• 15.06.2005, 13:47:59
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Pongauer Autozulieferer kooperieren im "Automotive Netzwerk"

Branche mit hohen Zuwächsen - Vorrangstellung weiter ausbauen

Salzburg (OTS) - Salzburg, 15. Juni 2005/WKS. Auf Kooperation
setzen künftig die Pongauer Betriebe der Autozulieferindustrie: Neun
von ihnen haben sich vergangenen Montag, 13. Juni, zum "Automotive
Netzwerk Pongau" (ANP) zusammengeschlossen.
Der Pongau hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Zentrum der
Autozulieferindustrie entwickelt. Knapp ein Dutzend Firmen beliefert
weltweit Auto- und Motorradhersteller. Diese Betriebe verzeichneten
in den vergangenen Jahren hohe Wachstumsraten in allen Bereichen. Sie
sind mit ihren rund 2.000 MitarbeiterInnen neben dem Tourismus zu
einem der wichtigsten Motoren der Pongauer Wirtschaft geworden.
"In Oberösterreich, der Steiermark oder im Raum Wien wurden die
wirtschaftliche Bedeutung und das Wachstumspotenzial dieser Branche
schon erkannt. Durch Wirtschaftsförderung wurden Firmenexpansionen
und der Aufbau von Kooperationen für Forschung und Qualifizierung von
Mitarbeitern ermöglicht. In Salzburg besteht dafür jedoch noch großer
Handlungsbedarf", stellt WK-Bezirksstellenobmann Jakob Kaml fest.
Mit dem "Automotive Netzwerk" wollen deshalb die WK-Bezirksstelle
und die Sparte Industrie die Zusammenarbeit der Autozulieferer im
Pongau verbessern. Über das Netzwerk sollen die Unternehmen unter
anderem Informationen austauschen und innerhalb eines Verbundes
gemeinsame Qualifizierungsmaßnahmen für ihre MitarbeiterInnen setzen
können. Kaml: "Wichtig ist aber auch, dass diese Firmen in der
Öffentlichkeit besser wahrgenommen werden. Denn beim Großteil der
Bevölkerung herrscht ein Informationsdefizit
über Produkte, Arbeitsplätze und Märkte dieser Betriebe."

Ztl.: Gegenseitiges Kennenlernen und Information
Informationsdefizite gibt es aber auch zwischen den
Autozulieferern, meint Projektkoordinator Kurt Katstaller von der
WK-Bezirksstelle St. Johann: "Bereits beim ersten
Koordinie-rungstreffen von führenden Vertretern der Pongauer
Automobilzuliefer-und Fahrzeugfertigungsbetriebe im vergangenen
November hat sich gezeigt, dass den Unternehmen die genauen
Tätigkeitsbereiche und Produkte ihrer Kollegen nur wenig bekannt
waren. Als sie dann genauere Informationen erhielten, haben sich
schon damals erste Ideen für mögliche betriebliche Kooperationen
ergeben, etwa bei der Lieferung von Maschinenteilen oder Werkzeugen."
Auch bei der Gründungskonferenz am vergangenen Montag sei der Wunsch
nach gegenseitigem Kennenlernen und Informationsaustausch an erster
Stelle genannt worden.
Finanziert wird das Projekt - neben Eigenmitteln der
Netzwerkunternehmen - aus Mitteln des Europäischen Fonds für
Regionalentwicklung (EFRE) und des Landes. Von EFRE wurden bereits
47.500 Euro an Förderung zugesagt, vom Land werden 9.500 Euro kommen.
"Die Finanzierung ist bis August 2006 gesichert. Bis dahin müssen wir
zeigen, was wir draufhaben", meint Katstaller.

Ztl.: Leichterer Zugang zu Förderungen
Einen besonderen Schwerpunkt legt das ANP auf seinen
Qualifizierungsverbund zur Aus- und Weiterbildung von
MitarbeiterInnen. Als Qualifizierungsverbund können Fördermittel des
Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Höherqualifizierung in Anspruch
genommen werden, die sonst nur für Männer ab 45 Jahren gewährt
werden. Die ESF-Zuschüsse betragen bis zu zwei Drittel der jeweiligen
Qualifizierungskosten.
Die Bedarfserhebung, die Planung der konkreten
Qualifizierungsmaßnahmen und die Erstellung eines Bildungsplanes
sollen bis Mitte August abgeschlossen sein. Danach folgen die
Be-schlussfassung und die Abgabe des Verbundkonzeptes beim AMS. Die
ersten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen werden im Oktober 2005
starten. Die Verbundkoordination liegt bei der WK-Bezirksstelle St.
Johann, Verbundkoordinator ist Dr. Martin Goller.

