Kultusgemeinde verurteilt Kampls Entgleisungen im Bundesrat

Leute seines Schlages sind von allen offiziellen Positionen fernzuhalten

Wien (OTS) - Die Äusserungen des Bundesrates Siegfried Kampl
wonach Deserteure der Hitler-Armee "Kameradenmörder" gewesen seien, sowie dass es in Österreich nach 1945 eine "Naziverfolgung" gegeben habe, sind auf das Schärfste zurückzuweisen.

Derartige dialektische Opfer-Täter Verdrehungen stellen eine typische Form postnationalsozialistischer Vergangenheitsbewältigung dar.

Ausserdem wollen wir nicht dem Geschichtsbild von Herrn Kampl folgen, wonach über 99 % der Österreicher Nationalsozialisten gewesen seien.

Herr Kampf hat sich damit für jegliche Tätigkeit in den parlamentarischen Vertretungsbehörden der Republik Österreich disqualifiziert.

WIR FORDERN SEINEN SOFORTIGEN RÜCKTRITT.

Es ist undenkbar, dass er in Bälde Vorsitzender des Bundesrates sein könnte.

Im übrigen unterstützen wir den im Justizausschuss eingebrachten Antrag, wonach alle Urteile deutscher Militärgerichte, der SS-Gerichte, sowie der Standgerichte und des "Volksgerichtshofes" pauschal aufgehoben werden.

Deserteure der Wehrmacht sollen weiters, wie auch ehemalige SS-Angehörige die Kriegsjahre für Pensionszeiten angerechnet bekommen und von der Opferfürsorge erfasst werden.

Wir danken den Abgeordneten Cap (SP), Konecny (SP), Fekter (VP) Liechtenstein (VP), Stoisits (Grüne) u.a. für ihre klaren Worte in dieser Angelegenheit und hoffen auf eine baldige Wiederherstellung der Ehre des Österreichischen Parlaments.

Israelitische Religionsgesellschaft Österreich
Dr. Ariel Muzicant, Präsident
Dr. Avshalom Hodik, Generalsekretär

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Israelitische Kultusgemeinde
Tel.: (01) 53 104-0

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