- 25.04.2005, 08:55:00
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Erholung der Wirtschaft im Jahr 2004
Wien (WIFO) - Nach drei Jahren der Schwäche belebte sich die die
Konjunktur in Österreich 2004 wieder. Dank der guten
Auslandsnachfrage wuchs das BIP um 2%, jedoch entwickelte sich die
Binnennachfrage noch verhalten. Die Beschäftigung konnte gesteigert
werden, die Arbeitslosigkeit blieb aber weiterhin hoch.
Im Gefolge der starken Konjunktur in Übersee schritt die
Konjunkturerholung auch in Europa voran. Das Wirtschaftswachstum
erreichte im Euro-Raum 2004 2% nach nur + 1/2% im Jahr davor. Die
Expansion wurde zum Großteil durch den regen Export gespeist, während
die Binnennachfrage deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Die
Investitionsnachfrage gewann zwar an Dynamik, jedoch nicht im Tempo
vergangener Aufschwungphasen. Trotz der guten Ertragslage
disponierten die Unternehmen Investitionen und Neueinstellungen
vorsichtig. Schwach entwickelte sich - vor allem in Deutschland - der
Konsum der privaten Haushalte. Im Gegensatz zur Notenbank der USA
ließ die EZB ihren Leitzins während des gesamten Jahres unverändert.
Die österreichische Wirtschaft zeigte 2004 deutliche
Erholungstendenzen. Das Wirtschaftswachstum erreichte 2% und war
damit doppelt so hoch wie in den Vorjahren. Auch in Österreich ging
der Hauptimpuls von der lebhaften Auslandsnachfrage aus, der
Warenexport stieg real um 12%. Obwohl die Wechselkurssituation
gegenüber dem Dollar für heimische Exporteure ungünstig war, lösten
die USA die Schweiz - nach Deutschland und Italien - als
drittwichtigsten österreichschen Exportmarkt ab. Die Exportwirtschaft
verbesserte ihre Position auf den Auslandsmärkten, auch begünstigt
durch einen weiteren Rückgang der relativen Lohnstückkosten.
Trotz einer ähnlich starken Exportdynamik wie im Jahr 2000 blieb
das Wirtschaftswachstum deutlich hinter der entsprechenden Rate von
3,4% zurück. Dies war in erster Linie auf die Schwäche der
Konsumnachfrage der privaten Haushalte (+1,5%) zurückzuführen. Wegen
der Beschleunigung des Preisauftriebs stagnierten die
Effektivverdienste, und die Sparquote stieg abermals leicht. Deshalb
konnte sich die konjunkturstabilisierende Wirkung des privaten
Konsums kaum entfalten.
Die Investitionsnachfrage belebte sich 2004 hingegen merklich.
Dafür waren einerseits die Konjunkturerholung und andererseits das
Auslaufen der Investitionszuwachsprämie zum Jahresende maßgebend.
Besonders groß war die Nachfrage nach Ausrüstungsinvestitionen
(+6,3%) und hier vor allem nach Fahrzeugen. Die Bauinvestitionen
wurden nach der bereits 2003 kräftigen Expansion 2004 nur leicht
ausgeweitet (real +1,1%). Im Wohnbau trat nach dem Rückgang in den
Vorjahren mit einer Steigerung um 0,5% eine Trendwende ein. Die
Nachfrage nach Nichtwohnbauten wuchs mit real +1,4% hingegen deutlich
langsamer als zuletzt.
Die Hausse der Rohölnotierungen und die Anhebung der
Wohnungsmieten beendeten den seit einigen Jahren sinkenden Trend der
österreichischen Inflationsrate. Nach einem allgemeinen Preisanstieg
von 1,3% im Jahr 2003 erhöhte sich der nationale
Verbraucherpreisindex 2004 um 2,1%. Seit Jahresbeginn 2004
beschleunigte sich der Preisauftrieb kontinuierlich. Im Mai
überschritt er 2%, und gegen Jahresende wurde eine Inflationsrate von
fast 3% gemessen. Österreich lag mit einem Anstieg des harmonisierten
Verbraucherpreisindex von 2% nur knapp unter dem Durchschnitt des
Euro-Raums von +2,1%.
Der Arbeitsmarkt reagierte in Österreich bereits gegen Jahresende
2004 auf die Konjunkturerholung, die Zahl der unselbständig aktiv
Beschäftigten erhöhte sich im Jahresdurchschnitt um 21.000 (+0,7%
gegenüber dem Vorjahr). Die Ausweitung konzentrierte sich auf die
konjunkturreagiblen unternehmensnahen Dienstleistungen und auf den
Bereich Gesundheit und Pflege. Wie in der Vergangenheit ging mit der
Belebung der Wirtschaft eine Ausweitung des Arbeitskräfteangebotes
einher, sodass zwar der Anstieg der Arbeitslosenquote gestoppt, aber
kein Rückgang verzeichnet werden konnte.
Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
4/2005!
OTS0019 2005-04-25/08:55
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