• 12.05.2005, 09:56:08
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Österreichischs Span-, MDF- und Faserplattenindustrie für 2005 "verhalten"

Ergebnis 2004 zufriedenstellen - positive Handelsbilanz - Auswirkungen auf Rohstoffversorgung durch Bioenergieforcierung befürchtet

Wien (PWK344) - Mit einem durchwegs zufrieden stellenden Resümee
für 2004 schließt die heimische Plattenindustrie das vergangene Jahr
ab. "Auch wenn das konjunkturelle Umfeld nicht optimal war, so
erwiesen sich die Produkte aus Österreich durchaus als
wettbewerbsfähig. Strukturelle Veränderungen am Rohspanplattenmarkt -
insbesondere in Deutschland - haben das Ergebnis 2004 positiv
unterstützt", betont Laszlo Döry, Sprecher der österreichischen
Span-, MDF- und Faserplattenindustrie. Damit belief sich der Umsatz
der Branche in Österreich auf ca. 856 Mio. Euro - ein Plus von rund 5
Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Anteil der veredelten Produkte und damit die Wertschöpfung
sind weiter gestiegen. Dies gilt sowohl für beschichtete Platten und
Laminatfußböden. Der größte Anteil des Umsatzes wird mit Spanplatten
- und hier überwiegend beschichtet - gemacht, gefolgt von MDF (zwei
Hersteller) und Faserplatten (ein Hersteller).

Deutlich bemerkbar sei aber, so Döry, der steigende
Standortwettbewerb in der europäischen Plattenindustrie. Die günstige
Entwicklung des Vorjahres habe sich im 1. Quartal 2005 leider nicht
fortgesetzt. "Ein weiterer Ausbau der Erträge war in den ersten
Monaten des laufenden Jahres nicht mehr möglich. Die Situation in der
europäischen Möbelindustrie und die allgemeine Baukonjunktur sind
jedenfalls Anlass, die Erwartungshaltung für 2005 zu dämpfen"",
unterstreicht der Sprecher der Plattenindustrie.

Positiv sei jedenfalls die Entwicklung des Außenhandels: 2004
verzeichnete die Holzwerkstoffindustrie einen beachtlichen Überschuss
von ca. 520 Mio Euro. Während sich die "klassischen" Exportmärkte wie
Deutschland, Italien und die bisherigen EU 15 leicht positiv bzw.
stabil entwickelt haben, waren auf den Märkten in den neuen EU
Mitgliedstaaten erfreuliche Zuwächse zu verzeichnen. Auch auf den
Überseemärkten wurden 2004 positive Ergebnisse erzielt. Diese gründen
sich auf Exportlieferungen von Laminatfußböden.

Im Hinblick auf die Entwicklung auf den Weltmärkten zeige sich,
dass sich auch die heimische Span-, MDF- und Faserplattenindustrie
weiter internationalisiere. Trotzdem befinden sich die Unternehmen im
Familienbesitz: Über 40 Standorte stehen außerhalb Österreichs unter
dem Einfluss der österreichischen Unternehmungen. Kritisch anzumerken
sei, so Döry, dass Faktoren wie Transport-, Energie-, Rohstoff- und
Lohnnebenkosten zu einer Schlechterstellung des Standortes Österreich
führen: "Auch wenn die einzelnen Unternehmensgruppen intern in der
Lage sind jeweilige Benchmarks über zahlreiche internationale
Standorte zu definieren, müssen wir alle Anstrengungen unternehmen,
Österreich als Produktionsstandort nicht zu schwächen."

Dies sei schon vor dem Hintergrund er Plattenindustrie als
wichtigem Arbeitgeber gerade in strukturschwachen Gebieten von großer
Bedeutung. Mit über 3.000 direkt Beschäftigten - und darüber hinaus
mehreren tausend indirekt Beschäftigten - gehört die Österreichische
Span-, MDF- und Faserplattenindustrie zu jenen Branchen, die bereits
seit vielen Jahren ihren Mitarbeitern hohe Arbeitsplatzsicherheit
bieten. Durch ständige Investitionen der plattenerzeugenden
Unternehmen werden laufend neue Arbeitsplätze in Österreich
geschaffen.

Auswirkungen auf die Plattenindustrie befürchtet Döry auch im
Bereich der Rohstoffversorgung durch Maßnahmen bei der Bioenergie
aber auch durch strukturelle Veränderungen in der Holz- und
Sägeindustrie im zentraleuropäischen Raum. Im Besonderen das
Regelwerk für die Ökostromerzeugung hat zu einem Boom bei der
Projektierung und Genehmigung von Biomasse - KWK Projekten geführt.
Sollte der Energieholzbedarf für die geplanten Biomasse - KWK -
Anlagen und Biomasse Heizwerke tatsächlich eine Nachfrage von ca. 3,8
Mio. fm/a auslösen, ist die Rohstoffversorgung der österreichischen
Plattenindustrie wesentlich betroffen. Ersichtlich wird dies dadurch,
dass der jährliche Rohstoffbedarf der österreichischen
Plattenindustrie bereits über vier Mio. Festmeter beträgt. Die
Energieholzsortimente sind denen der Plattenholzsortimente sehr
ähnlich. Mit ersten Auswirkungen auf den Rohstoffmarkt wird Mitte
2006 zu rechnen sein. (us)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Fachverband Holzindustrie
   Dr. Alexander Schmied
   Tel.: (++43) 712 26 01 16 
   Fax: (++43) 7130309
   mailto:[email protected]
   www.holzindustrie.at

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