Amon zu Schulpaketen: Anforderungen der Zeit wird Rechnung getragen

Schulpaket I und II werden österreichisches Schulsystem wesentlich verbessern

Wien, 16. Juni 2005 (ÖVP-PK) Einen Überblick über das bereits im Ministerrat bestätigte Schulpaket I und das für den Herbst geplante Schulpaket II gab heute, Donnerstag, ÖVP-Bildungssprecher Abg.z.NR Werner Amon bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ÖVP-Generalsekretär Abg.z.NR Dr. Reinhold Lopatka. "Wir befinden uns mitten in der Umsetzungsphase von bildungspolitischen Reformvorhaben, die Dank Bildungsministerin Elisabeth Gehrer in einer sehr strukturierten Weise abgewickelt werden", so Amon. ****

Der ÖVP-Bildungssprecher wies in diesem Zusammenhang den Vorwurf zurück, die Bundesregierung habe erst auf PISA II mit Reformen reagiert, schließlich habe Bildungsministerin Gehrer bereits nach PISA I die "Zukunftskommission" eingesetzt und damit einen Reformweg eingeschlagen. Noch vor dem Sommer solle das Schulpaket I im Parlament beschlossen werden, in dessen Anschluss bereits im Herbst 2005 ein zweites folgen soll.

Das erste Schulpaket beinhalte unter anderem die Tagesbetreuung sowie die 5-Tage-Woche an Schulen für 6- bis 14-Jährige, verpflichtende Lehrerfortbildung, effizienteren Förderunterricht, die Möglichkeit der Zusatzbezeichnungen für Schulen bei Schwerpunktsetzung, die Erleichterung des Übertritts von der Primar- in die Sekundarstufe sowie die Einrichtung von Prüfungskommissionen für die Berufsreifeprüfung.

Im Bezug auf die Tagesbetreuung erklärte der ÖVP-Bildungssprecher, dass es "überall dort, wo es eine Nachfrage gibt, künftig auch ein Angebot geben muss". Das bedeute, dass nicht erst ab einer Eröffnungszahl von 15 Schülern eine solche Tagesbetreuung angeboten werde, sondern diese Tagesbetreuung auch klassen-, schulstufen- und schulübergreifend erfolgen könne. Mit dem heutigen Tag gebe es in Österreich bereits 51.517 Nachmittagsbetreuungs-plätze. Außerdem habe Bildungsministerin Gehrer für das kommende Schuljahr zusätzliche acht Millionen Euro für 10.000 weitere Tagesbetreuungsplätze zur Verfügung gestellt. "Dies beinhaltet auch einen wesentlichen Schritt zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf - selbstverständlich unter Berücksichtigung der Wahlfreiheit", so Amon.

Beginnend mit dem Schulpaket I und fortgesetzt im Schulpaket II sollen auch im Bereich der frühen Sprachförderung neue Akzente gesetzt werden. In Österreich gebe es derzeit beinahe 14 Prozent Kinder mit Migrationshintergrund, aber auch ein vermehrtes
Auftreten von sprachlichen Mängeln bei Kindern mit deutscher Muttersprache. Daher werde bereits ab dem kommenden Schuljahr in Vereinbarung mit den Landesschulräten die Schuleinschreibung um ein Jahr vorgezogen. Werden bei der Einschreibung in einer Art "screening" Sprachdefizite festgestellt, erhalten die Eltern Informationen über Angebote in Kindergärten, die spezielle sprachliche Frühförderung anbieten. Das qualitative Angebot soll in den Monaten vor Schuleintritt im Ausmaß von 120 Stunden erfolgen.

Im Schulpaket II werde diese frühe Schuleinschreibung auch per Gesetz festgeschrieben. Dazu stünden derzeit unterschiedliche Modelle zur Debatte, so der ÖVP-Bildungssprecher. Neben der Möglichkeit von "Sprachförderklassen", in denen schulpflichtige Kinder mit Sprachdefiziten in eigenen Klassen gefördert werden sollen und nach Aufholen der Defizite in die Regelklasse übertreten, gebe es auch das Modell der "Sprachklassen neben dem Regelschulwesen", wobei Kinder mit Sprachdefiziten für mehrer Stunden pro Woche aus der Regelklasse geholt werden, um spezielle Sprachförderung zu erhalten.

Die Schwerpunkte im Schulpaket II betreffen unter anderem die Weiterentwicklung der Pädagogischen Akademien zu Pädagogischen Hochschulen, die autonome Aufteilung der Unterrichtszeit während des Schuljahres, die Unterrichtsgarantie der Schulen über den Unterrichtsentfall, sowie die Verleihung des Gütesiegels "klasse:zukunft" für reformfreudige Schulen. Im Bezug auf die Pädagogischen Hochschulen betonte Amon die Wichtigkeit der wechselseitigen Durchlässigkeit zwischen Universität und Pädagogischer Hochschule.

Abschließend erklärte Amon, dass mit den Schulpaketen I und II den "Anforderungen der Zeit" Rechnung getragen werde. "Beide Pakete sind außerordentlich herausfordernd und werden allen Unkenrufen zum Trotz Ergebnisse bringen, die das österreichische Schulsystem wieder in einem deutlich besseren Licht erscheinen lassen werden", so der ÖVP-Bildungssprecher.

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