- 17.05.2005, 13:57:58
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Gusenbauer: Statt in Arbeitslosigkeit in Arbeit investieren
SPÖ-Vorsitzender besucht im Rahmen der Startklar-Tour Langzeitarbeitslosenprojekt in Wien
Wien (SK) Für eine sofortige Erhöhung der Mittel für aktive
Arbeitsmarkpolitik um 60 Millionen Euro pro Jahr trat
SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Dienstag während eines Besuch
des R.U.S.Z. (Reparatur- und Service-Zentrums) in Wien Penzing ein.
Das R.U.S.Z. ist ein Langzeitarbeitslosenprojekt, in dem 44 Personen
beschäftigt sind, die durch eine einjährigen Beschäftigung wieder fit
für den Arbeitsmarkt gemacht werden sollen. "Das R.U.S.Z ist ein
hervorragendes Beispiel dafür, dass es viel sinnvoller ist, in Arbeit
anstatt in Arbeitslosigkeit zu investieren", so der SPÖ-Vorsitzende.
Gusenbauer zeigte sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der
Mitarbeiter in diesem Projekt der Wiener Volkshochschulen und des
AMS. Er bekräftigte die Forderung der SPÖ, dass durch rechtzeitige
Weiterbildung und Höherqualifizierung Arbeitslosigkeit von vornherein
vermieden werden kann. ****
Nichts sei so teuer wie Arbeitslosigkeit, so Gusenbauer. Auf
zwei Milliarden Euro belaufen sich die Kosten der von der Regierung
hausgemachten Arbeitslosigkeit, so der SPÖ-Chef, der dieses Projekt
in Wien-Penzing im Rahmen seiner Startklar-Tour besuchte. Geradezu
dramatisch habe sich die Langzeitarbeitslosigkeit in den letzen zwei
Jahren entwickelt. 2004 seien mehr als 50.000 Personen als
langzeitarbeitslos gemeldet gewesen. Das ist bei Personen, die
bereits zwischen sechs Monaten und einem Jahr auf der Jobsuchen
seien, ein Anstieg von 10 Prozent gegenüber 2003 gewesen, und von 7,6
Prozent bei Personen, die länger als ein Jahr beschäftigungslos sind.
Insgesamt ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen zwischen 2000 und
2004 von 42.874 auf 51.281 gestiegen. Das ist eine Zunahme von 20
Prozent, machte Gusenbauer aufmerksam.
Für Gusenbauer ist das ein "unhaltbarer Zustand", dass die
Regierung Schüssel nichts unternehme, um die Arbeitslosigkeit zu
senken. Insgesamt seien zusätzliche Mittel in der Höhe von 250
Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik notwendig. Im Budget
2005 und 2006 seien aber keine zusätzliche Mittel bereit gestellt
worden, kritisierte Gusenbauer.
Ein Stiefkinddasein friste auch die Erwachsenenbildung, so
der SPÖ-Vorsitzende. Dieser Bereich sei "völlig unterdotiert".
"Gerade die Fort- und Weiterbildung ist von größter Bedeutung, wenn
es darum geht, Arbeitslosigkeit von vornherein zu verhindern. Es geht
darum, die Menschen auf sich verändernde Anforderungen vorzubereiten.
Hier setzt die Regierung keinerlei Maßnahmen um ein effektives,
leicht zugängliches Netzwerk zur Weiterbildung zu schaffen", so der
SPÖ-Chef.
Die Verbesserung der beruflichen Qualifikationen sollte daher
bundesweit koordiniert werden. Es müsse ein Anspruch für eine
jährliche Bildungsfreistellung im Ausmaß von einer Woche geschaffen
werden, die individuelle Weiterbildung finanziell gefördert und ein
leicht zugängliches und gebührenfreies System der Bildungsinformation
geschaffen werden, schloss der SPÖ-Vorsitzende. (Schluss) ns
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