Pongauer Autozulieferer kooperieren im "Automotive Netzwerk"

Branche mit hohen Zuwächsen - Vorrangstellung weiter ausbauen

Salzburg (OTS) - Salzburg, 15. Juni 2005/WKS. Auf Kooperation
setzen künftig die Pongauer Betriebe der Autozulieferindustrie: Neun von ihnen haben sich vergangenen Montag, 13. Juni, zum "Automotive Netzwerk Pongau" (ANP) zusammengeschlossen.
Der Pongau hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Zentrum der Autozulieferindustrie entwickelt. Knapp ein Dutzend Firmen beliefert weltweit Auto- und Motorradhersteller. Diese Betriebe verzeichneten in den vergangenen Jahren hohe Wachstumsraten in allen Bereichen. Sie sind mit ihren rund 2.000 MitarbeiterInnen neben dem Tourismus zu einem der wichtigsten Motoren der Pongauer Wirtschaft geworden.
"In Oberösterreich, der Steiermark oder im Raum Wien wurden die wirtschaftliche Bedeutung und das Wachstumspotenzial dieser Branche schon erkannt. Durch Wirtschaftsförderung wurden Firmenexpansionen und der Aufbau von Kooperationen für Forschung und Qualifizierung von Mitarbeitern ermöglicht. In Salzburg besteht dafür jedoch noch großer Handlungsbedarf", stellt WK-Bezirksstellenobmann Jakob Kaml fest. Mit dem "Automotive Netzwerk" wollen deshalb die WK-Bezirksstelle und die Sparte Industrie die Zusammenarbeit der Autozulieferer im Pongau verbessern. Über das Netzwerk sollen die Unternehmen unter anderem Informationen austauschen und innerhalb eines Verbundes gemeinsame Qualifizierungsmaßnahmen für ihre MitarbeiterInnen setzen können. Kaml: "Wichtig ist aber auch, dass diese Firmen in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen werden. Denn beim Großteil der Bevölkerung herrscht ein Informationsdefizit
über Produkte, Arbeitsplätze und Märkte dieser Betriebe."

Ztl.: Gegenseitiges Kennenlernen und Information Informationsdefizite gibt es aber auch zwischen den Autozulieferern, meint Projektkoordinator Kurt Katstaller von der WK-Bezirksstelle St. Johann: "Bereits beim ersten Koordinie-rungstreffen von führenden Vertretern der Pongauer Automobilzuliefer-und Fahrzeugfertigungsbetriebe im vergangenen November hat sich gezeigt, dass den Unternehmen die genauen Tätigkeitsbereiche und Produkte ihrer Kollegen nur wenig bekannt waren. Als sie dann genauere Informationen erhielten, haben sich schon damals erste Ideen für mögliche betriebliche Kooperationen ergeben, etwa bei der Lieferung von Maschinenteilen oder Werkzeugen." Auch bei der Gründungskonferenz am vergangenen Montag sei der Wunsch nach gegenseitigem Kennenlernen und Informationsaustausch an erster Stelle genannt worden.
Finanziert wird das Projekt - neben Eigenmitteln der Netzwerkunternehmen - aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) und des Landes. Von EFRE wurden bereits 47.500 Euro an Förderung zugesagt, vom Land werden 9.500 Euro kommen. "Die Finanzierung ist bis August 2006 gesichert. Bis dahin müssen wir zeigen, was wir draufhaben", meint Katstaller.

Ztl.: Leichterer Zugang zu Förderungen
Einen besonderen Schwerpunkt legt das ANP auf seinen Qualifizierungsverbund zur Aus- und Weiterbildung von MitarbeiterInnen. Als Qualifizierungsverbund können Fördermittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Höherqualifizierung in Anspruch genommen werden, die sonst nur für Männer ab 45 Jahren gewährt werden. Die ESF-Zuschüsse betragen bis zu zwei Drittel der jeweiligen Qualifizierungskosten.
Die Bedarfserhebung, die Planung der konkreten Qualifizierungsmaßnahmen und die Erstellung eines Bildungsplanes sollen bis Mitte August abgeschlossen sein. Danach folgen die Be-schlussfassung und die Abgabe des Verbundkonzeptes beim AMS. Die ersten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen werden im Oktober 2005 starten. Die Verbundkoordination liegt bei der WK-Bezirksstelle St. Johann, Verbundkoordinator ist Dr. Martin Goller.

