• 15.04.2005, 12:49:18
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ÖAAB feiert 60. Gründungstag unter Motto "Zukunft geben - Zukunft leben"

Neugebauer fordert Diskussion über Verteilungsgerechtigkeit

Wien (OTS) - Der österreichische Arbeitnehmerinnen- und
Arbeitnehmerbund feierte gestern, Donnerstag, seinen 60. Gründungstag
im "Studio 44" der Österreichischen Lotterien in Wien. Neben der
Würdigung der Erfolge und Persönlichkeiten des ÖAAB in der
Vergangenheit, die auch in einem Filmbeitrag präsentiert wurden,
wurden mit den Themen Verteilungsgerechtigkeit sowie
Mitarbeiterbeteiligung ÖAAB-Forderungen, die in der heutigen Zeit
aktueller denn je bleiben, angesprochen. ****

ÖAAB-Generalsekretär Abg.z.NR Werner Amon konnte im modernen
Ambiente des "Studio 44" 300 Freunde des ÖAAB, darunter auch
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, die Bundesministerinnen Elisabeth
Gehrer und Maria Rauch-Kallat sowie Bundesminister Josef Pröll,
Nationalratspräsident Andreas Khol, ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer,
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl sowie die ehemaligen
Bundesobmänner Alois Mock, Herbert Kohlmair, Robert Lichal, Josef
Höchtl und Werner Fasslabend begrüßen.

Als "Funktionär der ersten Stunde" schilderte Innenminister a.D.
Franz Soronics, der 23 Jahre lang den burgenländischen ÖAAB als
Obmann angeführt hatte, die Themen und Schwierigkeiten des ÖAAB in
seinen ersten Jahren und Jahrzehnten. Dabei nannte Soronics vor allem
auf das Prinzip "Eigentum in Arbeitnehmerhand", das der ÖAAB gegen
den Widerstand der Sozialisten mit großem Erfolg betrieben habe. Auch
die Pensionsgerechtigkeit sei immer ein Thema des ÖAAB gewesen,
verwies der ehemalige Innenminister etwa auf das "beglückende Signal"
Grete Rehor, die als Sozialministerin den Schlüssel für die Pensionen
festgelegt habe, der heute noch Bestand habe.

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel betonte in seinem Referat die
österreichische Erfolgsgeschichte, an der der ÖAAB maßgeblich
beteiligt gewesen sei. Dabei erinnerte der Bundeskanzler etwa an die
Entwicklung des Familienlastenausgleichs, aber auch in jüngerer Zeit
"war es der ÖAAB, der darum gekämpft hat, dass wir das Kindergeld
drei Jahre lang ausbezahlen", so Schüssel, der den Vergleich mit
Deutschland, wo eine andere Entwicklung der Arbeitnehmervertretung
stattgefunden hatte, anstellte: "Deutschland ist zu einem Tal der
Tränen geworden, und wir müssen mit aller Macht verhindern, dass
dieser Funke nach Österreich überspringt".

ÖAAB-Bundesobmann Abg.z.NR Fritz Neugebauer thematisierte die
aktuelle Frage der Verteilungsgerechtigkeit. Es gelte zu
hinterfragen, ob für die steigenden Kosten des Sozialsystems
weiterhin bloß die Löhne oder nicht auch Industriegewinne
herangezogen werden könnten. Auch ein Mindestlohn von 1.000 Euro
müsse stark diskutiert und thematisiert werden, "weil es nicht sein
kann, dass Menschen einen Mindestlohn erhalten, von dem sie nicht
mehr leben können". Daher forderte Neugebauer Bundeskanzler Schüssel
auf, "das Thema der Verteilungsgerechtigkeit auch innerhalb der
Volkspartei einer breiten Diskussion zuzuführen."

OTS0166    2005-04-15/12:49

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