• 13.06.2005, 12:27:23
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  • OTS0127 OTW0127

Schuldnerberatung stoppt Schuldenspirale

Schuldenregulierung erhöht Arbeitsmarktchancen

Wien/Linz (OTS) - Verstärkte Schuldenberatungsangebote, Änderungen
im System der Lohnpfändung, mehr finanzielle Allgemeinbildung,
Präventionsangebote und Informationskampagnen zu Schuldenfragen,
sowie der garantierte Zugang zu einem Girokonto auf Habenbasis sind
Eckpfeiler einer wirksamen Strategie zur Überwindung von
Überschuldung als Arbeitsmarkthindernis.

So die Ergebnisse eines mehrjährigen - durch
Wirtschaftsministerium und Europäischen Sozialfond - finanzierten -
Projekts der Schuldnerberatungen, das Ende letzter Woche auf der
Österreichischen Schuldenberatungstagung 2005 präsentiert wurde.

"Die Zusammenhänge von Überschuldung und Arbeitslosigkeit sind
evident", so Hans W. Grohs, Geschäftsführer der ASB
Schuldnerberatungen, des Dachverbands der Schuldnerberatungen in
Österreich, "ebenso deutlich ist der Beitrag, den Schuldenberatung
für eine Reintegration in den Arbeitsmarkt leistet.

Erfahrungen aus der Praxis der Schuldnerberatungen, wie auch in
Berlin und Bayern durchgeführte Studien belegen die positive Wirkung
auf den Erhalt der Erwerbstätigkeit durch die Vermeidung von
Lohnpfändungen oder die Einleitung eines
Schuldenregulierungsverfahrens, sowie durch die psychosoziale
Stabilisierung als Folge der Schuldnerberatung."

Die Sicherung eines offenen Zugangs zu Schuldnerberatung durch
deren weiteren Ausbau in allen Bundesländern sei deshalb gefordert.
Die Auseinandersetzung mit Finanzen und Schuldenfragen müsse Teil
jeder Trainingsmaßnahme zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit sein.
Notwendig seien darüber hinaus verstärkte Maßnahmen zur finanziellen
Allgemeinbildung der Bevölkerung, Präventionsangebote und öffentliche
Informationskampagnen, eine Entschärfung der Exekutionsordnung, sowie
Verbesserungen im Schuldenregulierungsverfahren.

Überschuldung als Arbeitsmarkhindernis

Lohnpfändungen bilden durch ihre Belastung für den Arbeitgeber als
sogenannten "Drittschuldner" eines der großen Hindernisse für die
Arbeitsplatzsuche überschuldeter Personen. Im Sinne verbesserter
Vermittlungschancen sei deshalb die Entlastung von Arbeitgebern durch
Änderungen im Exekutionsrecht notwendig, so die Empfehlung der
Schuldnerberatungen an den Gesetzgeber.

Gesetzliche Änderungen brauche es zudem im Hinblick auf das Recht
auf ein Girokonto auf Guthabenbasis. Menschen mit "Schuldenkarriere"
werde ein solches häufig verweigert, so Grohs, "ohne Konto lässt sich
jedoch kaum ein Arbeitsplatz finden."

Die Dringlichkeit des Problems zeigt ein Blick in
arbeitsmarktpolitische Unterstützungsangebote, wie sie im Rahmen des
durchgeführten Projekts in Kooperation u.a. mit der Caritas und der
Bewährungshilfeorganisation Neustart durchgeführt wurden.

An die 90% aller Beteiligten in arbeitsmarktpolitischen Projekten
für Menschen mit geringen Vermittlungschancen hätten
Schuldenprobleme, berichtet Barbara Reiterer von der österreichischen
Caritaszentrale; in der Haftentlassenhilfe sind 85% der KlientInnen
überschuldet, so Hansjörg Schlechter von Neustart.

Für Michaela Hochmeister, Mitarbeiterin des AMS Wien kann der
Beitrag der Schuldnerberatungen für die Arbeitsmarktregintegration
daher "nicht zur Debatte" stehen. AMS-MitarbeiterInnen kontaktieren
Schuldenberatungseinrichtungen, "weil klar ist, dass Personen mit
hohen Schulden kaum in den Arbeitsmarkt integrierbar sind".

Auch Tamara Gabriel, Mitarbeiterin der Konsumentenschutzsektion im
Sozialministerium unterstreicht den Bedarf an Schuldnerberatung. Von
Seiten des Sozialministeriums sei man besonders bestrebt Bemühungen
rund um Qualitätsentwicklung und Verbesserung des Bekanntheitsgrads
der Schuldnerberatungen zu unterstützen.

Das EU-Equal Projekt "Schulden-Shredder" zur Entwicklung von
Strategien gegen Schulden als Arbeitsmarkthindernis wurde von der ASB
Schuldnerberatungen GmbH in Kooperation mit 15 österreichischen
PartnerInnen durchgeführte und wird im September 2005 abgeschlossen..

Die ASB Schuldnerberatungen GmbH vertritt als Dachorganisation die
Interessen der 11 bevorrechteten und damit vom Justizministerium
öffentlich anerkannten Schuldnerberatungen in Österreich.

Der Bedarf an Schuldnerberatung steigt kontinuierlich. Im Vorjahr
nahmen 18.600 Personen Kontakt mit einer
Schuldnerberatungseinrichtung auf, 12.700 wurden in einem
Erstbespräch unterstützt.

Die durchschnittliche Verschuldung des Klientels der
Schuldnerberatungen beträgt 58.200 Euro.

Rückfragehinweis:

Michaela Moser
   ASB Schuldnerberatungen
   PR-Büro
   Tel. 01-961 02 13-40
   Mobil: 0676-544 26 46
   mailto: [email protected]

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