonsumentInnen
haben, zeigen die Aussagen von Alf Nettik - Miteigentümer von Richter
Schuhe - der zugibt, dass gesundheitliche Schäden auftreten können.
"Gerade deshalb muss noch verstärkter in innovative und qualitativ
hochwertige Produkte investiert werden, denn ich glaube, dass den
KonsumentInnen gesunde Füße bald wieder wichtiger sein werden", so
Kemperle. Eine Preiskonkurrenz wäre nicht Ziel führend, denn erstens
kann Europa da nicht mithalten und zweitens sind die Leidtragenden
immer die ArbeitnehmerInnen, die durch soziale Einschnitte enorme
Verluste hinnehmen müssten. "Ein Preisdumping hat immer auch ein
Sozialdumping zu Folge", mahnt Kemperle abschließend.
ÖGB, 27. Juni
2005
Nr. 412
Rückfragehinweis:
GMT Presse
Markus Stradner
0664/61 45 818
www.metaller.at
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