- 12.05.2005, 12:58:00
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GEHRER: MACHEN FENSTER WEIT AUF UND ENTWICKELN SCHULBILDUNG WEITER
Bildungsministerin im Nationalrat: Nicht für jede Weiterentwicklung Gesetz nötig
Wien (ÖVP-PK) - Mit diesem Gesetzesbeschluss schaffen wir die
Möglichkeit, alle für die Weiterentwicklung wichtigen Anliegen in den
nächsten Monaten zu beschließen und umzusetzen. Das sagte heute,
Donnerstag, Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer anlässlich der
Debatte über die Änderung des Bundes-Verfassungsgesetzes hinsichtlich
des Schulwesens im Nationalrat. Gehrer wies auch darauf hin, dass man
nicht "für alles und jedes ein Gesetz" brauche. Es gebe viele
Verordnungen und Erlässe. Das Wesen von Reformen sei allerdings, dass
die Direktorinnen und Direktoren und Lehrerinnen und Lehrer auch
motiviert sind, diese umzusetzen. "Von einem Gesetz alleine habe ich
noch nichts. Diese Motivation für die Lehrerinnen und Lehrer, die
heute mehr sind als reine Wissensvermittler, nämlich auch
Krisenmanager, Berater und Begleiter, ist ebenfalls wichtig."
SCHULE DEN HERAUSFORDERUNGEN DER ARBEITSWELT ANPASSEN
Die Ministerin ging in ihrem Statement auch auf die Tagesbetreuung
ein. Ihrer Meinung nach ist es falsch, Schule vollkommen vom
Familienleben und der Gesellschaft abzutrennen. Es müsse ein
ständiges Miteinander sein. Schule und Elternhaus seien gemeinsam für
die Erziehung und Ausbildung der Jugend verantwortlich. Gerade wenn
Kinder den ganzen Tag in der Schule sind, bräuchten sie Freizeit-,
Sport- und Erholungsangebote. Ihr Ziel sei es, "Schule den
Herausforderungen der modernen Arbeitswelt anzupassen, aber den
Eltern die vollkommene Wahlfreiheit zu lassen."
Die Ministerin wies darauf hin, dass ein Gesetz zur Umsetzung der
Fünftagewoche bereits in Begutachtung sei. Weiteres Vorhaben sei die
Frühförderung im Kindergartenbereich, wozu man auch die Gemeinden und
Länder benötige. Damit wolle man dafür sorgen, dass die Kinder in der
ersten Klasse Deutsch sprechen können. Für Quereinsteiger werde es
auch Sprachgruppen zur Förderung geben. "Wir werden zudem weiterhin
danach trachten, dass an unseren guten Schulen Schwerpunkte gesetzt
werden können." Sie, Gehrer, habe dazu ein Gesetz in Begutachtung
gegeben, dass dieser Schwerpunkt bereits im Schulnamen festgehalten
werden kann. Gehrer wies zudem auf die Umwandlung der Pädagogischen
Akademien in Hochschulen für pädagogische Berufe und die
Weiterführung der Leseschwerpunkte hin, damit alle Kinder nach der
Volksschule sinnerfassend lesen können. Zudem würden eine neue
Methodik im naturwissenschaftlichen Unterricht eingeführt und die
Schulaufsicht weiter entwickelt. Die vor kurzem begonnene
Leadership-Akademie wird fortgesetzt. All dies seien Bereiche, die
die Qualität verbessern.
OECD LOBT GROSSE VIELFALT AN SCHULTYPEN IN ÖSTERREICH
"Mit der heutigen Gesetzgebung wird ein echter Meilenstein
gesetzt. Wir geben damit den Schulen neue Möglichkeiten für die
Bildungspolitik. Wissenschafts-, Forschungs- und Bildungspolitik sind
die Grundlage für Entwicklungen einer Gesellschaft." Auch in der
Europäischen Union sei dieser Stellenwert von Bildungspolitik erkannt
und zu einer wichtigen Säule geworden. Im österreichischen
Schulsystem sei Chancengleichheit zu 100 Prozent gegeben, führte die
Ministerin die Berufsreifeprüfung an, "eine einmalige Möglichkeit für
Lehrlinge, zu einer Matura zu kommen. Diese 100prozentige
Durchlässigkeit ist das große Markenzeichen des guten
österreichischen Schulsystems." Auch die OECD habe das anerkannt und
im Bericht 2004 die große Vielfalt an Schultypen als ein besonderes
Charakteristikum festgehalten.
GUTE VORSCHLÄGE GEMEINSAM UMSETZEN
"Mit der heutigen Beschlussfassung sind Beweglichkeit und
Offenheit gegeben. Wir machen die Fenster weit auf und haben die
Möglichkeit, die Schulbildung weiter zu entwickeln. Wir werden die
guten Vorschläge der Zukunftskommission gemeinsam umsetzen." Den
Schulen würde aber auch Sicherheit gegeben, indem in der Verfassung
den Zielparagraphen, die Schulgeldfreiheit, das öffentliche
Schulwesen, das Konkordat und das differenzierte Schulsystem
festgehalten seien. Seit den OECD-Studien, den internationalen
Beurteilungen, wisse jeder, was das ist.
"Wir wollen Weiterentwicklungen in allen Bereichen; das Erste und
Wichtigste ist die Schulqualität. Das hat auch die Zukunftskommission
klar festgestellt. Dann werden wir auch über Schulorganisation
Gespräche führen", so die Ministerin weiter. Derzeit gebe es
diesbezüglich bereits Schulversuche. Die guten Hauptschulen,
Gymnasien und berufsbildenden Schulen bräuchten eine gewisse
Sicherheit. "Wir schaffen diese und wir geben die Chance, in allen
Schulen die Weiterentwicklungen herbeizuführen. Das ist gut für
unsere Schulen, Kinder und Lehrerinnen und Lehrer."
Abschließend dankte die Ministerin allen offensiven und
zukunftsorientierten Abgeordneten, die an diesem guten Kompromiss
mitgearbeitet haben und diesen beschließen. "Ich lade Sie ein -
machen wir weiter auf diesem guten Weg."
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel. 01/40110/4432
http://www.oevpklub.at
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