- 25.05.2005, 09:14:28
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Gemeinnützige zur Wohnkosten-Debatte: Mietsteigerungen durch mehrere Faktoren ausgelöst!
Wohnungsgemeinnützigkeit und Wohnbauförderung stabilisieren Wohnkosten
Wien (OTS) - "Eindimensionale Erklärungen und plakative
Schuldzuweisungen helfen wenig, da ist schon sachliche und seriöse
Ursachenforschung notwendig", meinte heute Mag. Karl Wurm, Obmann des
Dachverbandes der Gemeinnützigen, zur aktuellen Diskussion um die
Entwicklung der Mieten in Österreich. Auslöser für diese Debatte ist
die mit der Verlautbarung des Verbraucherpreisindex monatlich immer
wieder entfachte Feststellung, dass die Mieten weit stärker als die
allgemeine Inflationsrate steigen. Konkret ergab sich - nach einem
Mietenanstieg zwischen 1998 und 2003 von durchschnittlich jährlich
2,2 Prozent - von 2003 auf 2004 eine Zunahme um mehr als 10 Prozent
bzw. 55 Cent pro Quadratmeter auf 5,45 Euro/m2, was sich im VPI
deutlich niedergeschlagen hat. So ist die Warengruppe "Wohnen, Wasser
und Energie" für rund die Hälfte der Inflationsrate verantwortlich.
Wenn nun, streicht der GBV-Obmann hervor, der Berechnung der
statistischen Durchschnittsmiete eine Gesamtheit von 1,3 Millionen
Wohnungen zugrunde liegt, so sei klar, dass "solch ein hoher
Mietenanstieg nicht von einem Teilsegment des Wohnungsbestandes
allein verursacht sein kann, sondern einer Vielzahl von
Einflussfaktoren".
Ein gewisser Anteil an der ausgewiesenen Mietsteigerung sei auf
die Umstellung der Datenbasis durch Statistik Austria im Jahr 2004
zurückzuführen, Das neue Sample für die Mieterhebungen entspräche
jetzt der jüngsten Verteilung innerhalb der Wohnungs-Grundgesamtheit
und berücksichtige stärker die jüngeren, teureren Wohnungsjahrgänge.
Beim allgemeinen Trend eines stärkeren Wachstums der Mieten als der
Durchschnitt der Verbraucherpreise müssten auch die
Qualitätssteigerungen im Wohnungsangebot - ein Wohnungswechsel
erfolge in der Regel in eine höhere Ausstattungskategorie - im Auge
behalten werden.
Die größten Steigerungen würden sich, präzisiert Wurm die Analyse,
bei den vor 1919 errichteten - zu 90 Prozent in Privatbesitz
stehenden - Altbauten ergeben. Neben den laufenden Mietanhebungen
durch Indexanpassung sei der Preisauftrieb am stärksten durch die
Wiedervermietung zum Richtwert verursacht. Alte Wohnungen mit
niedrigen Mieten würden - vielfach nach Qualitätsanhebung - bei
Neuvermietung unter das neue System aus "Richtwert plus Zuschläge"
fallen.
Bei jüngeren Wohnungen wäre in den letzten Jahren der
Mietenanstieg geringer ausgefallen, betont Wurm, da hier vor allem
durch die Wohnbauförderung und die Wohnungs-gemeinnützigkeit
mietenstabilisierende Effekte zum Tragen kämen. Zwar gäbe es auch
hier durch die "Finanzierungsmechanik" eingebaute Kostensprünge wie
z.B. die förderungsbedingte Anhebung der Rückzahlungen (Annuitäten)
oder die Wertsicherung der Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträge. Dem
stehe aber eine Deckelung der GBV-Altmieten mit derzeit rd. 4,8 Euro
/m2 (incl. Betriebskosten und USt) gegenüber - gültig für ein immer
größer werdendes Wohnungssegment, mit dem die Gemeinnützigen das
Wohnen besonders für Jungfamilien leistbar halten können.
Für neu geförderte Wohnungen (ab 1991) beziffert der GBV-Obmann
den durchschnittlichen Wohnungsaufwand mit monatlich rd. 5,5 Euro/m2,
was deutlich - um die Hälfte - unter dem Niveau einer frei
finanzierten bzw. ohne Preisregulierung auf den Markt kommenden
Wohnung liege: "Natürlich drücken die Neubaukosten das gesamte
Mietniveau ein wenig nach oben, die wesentlichen Impulse für die
Steigerungen kommen aber aus dem Bestand und der Wiedervermietung zu
höheren Preisen", betont GBV-Obmann Wurm. Um so wichtiger werde daher
das Zusammenspiel von Wohnbauförderung und Wohnungsgemeinnützigkeit,
weil dadurch "nicht nur eine günstige Finanzierung der Bauten,
sondern auch über die gesamten Bestandsdauer einer Wohnung
kostengünstige Mieten erzielbar sind".
Rückfragehinweis:
Mag. Karl Wurm
Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen
Tel. 1/ 401 09 / 10 DW
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