• 29.04.2005, 09:45:13
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Phantome der Arbeitslosigkeit: 14.000 Menschen in Oberösterreich scheinen nicht in der Statistik auf

Linz (OTS) - Anlässlich des morgigen "Tages der Arbeitslosen"
präsentierte die Arbeiterkammer Oberösterreich heute bei einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit den Alternativen und Unabhängigen
Gewerkschafter/-innen (AUGE) und dem Verein Arbeitslose helfen
Arbeitslosen (AhA) ein Forderungspaket für mehr Beschäftigung.

"Ein wichtiger erster Schritt ist eine realistische Darstellung
der Arbeitslosigkeit, die wirklich alle Betroffenen mit einbezieht",
sagte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Die relativ guten
Kennzahlen Oberösterreichs bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit
halten nämlich einer näheren Betrachtung nicht Stand."

Knapp 14.000 Arbeitslose scheinen in der offiziellen Statistik für
2004 nicht auf, weil sie an einer Schulung teilgenommen oder Pension
beantragt haben, krank oder auf Lehrstellensuche oder vom
Arbeitslosengeldbezug gesperrt waren. Es waren daher nicht 26.181
Menschen arbeitslos, sondern 40.169. Das entspricht einer
Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent anstelle der offiziellen 4,4
Prozent. Bei den Über-50-Jährigen steigt die offizielle
Arbeitslosenquote bei Einbeziehung der Schulungsteilnehmer/-innen,
Pensionsvorschussbezieher/-innen und Übergangsgeldbezieher/-innen
sogar auf rund 9,4 Prozent.

Ähnlich verhält es sich mit dem immer wieder zitierten
Beschäftigungszuwachs. Bei Abzug aller Personen, die de facto nicht
erwerbstätig sind (Karenzgeldbezieher/-innen, Präsenzdiener) und
unter Berücksichtigung des massiven Anstiegs der
Teilzeitbeschäftigung auf Kosten von Vollzeitjobs bleibt vom
Beschäftigungszuwachs effektiv nichts übrig.

Die Arbeiterkammer fordert daher vom Land Oberösterreich
zukunftsorientierte Ausbildungsangebote für alle Lehrstellen
suchenden Jugendlichen, eine Arbeitsstiftung für Frauen sowie den
Ausbau der Kinderbetreuungsangebote zur Verbesserung der Perspektiven
für arbeitssuchende Frauen, eine Erweiterung des Bildungskontos, um
vor allem länger dauernde Ausbildungen zu ermöglichen, und
Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Betriebsansiedelungen im
ländlichen Raum.

Von der Bundesregierung fordert die AK unter anderem öffentliche
Infrastrukturmaßnahmen, eine Stärkung der Kaufkraft durch
Steuersenkung bei kleinen und mittleren Einkommen, die Verbesserung
der arbeits- und sozialrechtlichen Situation von
Scheinselbstständigen, mehr Personal für das Arbeitsmarktservice,
mehr Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik sowie Maßnahmen gegen
organisierte Schwarzunternehmer.

Morgen Aktion auf dem Taubenmarkt

Ab 10 bis etwa 15 Uhr findet morgen auf dem Linzer Taubenmarkt
eine Aktion der AUGE statt, an der sich neben anderen Organisationen
und Vereinen auch die AK und der Verein AhA beteiligen. Unter anderem
werden Passantinnen und Passanten mit Armensuppe und Arbeitsplätzchen
gespeist. "Arbeitslosigkeit geht uns alle an", so AK-Präsident
Kalliauer, "deshalb werden auch Expertinnen und Experten der AK auf
dem Taubenmarkt für Gespräche und Fragen zur Verfügung stehen."

OTS0058    2005-04-29/09:45

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