- 21.02.2005, 10:30:29
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Gold für die heimische Wirtschaft: Österreich wichtigstes Lieferland für Bayern
Österreich überholt damit die USA - Absatz von Langlaufski und -ausrüstung verleihen der Skiindustrie Schwung - "Wirtschaft trifft Sport" am 24.2. in Oberstorf
Wien (PWK122) - Während im bayerischen Oberstdorf die Nationen um
Gold, Silber und Bronze wetteifern, steht ein Gewinner bereits fest:
die Wirtschaft. Um beim Sportlichen zu bleiben: Der - rot-weiß-rot
dominierten - Skiindustrie verleiht der Langlaufsport den richtigen
Schwung: Beim Absatz von Langlaufski konnten in der Jahren 2003/2004
mengenmäßig zweistellige Zuwächse erzielt werden. Das
Weltmarktvolumen im Bereich Langlaufski betrug im Jahr 2003 1,2
Millionen Paar Ski, im vergangenen Jahr waren es sogar 1,4 Millionen.
Davon stammen 820.000 Paar von österreichischen Ski-Firmen. Im
gleichen Zeitraum war der Absatz von Alpinski durch sinkende
Nachfrage auf dem japanischen Markt leicht rückläufig.
Die Investitionen der Ski- und Ausrüsterfirmen in den Skirennsport
vermitteln auf den wichtigsten Zielmärkten des österreichischen
Winterfremdenverkehrs österreichische Wintersportkompetenz. Eine
leistungsstarke Skiindustrie ist daher ein wichtiger Standortfaktor
für andere Wirtschaftsbereiche, die ihr Geschäft mit dem Wintersport
in Österreich machen. Sportgroßereignisse wie Weltmeisterschaften
sind für viele Unternehmer eine ideale Plattform um neue
Geschäftsfelder zu entwickeln, bestehende Geschäftsbeziehungen zu
pflegen und neue Partner kennen zu lernen. Daher wird im Umfeld der
nordischen Ski-WM ein Apres-Ski "Wirtschaft trifft Sport" am 24.
Februar in Oberstdorf im "Haus Ski Austria" des ÖSV und der
Tourismusregion Kleinwalsertal statt finden, wo die Partnerschaft von
Wirtschaft und Sport gepflegt und intensiviert werden wird.
Die österreichische Wirtschaft hat im wirtschaftlichen Wettbewerb
jedenfalls bereits "Gold" errungen: Denn im vergangenen Jahr konnte
Österreich in Bayern erstmals die USA als wichtigstes Lieferland
überholen. Das ergibt ein Blick auf die von der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ) erhobenen Exportzahlen: 2003 betrug das
Exportvolumen nach Bayern noch 9,1 Milliarden Euro, 2004 waren es um
rund 1,5 Milliarden Euro mehr. Damit wuchs der österreichische Export
nach Bayern 2004 um rund ein Fünftel und schnitt im Vergleich zu den
bayerischen Gesamtimporten, die nur um 7,3 Prozent zunahmen, etwa
dreimal so gut ab.
Fast ein Drittel der österreichischen Lieferungen kommt aus dem
Kraftfahrzeug-Sektor. Würde man noch die Vormaterialien für den
Fahrzeugbau wie Stähle, Bleche, Aluminiumlegierungen, Kunststoffe
oder Leder auch berücksichtigen, beliefe sich der Anteil sogar auf
nahezu 40 Prozent. Zweites wichtiges Standbein der österreichischen
Ausfuhren nach Bayern stellt mit einem Anteil von 16 Prozent der
Bereich "elektrotechnische Erzeugnisse" dar. Von elektrischen und
elektronischen Komponenten über elektrische und elektronische
Konsumprodukte bis zu elektrischen Maschinen und Geräten reicht die
österreichische Produktpalette, die nach Bayern geliefert wird.
Besonders auffällig war die erfolgreiche Expansion der
österreichischen Banken: Oberbank und Raiffeisenlandesbank
Oberösterreich haben ihre Marktposition durch Eröffnung neuer
Filialen bzw. die Errichtung eines Oberösterreicherhauses gefestigt.
Die Hypo Alpe-Adria-Bank AG hat eine Niederlassung in München
gegründet. Österreichisches Wohngefühl liefert das Möbelhaus Lutz
nach Bayern: Das österreichische Möbelhaus hat eines der
Flagship-Häuser der Karstadtgruppe auf der Theresienhöhe übernommen
und hat im Herbst das größte Einrichtungshaus in Nürnberg eröffnet.
Riedel Glas aus Kufstein hat im September die deutsche Firma
Nachtmann mit seinen 1.500 Mitarbeitern und fünf Standorten
übernommen. Diese Übernahme wird den Umsatz von Riedelglas mehr als
verdoppeln.
Mit bereits über einem Drittel aller österreichischen Exporte, die
nach Deutschland gehen, ist unser Nachbarland Bayern mit Abstand der
wichtigste Wirtschaftspartner Österreichs. Innerhalb von Deutschland
folgen in der Rangordnung Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.
Umgekehrt ist der österreichische Markt auch für Deutschland von
Bedeutung: Österreich ist Abnehmer von immerhin 5,2 Prozent aller
deutschen Exporte - das ist mehr als China und Russland zusammen.
Für den österreichischen Fremdenverkehr sind die mehr als 10,5
Millionen deutschen Gäste von entsprechender Bedeutung, entspricht
das doch einem Anteil von 55 Prozent aller Gästeankünfte aus dem
Ausland.
Die Firmenaktivitäten und Wirtschaftsbeziehungen zwischen
Österreich und Deutschland sind extrem vielschichtig. Neben dem
Austausch von Waren und Dienstleistungen gibt es eine intensive
Verflechtung durch gegenseitige Investitionen bzw. durch eine
Vielzahl von Niederlassungen. Allein 2003 haben deutsche Firmen 2,6
Milliarden Euro in Österreich investiert, in umgekehrter Richtung
waren es fast 800 Millionen Euro. (JR)
OTS0065 2005-02-21/10:30
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