Umweltdachverband zum "Europäischen Tag der Parke": Gipsabbau im Vorfeld eines Nationalparks muss tabu bleiben!

Wien (OTS) - Er produziert Lärm, Staub und Abgase, beeinträchtigt die Lebensqualität der Menschen im Umfeld, zerstört eine schützenswerte Landschaft, gefährdet ein Natura 2000-Gebiet, missachtet die EU-Naturschutzvorgaben der Alpenkonvention und wäre gegen den Willen der Mehrheit der betroffenen Bevölkerung: Die Rede ist vom Gipsabbau am Dörfelstein im Vorfeld des Nationalparks Gesäuse - ein Vorhaben, das immer noch nicht endgültig ad acta gelegt wurde. Im Gegenteil: Vor wenigen Wochen erteilte LR Johann Seitinger die naturschutzrechtliche Bewilligung für den Gipsabbau. "Diese Vorgehensweise stellt der Steiermark und damit unserem Land kein gutes Zeugnis aus", sagt Mag. Franz Maier, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes. "Während wir mit vollem Einsatz für unsere Schutzgebiete kämpfen und morgen, am 24. Mai, den Europäischen Tag der Parke feiern, der heuer dem EU-weiten Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 gewidmet ist, forciert ein ,Naturschutz-Landesrat‘ ein Projekt, welches in das Vorfeld von Österreichs jüngstem Nationalpark eine tiefe Landschaftswunde reißen und das Wasserregime eines Natura-2000 Gebietes gefährden würde", zeigt sich Maier enttäuscht. "Ganz abgesehen davon, dass auch die UVP-Pflicht einfach umgangen wurde. Diese muss auf jeden Fall noch nachgeholt werden. Wir fordern die steirische Umweltanwältin Ute Pöllinger auf, diesen gewissenlosen Naturschutzbescheid beim Verwaltungsgerichtshof zu bekämpfen", so Maier.

Hände weg von Schutzgebieten!

Dass den heimischen Nationalparks immer wieder Gefahr durch landschaftszerstörerische Projekte droht, ist ja leider Tatsache. Das zeigt beispielsweise auch das Projekt Seewinkel-Therme im Schandlesgrund. Hier soll in einer wichtigen Pufferzone am Rande des Nationalparks Neusiedlersee - mitten im Ramsarschutzgebiet, UNESCO-Welterbegebiet und Landschaftsschutzgebiet - eine Therme für bis zu 2.000 Tagesgäste und ein Hotel mit 300 Betten errichtet werden. "Diese Pläne sind weder mit den Zielsetzungen des Nationalparks vereinbar, noch wären sie nach den geltenden EU-Naturschutzrichtlinien genehmigungsfähig. Sie widersprechen außerdem den Managementplänen für die Welterbe-Region und den Zielsetzungen des Ramsargebiets Neusiedler-See Seewinkel. So ein landschaftsfressendes Großprojekt inmitten eines hochrangigen Schutzgebietes wäre für die Flora und Fauna - besonders für viele Vogelarten - eine Katastrophe", konstatiert Maier.

Bleibt zu hoffen, dass die Proteste in Sachen Gipsabbau am Dörfelstein und Seewinkeltherme im Schandlesgrund am "Europäischen Tag der Parke" Wirkung zeigen. "Wir erwarten, dass diese landschaftszerstörerischen Vorhaben abgeblasen werden - und werden nicht locker lassen bis es soweit ist!", so Maier abschließend.

Weitere Informationen: http://www.europarc.org, http://www.umweltdachverband.at

Rückfragen & Kontakt:

Umweltdachverband - Mag. Franz Maier, Geschäftsführer,
Tel. 0664/335 95 32;
Dr. Sylvia Steinbauer, Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. 01/40 113-21,
E-mail: sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at
http://www.umweltdachverband.at

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