- 30.03.2005, 10:05:00
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MOPED-AUSWEIS NEU: MIT FAHRPRAXIS MEHR SICHERHEIT FÜR TEENS AUF TOUREN
Unfallzahlen zeigen: Moped zehnmal gefährlicher als Pkw - Intensivere Schulung soll für verantwortungsbewussteres Fahrverhalten sorgen
Wien (OTS) - Der neue Moped-Ausweis ist da - mit einer wertvollen
Maßnahme zur Erhöhung der Sicherheit 15-jähriger Moped-Anwärter:
Sechs Unterrichtseinheiten verpflichtende Fahrpraxis sollen ab sofort
- als lebendige Ergänzung zur grauen Theorie - bei den jugendlichen
Lenkern für verantwortungsbewussteres Fahrverhalten sorgen. Das
Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) begrüßt die erweiterte
Moped-Ausbildung - die Unfallzahlen beweisen den dringenden Bedarf.
Gefährlichstes Verkehrsmittel: Moped
Das Moped ist das gefährlichste aller Verkehrsmittel - dennoch für
viele der Start in die motorisierte Welt. Moped-Lenker tragen im
Vergleich zu Pkw-Fahrern das zehnfache Unfallrisiko. Mehr als die
Hälfte (57%) aller auf der Straße verunglückten 16- bis 17-Jährigen
lassen bei einer Fahrt mit dem Moped, als Fahrer oder Mitfahrer, ihr
Leben. Verschärftes Risiko besteht für all jene Jugendliche, die
bereits mit 15 mit dem Moped unterwegs sind. Wenn auch die physischen
Voraussetzungen Jugendlicher - etwa Sehkraft oder
Reaktionsschnelligkeit - für die motorisierte Verkehrsteilnahme meist
perfekt sind, so sind es die psychischen nicht immer: Mangelnde
Reife, Imponiergehabe und jugendliche Selbstfindungsprozesse bedeuten
auf der Straße tödliche Risikofaktoren.
Schockierende Statistik
Seit der Herabsetzung des Moped-Einstiegsalters auf 15 Jahre am
1.1.1997 sind die Unfallopfer-Zahlen mit jedem Jahr angestiegen, in
den letzten Jahren geradezu explodiert. Waren es 1997 noch 32
Menschen, die bei Unfällen mit 15-jährigen Moped-Lenkern getötet oder
verletzt wurden, so waren es im Jahr 2002 bereits 282, im Jahr 2003
schockierende 810, 2004 gar 882. Der Jahressprung 2002/2003 zeigt
deutlich: Der Wegfall der verpflichtenden verkehrspsychologischen
Untersuchung für 15-Jährige vor Erhalt des Mopedscheins hat besonders
brutale Spuren hinterlassen. Konnte vor dem 1.10.2002 einem
15-jährigen Jugendlichen mit gravierenden Reifedefiziten - etwa
mangelnde Belastbarkeit oder erhöhte Unbekümmertheit und
Risikobereitschaft - der Weg zum verfrühten Schein verwehrt bleiben,
war dies nach diesem Stichtag nicht mehr möglich. Der Weg war frei -
mitunter direkt ins Verderben. Das Ergebnis zeigen die Zahlen der
Bilanz.
Frühjahr 2005: Moped-Ausweis neu
Gemäß der neuen Rechtslage sollen ab Frühjahr 2005 - zusätzlich zum
achtstündigen Theoriekurs - sechs Unterrichtseinheiten Fahrpraxis
unter Anleitung eines besonders geeigneten Instruktors oder eines
Fahrlehrers für die Führerschein-Klasse A für die richtige Technik
und ein sicherheitsbewusstes Fahrverhalten der Moped-Anwärter sorgen.
Bei Nachweis ausreichender Theoriekenntnis, Fahrzeugbeherrschung und
Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten erhalten
15-Jährige den heiß ersehnten Moped-Ausweis.
Intensivere Schulung - mehr Sicherheit
Wesentlich sind ein verantwortungsbewusster Umgang mit dem neuen
Fahrzeug und das Vermeiden von riskanten Fahrmanövern, überhöhter
Geschwindigkeit und Selbstüberschätzung. KfV-Direktor Dr. Othmar
Thann: "Der motorisierte Start auf der Straße verlangt ein
Ausbildungssystem, das bei den jungen Moped-Lenkern für starkes
Sicherheitsbewusstsein, theoretisches Wissen und sattelfestes
praktisches Können sorgt - und Eltern wieder ruhiger schlafen lässt.
Je besser die Ausbildung, desto größer die Sicherheit!"
OTS0059 2005-03-30/10:05
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