Ztl.: Netzwerkmanager und wenig Bürokratie
Das neue Netzwerk soll nach den Wünschen seiner Mitglieder möglichst unbürokratische Strukturen aufweisen. Mit der Koordination der Aktivitäten wurde Dr. Martin Goller als Netzwerkmanager beauftragt.
Dr. Goller soll nicht nur zwischen den Unternehmen Kontakte knüpfen, sondern auch zu den bestehenden Automobilclustern in Oberösterreich, Wien und der Steiermark sowie zu den Technischen Universitäten in Wien und Graz. Erste Kooperationspläne gibt es bereits mit dem Automobilcluster (AC) Oberösterreich. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehört auch die Information der Netzwerk-Unternehmen über Fördermöglichkeiten und den Zugang zu Präsentationsplattformen. Örtlich angesiedelt ist der Netzwerkmanager in der WK-Bezirksstelle St. Johann. Er wird hier - gemeinsam mit seiner Assistentin - über ein Büro verfügen.

Ztl.: "Rad nicht ständig neu erfinden"
Für Friedrich Seyfried, Geschäftsführer der Johnson Controls Austria in Radstadt-Mandling, ist das Netzwerk "eine Chance, aber auch eine Notwendigkeit". Er erwartet sich von der Teilnahme seines Unternehmens am ANP eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. "Man muss das Rad nicht ständig neu erfinden. Es ist durchaus möglich, dass wir durch den Erfahrungsaustausch mit anderen Netzwerk-Betrieben eine Kostensenkung und eine Reduktion der Risiken erreichen können." Johnson Controls Austria beliefert fast die gesamte deutsche Autoindustrie mit Schaumstoffauflagen für Autositze. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 360 MitarbeiterInnen und erzielt einen jährlichen Umsatz von 65 Mill. Euro.

Die Unternehmen des "Automotive Netzwerk Pongau":
> ACE Trade AG, Bischofshofen/Altenmarkt
> Alba Tooling & Engineering & Maschinenbau GmbH, Forstau
> Alcan Austria GmbH, St. Johann
> Johnson Controls Austria GmbH & Co KG, Radstadt
> Pilkington Austria GmbH, Bischofshofen/Mitterberghütten
> Reutter Gesellschaft m.b.H. & Co KG, St. Johann im Pongau
> Salzburger Aluminium AG, Lend
> Stummer Eurowaren Handels- und VertriebsgmbH, Bischofshofen/Mitterberghütten
> Viper Tube Systems - Rohrsysteme, Bischofshofen/Mitterberghütten

Ztl.: Ziele und Vorhaben des "Automotive Netzwerk Pongau"
Ein vorläufiges Arbeitsprogramm des "Automotive Netzwerk" sieht als Aktivitäten und Ziele unter anderem vor:
* Gegenseitige Betriebsbesuche zwischen den Netzwerkpartnern
* Kooperation mit anderen Branchen, z. B. mit Kunststoff verarbeitenden Firmen in der Region
* Kontakte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
* Organisation von Workshops zu Innovationen
* Information und Kommunikation zwischen den Partnern und nach außen * Monatliche News aus dem Netzwerk
* Gemeinsame Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung
* Konkrete Kooperationen bei Einkauf, Transport, Entwicklung sowie gegenseitige Aufträge
* Nutzung von Testlabors in Firmen durch Partnerunternehmen
* Gemeinsame Verhandlungen mit Zulieferern, Land, Bund oder Gemeinden * Marketing und Öffentlichkeitsarbeit auf regionaler Ebene
* Exkursionen zu Symposien, Fachmessen oder One-to-One-Kooperationsmeetings
* Teilnahme an nationalen und internationalen Initiativen und Förderprogrammen


Eine Aussendung der Wirtschaftskammer Salzburg, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, Julius-Raab-Platz 1, 5027 Salzburg, Tel. 0662/8888-346, Fax: 0662/8888-388, E-mail:
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Rückfragen & Kontakt:

Kurt Katstaller, Wirtschaftskammer-Bezirksstelle St. Johann, Tel. 06412/4343-0, Fax: 06412/4343-22, E-Mail: kkatstaller@wks.at

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