• 13.05.2005, 10:55:18
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Binder kritisiert Papst-Predigt

Wien (SK) "Wer gehofft hatte, dass Kardinal Ratzinger als Papst
Benedikt XVI seine harte Haltung zur Verhütung und zu
Schwangerschaftsabbrüchen überdenken wird, wurde nach seiner Predigt
in der Lateranbasilika am Wochenende schwer enttäuscht", kommentiert
die Frauenvorsitzende der SPÖ-NÖ, SPÖ-Abgeordnete Gabriele Binder,
die jüngsten Erklärungen des neuen Papstes in Rom. "Dies zeigt
deutlich, dass sich der Papst nicht für die etwa eine Milliarde
Katholiken in der Welt verantwortlich fühlt, sondern nur für das Wort
Gottes, wonach diese Menschen zu leben haben", so Binder am Freitag
gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Moralisch interessant ist die Tatsache, dass der Papst - wenn er
seinen eigenen moralischen Ansprüchen gerecht worden ist - keine
Ahnung von Themen wie Verhütung und Schwangerschaftsabbrüche haben
kann und haben darf, meinte Binder. Dennoch nimmt er sich das Recht,
über das Leben anderer Menschen zu entscheiden.

"Wer aber die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche tatsächlich
verringern will, muss zuerst über Aufklärung und Verhütung reden,
damit es überhaupt zu weniger ungewollten Schwangerschaften kommt.
Wer aber beides verbieten will, steckt einfach den Kopf in den Sand,
treibt in Not geratene Frauen in die Kriminalität und nimmt
einerseits Überbevölkerung und Armut und andererseits Millionen AIDS-
Tote in Kauf. Und das alles unter dem Vorwand, Leben schützen zu
wollen," so Binder abschließend. (Schluss) cs/mm

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