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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Vorgelebt" (Von Christian Buchar)
Ausgabe vom 19. Februar 2005
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Linz (OTS) - So genannte Ausländer-, besser Migrationspolitik ist
- nicht nur in Österreich - oft von Irrationalitäten geprägt. Da wird
etwa zu bekämpfende internationale Bandenkriminalität emotional
gleich auf den zugewanderten Mitbürger, der hier seine Arbeit tut,
übertragen. Aspekte anderer Kulturen, die auch als Bereicherung
empfunden werden können, geraten zur diffusen Bedrohung. Was, vice
versa, natürlich auch für jene Zuwanderer gilt, die sich in
selbstgewählter Ghettoisierung der Bereicherungsmöglichkeit der
hiesigen Kultur entziehen.
In solchen Spannungsbögen spielt sich in diesem Bereich
bedauerlicherweise auch das Agieren politischer Parteien ab. Eine
Politik, die nicht gelernt hat, auf Tändeleien mit diffusen
Xenophobien zu verzichten und etwa Asylwerber quasi taxfrei zu
Kriminellen zu stempeln bringt dabei ebenso wenig weiter wie die
Gegenposition, die Migrantinnen und Migranten automatisch zu
unbefleckten Engelswesen erklären will. Beide Gegenpole stützen sich
letztlich auf eingangs erwähnte Irrationalitäten - was sich
gesellschaftlich erst recht nicht ändern wird, wenn es Politik nicht
vorlebt.
OTS0227 2005-02-18/18:20
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