- 12.04.2005, 11:49:49
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Glawischnig fordert Feinstaub-Gipfel - Lähmendes Ping-Pong zwischen Umweltminister und Ländern muss beendet werden
Studie der Univ. München belegt Herzinfarktrisiko
Wien (OTS) - "Das hohe Gesundheitsrisiko durch Feinstaub wurde
durch eine weitere Studie belegt. Erstmals wurde von der Universität
München der direkte Beweis erbracht, dass das Herzinfarkt-Risiko bei
hoher Feinstaubbelastung ansteigt", so Eva Glawischnig, stv. Bundes-
und Umweltsprecherin der Grünen, in Reaktion auf einen Bericht in der
gestrigen ZIB 2.
"Um das lähmende Ping-Pong zwischen Bund und Ländern über die
Verantwortung zu beenden fordere ich einen Feinstaub-Gipfel durch den
Umweltminister. Bund, Länder, ExpertInnen und die Parlamentsparteien
sollen zum Wohle der Bevölkerung über einen umfassenden
Feinstaub-Maßnahmenplan beraten und einen rasch wirksamen
Umsetzungsplan erarbeiten", so Glawischnig.
Die Untersuchung der Universität München, ob der Aufenthalt im
Verkehr Herzinfarkte auslösen könne, brachte zu Tage, dass sowohl die
Teilnahme am Straßenverkehr in einem Auto, in einem öffentlichen
Verkehrsmittel und auf dem Fahrrad eine Stunde später zur Auslösung
von Herzinfarkten führen könne, berichtete Annette Peters von der
Universität München.
Anti-Feinstaub-Maßnahmen müssten aus Sicht der Grünen bei den
Hauptverursachern Straßenverkehr, Industrie und Hausbrand ansetzen.
Neben einem zügigen Ausbau des Öffentlichen Verkehrs müssten bei
hoher Feinstaubbelastung z.B. auch Tempolimits und zeitliche und
räumliche Beschränkungen des Verkehrs verordnet werden. Dies sei
gesetzlich gedeckt. In Industrie und Gewerbe müssten u.a. große,
veraltete Anlagen saniert - wie etwa in Oberösterreich bei der Voest
von Umweltlandesrat Anschober veranlasst - und ökologische Auflagen
bei Großbaustellen verpflichtend werden. Öffentliche Fuhrparks
sollten mit Russpartikelfilter umgerüstet, die Länder entsprechende
Fördermodelle für die Nachrüstung einführen. Im Haushaltsbereich
braucht es stärkere Anreize, um veraltete Heizkessel gegen moderne
emissionsarme Biomasseheizungen auszutauschen. "Diese und viele
andere Lösungen liegen auf der Hand. Umweltminister und Bundesländer
müssen nur endlich den Mut finden, sie auch umzusetzen", so
Glawischnig, die daran erinnert, dass es in Österreich durch
Feinstaub zu 4.600 frühzeitigen Todesfällen kommt und dass vor allem
Kinder besonders unter der Feinstaubbelastung leiden.
Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, [email protected]
OTS0110 2005-04-12/11:49
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