Oberhauser und Mauerhofer: Klare Aufgaben für PflegeInnen und ÄrztInnen

ARGE-ÄrztInnen und FGV im ÖGB wollen abgestimmte Tätigkeitsprofile im Sinne der PatientInnen

Wien (ÖGB) - "Wir müssen den Konflikt um die Aufgabenbereiche weg vom Krankenbett bringen", forderten die Vorsitzende der ARGE ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, und die Vorsitzende der ÖGB-Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe (FGV), Monika Mauerhofer. "Wir haben bereits beim Gesundheits- und Pflegegesetz 1997 zusammengearbeitet und wollen das auch in Zukunft tun", so Mauerhofer.++++

In der Vergangenheit hätten sich viele "Streitereien" zwischen PflegerInnen und ÄrztInnen an Tätigkeiten wie dem Spritzen zugespitzt. Dagegen sei ein einvernehmliches Aufteilen der Aufgaben und Zusammenarbeit gefragt. Oberhauser machte das an der Ausbildung der TurnusärztInnen fest: "Die Krankenschwestern sind jahrelang an der Station und kennen sie gut, Turnusärzte bleiben nur eine kurze Zeit. Hier kann eine Kooperation nur Vorteile bringen. Dadurch werden auch Personalressourcen frei, da in der Zusammenarbeit vieles schneller und effizienter gestaltet werden kann. Beispielsweise in einer gemeinsamen Morgenarbeit von jungen ÄrztInnen und PflegerInnen."

Konkret müssten die oberen Führungsgremien den Anfang machen und die Koordination dann in die Stationen bringen. "Wie soll die Zusammenarbeit am Krankenbett funktionieren, wenn sich vorher nicht einmal der ärztliche Leiter und die Pflegedirektorin geeinigt haben?", gibt Oberhauser zu bedenken. "Bisher wurde der Ball zwischen den Berufsgruppen immer hin- und hergeschoben", so Mauerhofer, nun gehen es darum, die Berufsbilder von ÄrztInnen und PflegerInnen zusammenzubringen.

Oberhauser verweist auf das Tätigkeitsprofil des Wiener Krankenanstaltenverbunds, wo dies gelungen sei. "Schön wäre es, wenn das zu einem positiven Flächenbrand für ganz Österreich führt", wünscht sich Oberhauser. Mauerhofer verweist darauf, dass auf Stationen wie der Kindermedizin die Zusammenarbeit funktioniere. Hier gibt es für ÄrztInnen und PflegerInnen eine Gruppenverantwortung. Diese Zusammenarbeit müsse nun durch eine bundesweite Regelung der Berufsbilder ermöglicht werden, forderte Mauerhofer.(jv)

ÖGB, 16. Februar
2005
Nr. 94

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