Österreichischs Span-, MDF- und Faserplattenindustrie für 2005 "verhalten"

Ergebnis 2004 zufriedenstellen - positive Handelsbilanz - Auswirkungen auf Rohstoffversorgung durch Bioenergieforcierung befürchtet

Wien (PWK344) - Mit einem durchwegs zufrieden stellenden Resümee für 2004 schließt die heimische Plattenindustrie das vergangene Jahr ab. "Auch wenn das konjunkturelle Umfeld nicht optimal war, so erwiesen sich die Produkte aus Österreich durchaus als wettbewerbsfähig. Strukturelle Veränderungen am Rohspanplattenmarkt -insbesondere in Deutschland - haben das Ergebnis 2004 positiv unterstützt", betont Laszlo Döry, Sprecher der österreichischen Span-, MDF- und Faserplattenindustrie. Damit belief sich der Umsatz der Branche in Österreich auf ca. 856 Mio. Euro - ein Plus von rund 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Anteil der veredelten Produkte und damit die Wertschöpfung sind weiter gestiegen. Dies gilt sowohl für beschichtete Platten und Laminatfußböden. Der größte Anteil des Umsatzes wird mit Spanplatten - und hier überwiegend beschichtet - gemacht, gefolgt von MDF (zwei Hersteller) und Faserplatten (ein Hersteller).

Deutlich bemerkbar sei aber, so Döry, der steigende Standortwettbewerb in der europäischen Plattenindustrie. Die günstige Entwicklung des Vorjahres habe sich im 1. Quartal 2005 leider nicht fortgesetzt. "Ein weiterer Ausbau der Erträge war in den ersten Monaten des laufenden Jahres nicht mehr möglich. Die Situation in der europäischen Möbelindustrie und die allgemeine Baukonjunktur sind jedenfalls Anlass, die Erwartungshaltung für 2005 zu dämpfen"", unterstreicht der Sprecher der Plattenindustrie.

Positiv sei jedenfalls die Entwicklung des Außenhandels: 2004 verzeichnete die Holzwerkstoffindustrie einen beachtlichen Überschuss von ca. 520 Mio Euro. Während sich die "klassischen" Exportmärkte wie Deutschland, Italien und die bisherigen EU 15 leicht positiv bzw. stabil entwickelt haben, waren auf den Märkten in den neuen EU Mitgliedstaaten erfreuliche Zuwächse zu verzeichnen. Auch auf den Überseemärkten wurden 2004 positive Ergebnisse erzielt. Diese gründen sich auf Exportlieferungen von Laminatfußböden.

Im Hinblick auf die Entwicklung auf den Weltmärkten zeige sich, dass sich auch die heimische Span-, MDF- und Faserplattenindustrie weiter internationalisiere. Trotzdem befinden sich die Unternehmen im Familienbesitz: Über 40 Standorte stehen außerhalb Österreichs unter dem Einfluss der österreichischen Unternehmungen. Kritisch anzumerken sei, so Döry, dass Faktoren wie Transport-, Energie-, Rohstoff- und Lohnnebenkosten zu einer Schlechterstellung des Standortes Österreich führen: "Auch wenn die einzelnen Unternehmensgruppen intern in der Lage sind jeweilige Benchmarks über zahlreiche internationale Standorte zu definieren, müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, Österreich als Produktionsstandort nicht zu schwächen."

Dies sei schon vor dem Hintergrund er Plattenindustrie als wichtigem Arbeitgeber gerade in strukturschwachen Gebieten von großer Bedeutung. Mit über 3.000 direkt Beschäftigten - und darüber hinaus mehreren tausend indirekt Beschäftigten - gehört die Österreichische Span-, MDF- und Faserplattenindustrie zu jenen Branchen, die bereits seit vielen Jahren ihren Mitarbeitern hohe Arbeitsplatzsicherheit bieten. Durch ständige Investitionen der plattenerzeugenden Unternehmen werden laufend neue Arbeitsplätze in Österreich geschaffen.

Auswirkungen auf die Plattenindustrie befürchtet Döry auch im Bereich der Rohstoffversorgung durch Maßnahmen bei der Bioenergie aber auch durch strukturelle Veränderungen in der Holz- und Sägeindustrie im zentraleuropäischen Raum. Im Besonderen das Regelwerk für die Ökostromerzeugung hat zu einem Boom bei der Projektierung und Genehmigung von Biomasse - KWK Projekten geführt. Sollte der Energieholzbedarf für die geplanten Biomasse - KWK -Anlagen und Biomasse Heizwerke tatsächlich eine Nachfrage von ca. 3,8 Mio. fm/a auslösen, ist die Rohstoffversorgung der österreichischen Plattenindustrie wesentlich betroffen. Ersichtlich wird dies dadurch, dass der jährliche Rohstoffbedarf der österreichischen Plattenindustrie bereits über vier Mio. Festmeter beträgt. Die Energieholzsortimente sind denen der Plattenholzsortimente sehr ähnlich. Mit ersten Auswirkungen auf den Rohstoffmarkt wird Mitte 2006 zu rechnen sein. (us)

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