- 06.06.2005, 10:57:40
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AK unterstützt Aufführung des Theaterstücks "Mit dem Gurkenflieger in die Südsee"
Linz (OTS) - In den letzten Jahren werden immer mehr Saisoniers
ins Land geholt: Männer und Frauen aus Osteuropa, die - zum Beispiel
als Gurkenpflücker - oft schamlos ausgebeutet werden. Der Autor
Christoph Nußbaumeder hat darüber das aufrüttelnde Theaterstück "Mit
dem Gurkenflieger in die Südsee" geschrieben. Mit Unterstützung der
Arbeiterkammer wird dieses Stück jetzt vom Landestheater Linz
aufgeführt.
Die Uraufführung hat am 3. Juni bei den Ruhrfestspielen
Recklinghausen (BRD) stattgefunden, Linzer Premiere ist am
9. Juni in den Kammerspielen.
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten mit der
AK-Leis-tungskarte einen um mindestens zwei Euro ermäßigten Eintritt.
Das Stück und der Autor
Der niederbayrische Autor Christoph Nußbaumeder erzählt in seinem
ersten Theaterstück über Saisoniers: Menschen aus osteuropäischen
Ländern, die im "Goldenen Westen" als Gurkenpflücker zu Billiglöhnen
arbeiten. Sie träumen davon, mit dem Verdienten ihr Leben in der
Heimat zu sichern oder sich ein
neues Leben im Westen aufzubauen. Mitten im Turbo-Kapitalis-mus
schrieb Nußbaumeder ein unsentimentales Theaterstück über die
"Sklaverei des 21. Jahrhunderts".
Christoph Nußbaumeder wurde 1978 in Eggenfelden (Niederbayern/BRD)
geboren, wuchs auf dem elterlichen Bauernhof auf und maturierte 1997
in Dingolfing. Seit 1999 lebt er in Berlin. Nußbaumeder ist der erste
Thomas-Bernhard-Stipendiat des Landestheaters Linz. "Mit dem
Gurkenflieger in die Südsee" erhielt den ersten Preis des
"Stückemarkts" der Berliner Schaubühne.
Saisoniers - Opfer moderner Sklaverei?
Saisoniers sind Arbeitskräfte, die für die Dauer einer Saison aus dem
Ausland nach Österreich geholt werden. Sie dürfen nur von einem
bestimmten Arbeitgeber, der dafür eine Bewilligung braucht,
beschäftigt werden. Bisher werden Saisoniers hauptsächlich in der
Landwirtschaft und im Gastgewerbe beschäftigt. In den letzten Jahren
wurden immer mehr Saisoniers ins Land geholt. Derzeit sind es rund
67.000 jährlich. Dabei hat weder in der Landwirtschaft noch im
Gastgewerbe die Arbeit deutlich zugenommen. Aber Saisoniers sind
willige und billige Kräfte. Eine gezielte Kontrollaktion der OÖ.
Gebietskrankenkasse hat eine Reihe von Ausbeutungsmethoden
aufgedeckt, zum Beispiel Bezahlung unter Kollektivvertrag, unbezahlte
Überstunden oder "Verrechnung" von Phantasiebeträgen für Kost und
Logis. Außerdem werden manche Saisoniers immer wieder verlängert.
Dadurch kommt es zu einer Verdrängung hiesiger Arbeitskräfte sowie zu
Lohn- und Sozialdumping.
Die Arbeiterkammer fordert aus den genannten Gründen eine
Verringerung der Bewilligungen und vor allem eine verstärkte
Kontrolle der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Saisoniers.
Die Einhaltung der arbeits- und sozialrechtlichen Bestimmungen,
die Anmeldung zur Sozialversicherung, die rechtmäßige Entlohnung
sowie menschenwürdige Unterkunft und Verpflegung müssen unbedingt
sichergestellt werden.
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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