• 29.03.2005, 12:24:43
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Seebeben: Caritas stellt weitere 100.000 Euro Nothilfe für Nias Island bereit

Caritas-Katastrophenhelfer in Indonesien geschockt, aber wohlauf

Wien (OTS) - "Es war kein Rütteln oder Zittern, der Boden hat sich
unter unseren Füßen einfach verschoben", steht
Caritas-Katastrophenhelfer Georg Matuschkowitz noch unter dem Schock
der vergangenen Nacht. In Medan auf Sumatra hat er das gestrige
Seebeben miterlebt, derzeit befindet er sich in Banda Aceh. "Die
Leute sind von der letzten Katastrophe noch völlig traumatisiert,
wussten nicht wohin, rannten panisch auf die Straße. Einige Trümmer
sind von den Häusern gefallen. In Medan gab es aber, soweit ich weiß,
Gott sei Dank keine Opfer zu beklagen." Eigentlich bereitet der
Wiener bereits den Wiederaufbau in der indonesischen Region Aceh und
auf Nias Island vor. Fundament und Wände der ersten Häuser auf Nias
standen schon: "Nun befürchten wir freilich Schäden", so
Matuschkowitz.

Nachdem der Wiederaufbau bereits angelaufen ist, ist nun zunächst
wieder Nothilfe angesagt. Für die Insel Nias, die von dem jüngsten
Seebeben am schwersten getroffen wurde, stellt die Caritas Österreich
nun zusätzliche 100.000 Euro für die dringend nötige Soforthilfe
(Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidung, Medizin) bereit. Auf Nias
werden laut Angaben von Indonesiens Vizepräsident Yusuf Kalla bis zu
2.000 Tote befürchtet. Der österreichische Katastrophenhelfer
Christian Zeiniger versucht derzeit, nach Nias zu kommen, um die
Verteilung der Hilfsgüter gemeinsam mit dem lokalen Caritas-Team zu
koordinieren. Sein Flug von Medan (Sumatra) nach Nias Island musste
in der Früh allerdings wetterbedingt abgebrochen werden.

"Gott sei Dank sind alle unsere Leute vor Ort wohlauf", berichtet
Sabine Wartha, die Leiterin der Katastrophehilfe in der Caritas
Österreich. "Weil auch der Flughafen auf Nias durch das Beben Schäden
davongetragen hat, haben die lokalen Caritas-Partner bereits
angefangen, Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel von der Stadt
Simbolga (Westküste Sumatras) per Schiff nach Nias zu bringen",
berichtet Matuschkowitz.

Auf Nias Island baut die Caritas Österreich für die Flutopfer
mindestens 200 Häuser und hilft mit der Ausstattung von zwei Schulen.
200 beschädigte Häuser werden dort repariert. Damit erhalten
mindestens 3.000 Menschen wieder ein Dach über dem Kopf, denn eine
Großfamilie besteht dort aus etwa acht Personen. Langfristig kümmert
sich die Caritas auch um Infrastruktur und Landwirtschaft: So werden
Bewässerungsanlagen errichtet und zerstörte Wälder
wiederaufgeforstet. Ein bestehendes Waisenhaus wird für Kinder
erweitert, die durch die Tsunami-Katastrophe ihre Eltern verloren
haben.

Insgesamt erreichte die Nothife der Caritas Österreich nach der
Tsunami-Katastrophe vor drei Monaten 60.000 betroffene Familien (rund
300.000 Menschen) in Indien, Sri Lanka und Indonesien. Sie wurden,
auch aus Mitteln von Nachbar in Not, mit Essen, sauberem Wasser,
Kleidung, Medikamenten, Decken und Hausrat versorgt. Für den Übergang
hilft die Caritas Österreich tausenden obdachlos gewordenen Familien
mit einfachen Hütten (etwa aus Bambus mit Bananenblätterdach oder
Holz mit Wellblechdach), in denen die Betroffenen bis zu einem Jahr
bleiben können. Die Flutopfer erhalten auch wirtschaftliche
Starthilfen (Fischerboote, Netze), damit sie sich wieder eine
Existenz aufbauen können.

In Indien, Sri Lanka und Indonesien sollen mit Hilfe der Caritas
Österreich rund zehn Dörfer teilweise langfristig mit Erdbeben -
sicheren Häusern und Wasserversorgung wieder aufgebaut werden.

OTS0119    2005-03-29/12:24

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