AK unterstützt Aufführung des Theaterstücks "Mit dem Gurkenflieger in die Südsee"

Linz (OTS) - In den letzten Jahren werden immer mehr Saisoniers
ins Land geholt: Männer und Frauen aus Osteuropa, die - zum Beispiel als Gurkenpflücker - oft schamlos ausgebeutet werden. Der Autor Christoph Nußbaumeder hat darüber das aufrüttelnde Theaterstück "Mit dem Gurkenflieger in die Südsee" geschrieben. Mit Unterstützung der Arbeiterkammer wird dieses Stück jetzt vom Landestheater Linz aufgeführt.

Die Uraufführung hat am 3. Juni bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen (BRD) stattgefunden, Linzer Premiere ist am
9. Juni in den Kammerspielen.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten mit der AK-Leis-tungskarte einen um mindestens zwei Euro ermäßigten Eintritt.

Das Stück und der Autor
Der niederbayrische Autor Christoph Nußbaumeder erzählt in seinem ersten Theaterstück über Saisoniers: Menschen aus osteuropäischen Ländern, die im "Goldenen Westen" als Gurkenpflücker zu Billiglöhnen arbeiten. Sie träumen davon, mit dem Verdienten ihr Leben in der Heimat zu sichern oder sich ein
neues Leben im Westen aufzubauen. Mitten im Turbo-Kapitalis-mus schrieb Nußbaumeder ein unsentimentales Theaterstück über die "Sklaverei des 21. Jahrhunderts".

Christoph Nußbaumeder wurde 1978 in Eggenfelden (Niederbayern/BRD) geboren, wuchs auf dem elterlichen Bauernhof auf und maturierte 1997 in Dingolfing. Seit 1999 lebt er in Berlin. Nußbaumeder ist der erste Thomas-Bernhard-Stipendiat des Landestheaters Linz. "Mit dem Gurkenflieger in die Südsee" erhielt den ersten Preis des "Stückemarkts" der Berliner Schaubühne.

Saisoniers - Opfer moderner Sklaverei?
Saisoniers sind Arbeitskräfte, die für die Dauer einer Saison aus dem Ausland nach Österreich geholt werden. Sie dürfen nur von einem bestimmten Arbeitgeber, der dafür eine Bewilligung braucht, beschäftigt werden. Bisher werden Saisoniers hauptsächlich in der Landwirtschaft und im Gastgewerbe beschäftigt. In den letzten Jahren wurden immer mehr Saisoniers ins Land geholt. Derzeit sind es rund 67.000 jährlich. Dabei hat weder in der Landwirtschaft noch im Gastgewerbe die Arbeit deutlich zugenommen. Aber Saisoniers sind willige und billige Kräfte. Eine gezielte Kontrollaktion der OÖ. Gebietskrankenkasse hat eine Reihe von Ausbeutungsmethoden aufgedeckt, zum Beispiel Bezahlung unter Kollektivvertrag, unbezahlte Überstunden oder "Verrechnung" von Phantasiebeträgen für Kost und Logis. Außerdem werden manche Saisoniers immer wieder verlängert. Dadurch kommt es zu einer Verdrängung hiesiger Arbeitskräfte sowie zu Lohn- und Sozialdumping.

Die Arbeiterkammer fordert aus den genannten Gründen eine Verringerung der Bewilligungen und vor allem eine verstärkte Kontrolle der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Saisoniers.

Die Einhaltung der arbeits- und sozialrechtlichen Bestimmungen, die Anmeldung zur Sozialversicherung, die rechtmäßige Entlohnung sowie menschenwürdige Unterkunft und Verpflegung müssen unbedingt sichergestellt werden.

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