• 22.02.2005, 12:13:56
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Wirtschaftsbund: Jedes dritte Unternehmen von Frauen geführt 1

Leitl: Verdreifachung des Wirtschaftsbund-Frauenanteils im künftigen Wirtschaftsparlament

Wien (OTS) - Von den rund 380.000 Mitgliedern der
Wirtschaftskammer sind rund 112.000 Unternehmerinnen. Damit liegt die
Frauenquote bei Unternehmern in Österreich mit rund 30 Prozent über
dem EU-Schnitt (27,5%). Für den Präsidenten des Österreichischen
Wirtschaftsbundes Christoph Leitl stellt dies eine sehr erfreuliche
Entwicklung dar, die sich auch innerhalb der wirtschaftlichen
Interessenvertretungen widerspiegeln müsse. "Gerade was Kreativität
und vernetztes Denken betrifft, hat das weibliche Element eine
entscheidende Bedeutung für ein Land", so Leitl in einer
Pressekonferenz mit der Vorsitzenden von Frau in der Wirtschaft Sonja
Zwazl (Wirtschaftskammer NÖ). Präsentiert wurden im Pressegespräch
die Ergebnisse einer Studie der KMU-Forschung Austria.

Wirft man einen Blick auf die Gründerstatistik zeigt sich, dass der
Frauenanteil der neu gegründeten Betriebe sich in den letzten Jahren
stark gesteigert hat. Von den 2003 28.322 neu gegründeten Unternehmen
sind 37 Prozent in Frauenhand. 1993 lag der Wert bei 27 Prozent.
Einer Umfrage des Instituts KMU-Forschung zufolge, geben 65 Prozent
der Unternehmerinnen an, die Selbstständigkeit deshalb gewählt zu
haben um "selbstständig arbeiten zu können" und 51 Prozent, um
"eigene Ideen umsetzen zu können". Auf den Rängen folgen: "Flexible
Zeiteinteilung" (39%), "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" (35%),
"Einkommen steigern" (31%), "Familientradition" (19%),
"Unzufriedenheit mit bisheriger Tätigkeit" (18%) und "(drohende)
Arbeitslosigkeit beenden" (7%). Für den Wirtschaftsbund ist dies auch
ein Gegenbeweis zu Behauptungen, dass der Gang in die
Selbstständigkeit aus Arbeitsplatznöten erfolgen würde.

Die Zahl der Beschäftigten in Frauenunternehmen entspricht in etwa
jener in von Männern geführten Betrieben. So geben 30 Prozent der
Unternehmerinnen an keine Mitarbeiter zu Beschäftigen, 36 Prozent
haben einen Mitarbeiter, 24 Prozent zwei bis fünf, 5 Prozent sechs
bis zehn, drei Prozent 11 bis 20 und zwei Prozent mehr als 20
Beschäftigte. Auch europaweit beschäftigen an die 90 Prozent der
Unternehmerinnen weniger als zehn Mitarbeiter.

Präsident Leitl möchte, dass sich der hohe Anteil der Frauen bei den
Selbstständigen in den Interessensvertretungen der Wirtschaft
fortsetzt. Für den Wirtschaftsbund selbst würden sich bei den
kommenden Kammerwahlen rund 2.040 Unternehmerinnen in den
Fachorganisationen zur Wahl stellen. Auf den Spartenvertretungslisten
des Wirtschaftsbundes für das Wirtschaftsparlament liege der
Frauenanteil bei 26 Prozent. Leitl hält es für realistisch, dass sich
damit der Frauenanteil der Wirtschaftsbund-Abgeordneten von sechs auf
18 Prozent verdreifachen wird. Stolz ist man im Wirtschaftsbund
zudem, dass mit den beiden Präsidentinnen Brigitte Jank (Wien) und
Sonja Zwazl (NÖ) zwei Unternehmerinnen an der Spitze der
mitgliederstärksten Wirtschaftskammern stehen, die rund 50 Prozent
der Unternehmerinnen und Unternehmer vertreten.

Ein Novum kündigte Leitl ebenfalls an, so wird erstmals in der
Geschichte des Wirtschaftsparlaments eine behinderte Unternehmerin
für den Wirtschaftsbund Einzug halten. Die Geschäftsführerin einer
Werbeagentur Marianne Hengl kandidiert für den Wirtschaftsbund auf
Platz 3 der siebenten Sparte "Information & Consulting".

(Fortsetzung)

OTS0140    2005-02-22/12:13

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