Riegler: Globalisierung bedroht ländlichen Raum

Wien (OTS) - "Die ab etwa 1990 immer massiver einsetzende Globalisierung von Teilbereichen der Wirtschaft führt zu enormen Auswirkungen auf die standortgebundenen Unternehmen und damit insbesondere auf strukturschwächere ländliche Regionen. Das schafft nicht nur eine problematische Schieflage in Bezug auf die Wettbewerbssituation, sondern ist auch eine der Ursachen für die immer schwieriger werdende Lage in den öffentlichen Haushalten - von der Gemeinde bis zum Staat. Alle Bemühungen der EU um Ankurbelung des Wirtschaftswachstums, Bewältigung des riesigen Problems der Arbeitslosigkeit sowie Sanierung der öffentlichen Haushalte werden solange nicht zielführend sein, solange man nicht mit aller Energie beginnt, gegen die immer bedrohlicher werdende globale Schieflage anzukämpfen. Immer mehr Ideen und Konzepte für die Überwindung der größten globalen Ungerechtigkeiten stehen zur Diskussion", resümierte der Präsident des Ökosozialen Forums Österreich, Vizekanzler a. D. DI Dr. h. c. Josef Riegler, bei der vom Österreichisch-Französischen Zentrum für Annäherung in Europa und dem Ökosozialen Forum Österreich veranstalteten Kongress über "Die ländliche Entwicklung im erweiterten Europa' in Budapest am 18. und 19. April 2005.

Beispielhaft sind die Millenium-Entwicklungsziele der UNO vom Jahr 2000 zu nennen, die das Ziel verfolgen, bis 2015

  • die ärgste Armut (weniger als 1 US-Dollar pro Tag) zu halbieren,
  • jedem Kind eine Grundschulausbildung möglich zu machen,
  • die Situation für die Frauen entscheidend zu verbessern,
  • Aids, Malaria und andere Krankheiten zu bekämpfen,
  • bezüglich der Ressourcenzerstörung eine Trendwende herbeizuführen und
  • eine partnerschaftliche Entwicklungszusammenarbeit sicherzu-stellen.

Wenn man diese Ziele wirklich ernst nimmt, dann braucht man dafür zusätzliche Mittel. Daher gibt es diesbezüglich eine Reihe von Vorschlägen:

  • Staatspräsident Jacques Chirac fordert die Einführung einer Kapitaltransferabgabe, eine angemessene Besteuerung von Unternehmensgewinnen transnationaler Konzerne und Lenkungs- abgaben auf Treibhausgase, Waffenhandel und internationale Lotterien.
  • Großbritannien hat für die Periode seiner EU-Ratspräsidentschaft und G8-Präsidentschaft prioritär die Themen neue Finanzierungsquellen für Entwicklungszusammenarbeit, Hilfe für Afrika, Nachhaltigkeit und die Schaffung eines Global Marshall Plan vorgesehen.

Im Jahr 2004 entwickelten daher der Club of Rome, das Ökosoziale Forum Europa, der Club of Budapest, die Stiftung Weltvertrag und eine Reihe anderer befreundeter Organisationen und Persönlichkeiten das Projekt "Global Marshall Plan für eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft' und stellten es der Öffentlichkeit vor.

Hauptziel dieser Initiative ist eine Win-win-Strategie im Sinne eines "Weltwirtschaftsprogramms'. Dabei geht es konkret um:

1. faire Entwicklungschancen für alle durch ausreichende und innovative Finanzierung der Millenium-Entwicklungsziele, 2. faire Marktwirtschaft für alle durch verbindliche soziale, ökologische und prozedurale Standards in allen globalen Institutionen (Welthandelsorganisation etc.) sowie Ko- Finanzierung bei Einführung dieser Standards und Marktöffnung. 3. Durch die Schaffung einer bescheidenen Kaufkraft für die drei Milliarden ärmsten Menschen der Welt, durch vielfältige Investitionsimpulse infolge der Realisierung der Millenium- Entwicklungsziele und einen dadurch ausgelösten Wachstumsschub besteht die Chance auf ein "Weltwirtschaftswunder und Beschäftigung.

'Wohlstand für alle' als Markenzeichen der Ökosozialen Marktwirtschaft könnte zu einer Erfolgsstrategie für den gesamten Globus werden.

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Weitere Information zum Global Marshall Plan:
www.oesfo.at
www.globalmarshallplan.org

Weitere Informationen:
Mag. Christine Klenovec, Ökosoziales Forum Österreich
Franz Josefs-Kai 13, 1010 Wien
Tel.: 01/533 07 97, Fax: 01/533 07 97-90
klenovec@oesfo.at, www.oesfo.at.

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