KV Elektro/Elektronikindustrie: Plus 2,8 Prozent Mindestlöhne/gehälter

Arbeitszeiten werden partnerschaftlich und branchenspezifisch besprochen!

Wien (GMT/GPA/ÖGB) - In den Nachtstunden des 25. April 2005 einigten sich die Gewerkschaften GPA und GMT und der Fachverband Elektro/Elektronikindustrie auf Lohn- und Gehaltserhöhungen und rechtliche Modernisierungen für die betroffenen Beschäftigten.++++

Die Verhandlungen haben am 31. März 2005 mit der Übergabe des gemeinsamen Forderungsprogrammes der Gewerkschaften begonnen. Darin wurden u.a. die Erhöhung der Mindest- und Ist-Löhne bzw. Mindestgehälter, der Zulagen und Aufwandsentschädigungen und der Lehrlingsentschädigungen sowie rahmenrechtliche Verbesserungen gefordert. Am 13. April wurden die Gespräche fortgesetzt, sind allerdings in den Abendstunden ergebnislos unterbrochen worden. Im Verlauf der Verhandlungen verhärteten sich die Standpunkte, insbesondere war die Position der Arbeitgeber, die Löhne und Gehälter nur in Verbindung mit einer weitreichenden Flexibilisierung der Arbeitszeit zu erhöhen, sehr belastend.

Abschluss

Bei der dritten Zusammenkunft am 25. April konnte schließlich folgender Abschluss vereinbart werden: Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Gehälter steigen um 2,8 Prozent, die Ist-Löhne um 2,8 Prozent, dazu ist auch die Möglichkeit zur Vereinbarung einer Verteilungsoption vorgesehen: Die gesamte Lohn/Gehaltssumme ist dann um 3,1 Prozent zu erhöhen, die individuellen Lohn/Gehaltserhöhungen können verschieden hoch ausfallen, müssen aber mindestens 2,55 Prozent betragen. Die Lehrlingsentschädigungen steigen um 2,8 Prozent, auch die Zulagen und Aufwandsentschädigungen werden erhöht. Die neuen Regelungen treten mit 1. Mai 2005 in Kraft.

Weitere Vereinbarungen

Arbeitgebervertreter und Gewerkschaften haben vereinbart, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die sich mit der Arbeitszeitgestaltung befassen wird. Bei künftigen Modellen sollen betriebswirtschaftliche, standortpolitische und beschäftigungspolitische Aspekte und insbesondere die Vereinbarkeit von Beruf und Familie berücksichtigt werden.
Analog der Regelung in Metallindustrie und Bergbau haben GMT und GPA vereinbart, dass bei 4 Tage-Woche die tägliche Normalarbeitszeit durch die Leistung von bezahlten Überstunden auf bis zu 12 Stunden ausgedehnt wird. Diese Regelung gilt nur dann, wenn 4-Tage-Woche vereinbart wurde.
GPA und GMT konnten weiters die Anrechnung von Karenzen für Kündigungsfristen, Krankengeldanspruch, Urlaubsdauer und Dienstjubiläen durchsetzen.

Politischer Druck schlägt sich in Verhandlungen nieder

"Der Abschluss war ein hartes Stück Arbeit, das sich aber schlussendlich doch gelohnt hat", sagt Rudolf Nürnberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Metall - Textil. "Die Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,8 Prozent ist im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld absolut gerechtfertigt." "Der Druck der Regierung zum Thema Arbeitszeiten hat sich auch in unseren Verhandlungen niedergeschlagen", sagt Karl Proyer, Geschäftsbereichs-Leiter der GPA. "Mit der gewählten Vorgangsweise, dieses Thema partnerschaftlich und branchenspezifisch weiter zu besprechen, haben wir aber für uns eine durchaus vernünftige Lösung gefunden."

Von dem Abschluss sind 30.031 Angestellte und 27.305 ArbeiterInnen, inklusive Lehrlinge rund 60.000 Beschäftigte in knapp 250 Unternehmen betroffen. Die Elektro- und Elektronikindustrie hat sich im Jahr 2002 aus der Verhandlungsgemeinschaft mit den anderen sieben Fachverbänden von Metallindustrie und Bergbau gelöst und führt seither eigene Kollektivvertragsverhandlungen mit GMT und GPA. Im Zuge der Verhandlungen im Jahr 2003 wurde ein einheitliches Entgeltsystem für die Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellten in der Elektro- und Elektronikindustrie vereinbart, das seit Mai 2004 umgesetzt wird.

ÖGB, 26. April
2005
Nr. 251

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