Seebeben: Caritas stellt weitere 100.000 Euro Nothilfe für Nias Island bereit

Caritas-Katastrophenhelfer in Indonesien geschockt, aber wohlauf

Wien (OTS) - "Es war kein Rütteln oder Zittern, der Boden hat sich unter unseren Füßen einfach verschoben", steht Caritas-Katastrophenhelfer Georg Matuschkowitz noch unter dem Schock der vergangenen Nacht. In Medan auf Sumatra hat er das gestrige Seebeben miterlebt, derzeit befindet er sich in Banda Aceh. "Die Leute sind von der letzten Katastrophe noch völlig traumatisiert, wussten nicht wohin, rannten panisch auf die Straße. Einige Trümmer sind von den Häusern gefallen. In Medan gab es aber, soweit ich weiß, Gott sei Dank keine Opfer zu beklagen." Eigentlich bereitet der Wiener bereits den Wiederaufbau in der indonesischen Region Aceh und auf Nias Island vor. Fundament und Wände der ersten Häuser auf Nias standen schon: "Nun befürchten wir freilich Schäden", so Matuschkowitz.

Nachdem der Wiederaufbau bereits angelaufen ist, ist nun zunächst wieder Nothilfe angesagt. Für die Insel Nias, die von dem jüngsten Seebeben am schwersten getroffen wurde, stellt die Caritas Österreich nun zusätzliche 100.000 Euro für die dringend nötige Soforthilfe (Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidung, Medizin) bereit. Auf Nias werden laut Angaben von Indonesiens Vizepräsident Yusuf Kalla bis zu 2.000 Tote befürchtet. Der österreichische Katastrophenhelfer Christian Zeiniger versucht derzeit, nach Nias zu kommen, um die Verteilung der Hilfsgüter gemeinsam mit dem lokalen Caritas-Team zu koordinieren. Sein Flug von Medan (Sumatra) nach Nias Island musste in der Früh allerdings wetterbedingt abgebrochen werden.

"Gott sei Dank sind alle unsere Leute vor Ort wohlauf", berichtet Sabine Wartha, die Leiterin der Katastrophehilfe in der Caritas Österreich. "Weil auch der Flughafen auf Nias durch das Beben Schäden davongetragen hat, haben die lokalen Caritas-Partner bereits angefangen, Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel von der Stadt Simbolga (Westküste Sumatras) per Schiff nach Nias zu bringen", berichtet Matuschkowitz.

Auf Nias Island baut die Caritas Österreich für die Flutopfer mindestens 200 Häuser und hilft mit der Ausstattung von zwei Schulen. 200 beschädigte Häuser werden dort repariert. Damit erhalten mindestens 3.000 Menschen wieder ein Dach über dem Kopf, denn eine Großfamilie besteht dort aus etwa acht Personen. Langfristig kümmert sich die Caritas auch um Infrastruktur und Landwirtschaft: So werden Bewässerungsanlagen errichtet und zerstörte Wälder wiederaufgeforstet. Ein bestehendes Waisenhaus wird für Kinder erweitert, die durch die Tsunami-Katastrophe ihre Eltern verloren haben.

Insgesamt erreichte die Nothife der Caritas Österreich nach der Tsunami-Katastrophe vor drei Monaten 60.000 betroffene Familien (rund 300.000 Menschen) in Indien, Sri Lanka und Indonesien. Sie wurden, auch aus Mitteln von Nachbar in Not, mit Essen, sauberem Wasser, Kleidung, Medikamenten, Decken und Hausrat versorgt. Für den Übergang hilft die Caritas Österreich tausenden obdachlos gewordenen Familien mit einfachen Hütten (etwa aus Bambus mit Bananenblätterdach oder Holz mit Wellblechdach), in denen die Betroffenen bis zu einem Jahr bleiben können. Die Flutopfer erhalten auch wirtschaftliche Starthilfen (Fischerboote, Netze), damit sie sich wieder eine Existenz aufbauen können.

In Indien, Sri Lanka und Indonesien sollen mit Hilfe der Caritas Österreich rund zehn Dörfer teilweise langfristig mit Erdbeben -sicheren Häusern und Wasserversorgung wieder aufgebaut werden.

Rückfragen & Kontakt:

Caritas Österreich
Mag. Silke Ruprechtsberger
Tel: 01/488 31/417 oder: 0664/82 66 909
kommunikation@caritas-austria.at
www.caritas.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCZ0001