• 21.05.2005, 16:19:33
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Jugendkongress des ÖGB: Schwerpunkt Bildungs- und Ausbildungsoffensive

ÖGJ fordert mehr Ausbildungsplätze, mehr Qualität in Aus- und Weiterbildung, mehr soziale Sicherheit

Wien (ÖGJ/ÖGB) - Fast 42.000 Arbeitslose zwischen 15 und 24
Jahren, etwa 16.000 Jugendliche, die auf der Suche nach einer
Lehrstelle sind: "Es muss etwas passieren, um diesen Jugendlichen die
Chance auf Ausbildung und damit auf eine Zukunft zu geben", begründet
ÖGJ-Vorsitzender Jürgen Eder den Schwerpunkt des 29. Jugendkongresses
des ÖGB. Die Delegierten haben einen Leitantrag beschlossen, der ein
Maßnahmenpaket fordert, um wieder allen Jugendlichen in Österreich
die Chance auf Ausbildung und gerechten Zugang zur Bildung zu
geben.++++

Im Leitantrag heißt es: "Anstatt in die Bildung, Aus- und
Weiterbildung der Jugendlichen und somit in die Zukunft zu
investieren, werden von der Regierung Kürzungen im gesamten
Bildungsbereich vorgenommen. Alle Maßnahmen dienten bis jetzt
ausschließlich der Wirtschaft und nicht den Jugendlichen oder der
Ausbildungsqualität. Für viele Jugendliche bedeutet dies eine massive
Verschlechterung ihrer Ausbildung, aber auch ihrer Zukunftschancen."

Betriebe und Schule neu definieren

Die Delegierten fordern eine Neudefinition der Rolle sowohl der
Betriebe als auch der Schule. "Betriebe, die den gesamten Inhalt
eines Berufsbildes nicht vermitteln können,..., haben verpflichtende
zusätzliche Ausbildungen in Kursen oder Partnerbetrieben anzubieten",
so der Antrag. Auch für die AusbilderInnen wird verpflichtende
Weiterbildung im Mindestumfang von einer Woche innerhalb von drei
Jahren gefordert.

Alternativangebote für fehlende betriebliche Lehrstellen

Damit alle Jugendlichen einen Ausbildungsplatz finden, der ihrem
Berufswunsch entspricht, muss das Lehrstellenangebot um 12 Prozent
höher sein als die Nachfrage. Weil die Betriebe dieses Angebot
derzeit nicht zur Verfügung stellen, müssen zukunftsorientierte
Alternativangebote geschaffen werden: Auffangmaßnahmen, wo die darin
verbrachte Ausbildungszeit verpflichtend auf eine nachfolgende Lehre
angerechnet wird. Wird keine Leerstelle gefunden, muss der/die
Jugendliche die Ausbildung bis zur Lehrabschlussprüfung in der
Maßnahme abschließen können.

Berufsschule als Ort der Weiterbildung

Die Berufsschule soll in Zukunft nicht nur der Ort sein, an dem
die theoretische Wissensvermittlung erfolgt. Auch vorhandene Defizite
(Lern- und Leseschwächen, Wissensdefizite,...) müssen dort korrigiert
werden. Außerdem muss die Berufsschule auch zu einem Ort der
Weiterbildung werden: Rechtsanspruch auf gebührenfreie Vorbereitung
bzw. das Ablegen der Berufsreifeprüfung an den Berufsschulen, auch
nach der Lehrabschlussprüfung. Die Berufsschulen müssen auch
technologisch (zB Internet-Anschlüsse) und finanziell besser
ausgestattet werden, um den neuen Ansprüchen gerecht werden zu
können.

Gleiche Bildungschancen für alle

Bildung ist aus gewerkschaftlicher Sicht als Bildung für alle
Menschen zu verstehen. Vermögen und Einkommen dürfen ebenso wenig
eine Rolle spielen wie Muttersprache oder individuelle
Lernschwierigkeiten. Der Jugendkongress fordert daher freien
Hochschulzugang und die sofortige Abschaffung der Studiengebühren,
das gebührenfreie Nachholen von Bildungsabschlüssen, eine gemeinsame
Schule für alle 6- bis 15-Jährigen sowie die Senkung der Schülerzahl
auf höchstens 15 pro Klasse.

ÖGB, 21. Mai 2005 Nr. 326

Rückfragehinweis:
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
Tel. (++43-1) 534 44/
Mobil 0664 301 60 96
http://www.oegb.or.at

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