Neues Volksblatt: "Chance (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 13. Mai 2005

Linz (OTS) - Die jetzige Einigung im Bereich der Schulgesetze ist sicher ein Meilenstein und ein historisches Ereignis, auch wenn manche der Formulierungen Raum für unterschiedliche Interpretationen lassen und weiterhin für Diskussionen sorgen werden. Dass der Wegfall der Zweidrittelhürde bei vielen Schulgesetzen Reformen und Veränderungen leichter möglich macht, ist ohne Zweifel eine bildungspolitische Chance. Aber - und das muss an diesem durchaus historischen Tag nachdrücklich betont werden - zugleich steigt damit auch die bildungspolitische Verantwortung der jeweils Regierenden, gleich welcher Partei. Eine Verantwortung, die man in erster Linie den Kindern gegenüber hat. Bildungspolitische Entscheidungen müssen mit höchster Sensibilität getroffen werden, das Wohl - im weitesten Sinne - der Kinder muss dabei absolute Priorität haben. Ideologische und parteipolitische Zielsetzungen sind zurückzustellen. Der Versuchung, solche Zielsetzungen dank der einfachen Mehrheit im Parlament zu verwirklichen, muss widerstanden werden. Wer dies nicht tut, macht sich des "politischen Kindesmissbrauchs" schuldig.

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