Ztl.: Netzwerkmanager und wenig Bürokratie
Das neue Netzwerk soll nach den Wünschen seiner Mitglieder
möglichst unbürokratische Strukturen aufweisen. Mit der Koordination
der Aktivitäten wurde Dr. Martin Goller als Netzwerkmanager
beauftragt.
Dr. Goller soll nicht nur zwischen den Unternehmen Kontakte
knüpfen, sondern auch zu den bestehenden Automobilclustern in
Oberösterreich, Wien und der Steiermark sowie zu den Technischen
Universitäten in Wien und Graz. Erste Kooperationspläne gibt es
bereits mit dem Automobilcluster (AC) Oberösterreich. Zu seinen
Arbeitsschwerpunkten gehört auch die Information der
Netzwerk-Unternehmen über Fördermöglichkeiten und den Zugang zu
Präsentationsplattformen. Örtlich angesiedelt ist der Netzwerkmanager
in der WK-Bezirksstelle St. Johann. Er wird hier - gemeinsam mit
seiner Assistentin - über ein Büro verfügen.

Ztl.: "Rad nicht ständig neu erfinden"
Für Friedrich Seyfried, Geschäftsführer der Johnson Controls
Austria in Radstadt-Mandling, ist das Netzwerk "eine Chance, aber
auch eine Notwendigkeit". Er erwartet sich von der Teilnahme seines
Unternehmens am ANP eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. "Man
muss das Rad nicht ständig neu erfinden. Es ist durchaus möglich,
dass wir durch den Erfahrungsaustausch mit anderen Netzwerk-Betrieben
eine Kostensenkung und eine Reduktion der Risiken erreichen können."
Johnson Controls Austria beliefert fast die gesamte deutsche
Autoindustrie mit Schaumstoffauflagen für Autositze. Das Unternehmen
beschäftigt derzeit 360 MitarbeiterInnen und erzielt einen jährlichen
Umsatz von 65 Mill. Euro.

Die Unternehmen des "Automotive Netzwerk Pongau":
> ACE Trade AG, Bischofshofen/Altenmarkt
> Alba Tooling & Engineering & Maschinenbau GmbH, Forstau
> Alcan Austria GmbH, St. Johann
> Johnson Controls Austria GmbH & Co KG, Radstadt
> Pilkington Austria GmbH, Bischofshofen/Mitterberghütten
> Reutter Gesellschaft m.b.H. & Co KG, St. Johann im Pongau
> Salzburger Aluminium AG, Lend
> Stummer Eurowaren Handels- und VertriebsgmbH,
Bischofshofen/Mitterberghütten
> Viper Tube Systems - Rohrsysteme, Bischofshofen/Mitterberghütten

Ztl.: Ziele und Vorhaben des "Automotive Netzwerk Pongau"
Ein vorläufiges Arbeitsprogramm des "Automotive Netzwerk" sieht als
Aktivitäten und Ziele unter anderem vor:
* Gegenseitige Betriebsbesuche zwischen den Netzwerkpartnern
* Kooperation mit anderen Branchen, z. B. mit Kunststoff
verarbeitenden Firmen in der Region
* Kontakte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
* Organisation von Workshops zu Innovationen
* Information und Kommunikation zwischen den Partnern und nach außen
* Monatliche News aus dem Netzwerk
* Gemeinsame Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung
* Konkrete Kooperationen bei Einkauf, Transport, Entwicklung sowie
gegenseitige Aufträge
* Nutzung von Testlabors in Firmen durch Partnerunternehmen
* Gemeinsame Verhandlungen mit Zulieferern, Land, Bund oder Gemeinden
* Marketing und Öffentlichkeitsarbeit auf regionaler Ebene
* Exkursionen zu Symposien, Fachmessen oder
One-to-One-Kooperationsmeetings
* Teilnahme an nationalen und internationalen Initiativen und
Förderprogrammen
_____________________________________________________________________
Eine Aussendung der Wirtschaftskammer Salzburg, Stabsstelle
Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, Julius-Raab-Platz 1, 5027
Salzburg, Tel. 0662/8888-346, Fax: 0662/8888-388, E-mail:
[email protected]

Rückfragehinweis:
Kurt Katstaller, Wirtschaftskammer-Bezirksstelle St. Johann, Tel. 06412/4343-0, Fax: 06412/4343-22, E-Mail: [email protected]

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