Bausektor der Holzindustrie: Gesamthaft leicht positive Stimmung

Gute Exportentwicklung - Für 2005 positivere Vorzeichen erwartet

Wien (PWK083) - Laut einer Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen hat sich das Jahr 2004 gesamthaft zufriedenstellend bis leicht positiv entwickelt. Nach eher schwierigem Beginn ist im Laufe des Jahres eine Aufwärtsentwicklung eingetreten. Einzelne Sektoren berichten allerdings von einer eher gedämpften Entwicklung, berichtet der Vorsitzende der Berufsgruppe Bau des Fachverbandes der Holzindustrie, Helmuth Neuner. Besonders auffällig ist das Fehlen von Initiativen im Wohnbau. Einerseits gibt es zu wenige Neuwohnbauten. Andererseits wird auch in bestehende Wohnbauten zuwenig investiert. Auch hat die Sanierung nicht den starken Rückgang der Neubauten auffangen können Besonders deutlich wirkt sich auch das Fehlen von öffentlichen Ausschreibungen aus.

Sehr positiv entwickelten sich die Exporte, die teilweise das Fehlen des heimischen Marktes substituieren konnten. Speziell der italienische Markt entwickelte sich zu einem Hoffnungsschimmer. Nach Ansicht vieler Unternehmen ist weiterhin das Fehlen des deutschen Marktes eine schwere Last. Die konjunkturelle Krise in Deutschland wirkt sich auf eine dramatische Weise aus und lässt auch positive Impulse für die Zukunft mehr als fragwürdig sein.

Für das Jahr 2005 wird generell eine ähnliche Entwicklung wie 2004 mit aber positiveren Vorzeichen erwartet. Viele Firmen sehen das Jahr gedämpft optimistisch. Eine wesentliche Voraussetzung ist allerdings, dass wieder das Bauwesen mit neuen Impulsen belebt wird und auch wieder neue Initiativen seitens der öffentlichen Stellen gesetzt werden. Eine große Hoffnung wird darauf gesetzt, dass auf dem deutschen Markt wieder eine aufmunternde Grundhaltung eintritt. Generell lässt sich somit auf eine Aufwärtsentwicklung hoffen, obwohl der Kampf härter denn je bleiben wird. Die Stimmung ist bereits besser, aber noch nicht so gut, dass Freude aufkeimt.

Die Zahlen im Detail: Die abgesetzte Produktion des Bausektors der Holzindustrie entwickelte sich in den ersten drei Quartalen 2004 leicht positiv. Traditionell auffällig ist die deutlich unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Sektoren. Einen zurückgehenden Markt gibt es im Bereich der Fenster und im Bereich der Massivholzplatten. Deutlich positiv entwickeln sich hingegen die Holzfußböden/Parkett, die Leimbauteile und die Türen. Die abgesetzte Produktion von Holzfenstern (inkl. Rahmen und Verkleidungen) betrug im für die ersten drei Quartale 2004 Euro 224,1 Mio. Dies bedeutet einen Rückgang um 3,2 % gegenüber dem Vorjahr.

Beim Export von Holzfenstern zeigt sich eine gedämpfte Entwicklung. Dieser nahm 13,1 % mengenmäßig ab, aber um 1 % wertmäßig auf knapp Euro 25 Mio. zu (Euro 24,97 Mio.). Die Importe nahmen im Gegensatz dazu stärker zu, nämlich um 14,9 % mengenmäßig bzw. um 8 % wertmäßig auf Euro 15,03 Mio. Daraus resultiert ein Handelsbilanzüberschuss in der Höhe von Euro 9,93 Mio.

Die abgesetzte Produktion von Türen (inkl. Rahmen und Verkleidungen) betrug in den ersten 3. Quartalen 2004 Euro 147,21 Mio. Der Zuwachs betrug 4,1 %. Beim Außenhandel von Türen zeigt sich generell eine erfreuliche Entwicklung, wobei speziell die Ausfuhren stark zunahmen. Der Export nahm um 4,5 % mengenmäßig zu, wertmäßig aber um 4,4 % auf Euro 18,98 Mio. ab. Die Importe nahmen aber um 36,9 % mengenmäßig und um 38 % wertmäßig auf Euro 19,34 Mio. zu. Daraus resultiert ein knapper Handelsbilanzüberschuss in der Höhe von Euro 0,36 Mio.

Positiv entwickelt sich die Produktion von Leimbauteilen. Diese nahm in den ersten drei Quartalen 2004 mengenmäßig um 23,1 % und wertmäßig um 20,7 % auf Euro 164,42 Mio. zu.

Beim Export zeigt sich weiterhin eine starke Zunahme um 10,7 % mengenmäßig und 12,4 % wertmäßig auf Euro 129,16 Mio.. Die Importe sind hingegen noch stärker, nämlich mengenmäßig um 32,1 % und wertmäßig um 17,8 % angestiegen. In den ersten drei Quartalen wurde Lamellenholz im Wert von über Euro 14 Mio. (Euro 14,55 Mio.) importiert. Als eine der wenigen Branchen des Bausektors gibt es folglich bei Lamellenholz einen Außenhandelsbilanzüberschuss, der nunmehr bei knapp Euro 115 Mio. liegt (Euro 114,6).

Die abgesetzte Produktion von Holzfußböden zeigte in den ersten drei Quartalen 2004 eine sehr positive Entwicklung. Im Bereich Parkett ist diese sowohl wertmäßig (+ 13,4 %) auf Euro 101,41 Mio. als auch mengenmäßig (+ 14,7 %) stark angestiegen. Mengenmäßig bedeutet dies eine Produktion von 5,18 m2.

Im Bereich Schiffböden gibt es ebenfalls einen Zuwachs. Die Produktion stieg um 3,9 % auf Euro 70,42 Mio. an.

Beim Außenhandel von Holzfußböden zeigte sich generell eine erfreuliche Entwicklung. Der Export von Holzfußböden nahm um 8,4 % mengenmäßig und um 20,3 % wertmäßig auf mehr als Euro 125 Mio. zu (Euro 127,24 Mio.) an. Die Importe nahmen wertmäßig um 1,7 % auf Euro 59,5 Mio. und mengenmäßig um 17,4 % zu. Die Außenhandelsbilanz konnte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres abermals deutlich verbessert werden und weist nunmehr einen Überschuss von Euro 67,74 Mio. auf.

Die abgesetzte Produktion von Massivholzplatten (einschichtig) betrug im 1. bis 3. Quartal 2004 rund Euro 13 Mio. Die Produktion ist um rund 7 % rückläufig. Ein Vergleich mit drei- und mehrschichtigen Massivholzplatten ist nicht möglich, da diese Angaben geheim sind.

In den ersten drei Quartalen 2004 hat der Export von Massivholzplatten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 % zugenommen und beläuft sich auf rund Euro 196 Mio. Die Einfuhren haben hingegen um 11,6 % auf Euro 68 Mio. abgenommen. Daraus resultiert eine Erhöhung des Außenhandelsbilanzüberschusses von rund 10,7 %. (us)

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