• 01.02.2005, 11:32:11
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Wir sind so frei!

Linz (OTS) - Bio Austria startet Anfang April eine Initiative
gegen den Anbau von gentechnisch verändertem Saat- und Pflanzgut.
Besonders erfreulich: Biobauern und Landwirte setzen sich gemeinsam
für die Gentechnikfreiheit auf ihren Feldern ein.

Österreichs Bauern haben ein großes, gemeinsames Ziel: Felder und
Äcker müssen gentechnikfrei bleiben! So auch in Oberösterreich, wo
heute die Initiative "Wir sind so frei...und wachsen ohne Gentechnik"
im Rahmen einer Pressekonferenz von Hans Buchner, Vorstandssprecher
von Bio Austria Oberösterreich, Agrar-Landesrat Dr. Josef Stockinger,
Umwelt-Landesrat Rudolf Anschober und
Landwirtschaftskammerpräsidenten ÖR Hannes Herndl vorgestellt wurde.

Denn ob "bio" oder "konventionell" - gentechnisch verändertes
Saatgut und Pflanzen gefährden die Natur und Landwirtschaft. Darin
ist sich die überwiegende Mehrheit der österreichischen Biobauern und
Landwirte einig. Mit einer großen Feldtafelaktion setzen sie nun ein
sichtbares Zeichen gegen den Einsatz von Gentechnik im Pflanzenbau.
In ganz Österreich werden ab Anfang April 2005 mehrere tausend
Feldtafeln mit der Aufschrift "Wir sind so frei...und wachsen ohne
Gentechnik" (bzw. "Wir sind so frei...Landwirtschaft verzichtet auf
Gentechnikanbau") auf die Gefahren der grünen Gentechnik hinweisen.

Hans Buchner, Biobauer und Vorstandssprecher von Bio Austria
Oberösterreich, betont die Notwenigkeit dieser Initiative:

"Die Aussetzung von gentechnisch verändertem Saat- und Pflanzgut
ist ein unverantwortliches Experiment mit der Natur und damit auch
den Menschen. Einmal ausgesetzt, sind gentechnisch veränderte
Organismen nicht mehr rückholbar. Beim Raps gibt es beispielsweise
viele verwandte Kreuzblütler in der freien Natur. Bedenkt man, dass
Bienen ein Einzugsgebiet von bis zu 100 km2 haben, ist bei der
Aussetzung von gentechnisch verändertem Raps eine Auskreuzung
unvermeidlich. Hier entstehen irreversible Schäden für die Natur, und
die Menschen werden auf Generationen hinaus unnötigen Gefahren
ausgesetzt ."

Weiters sind für Buchner die kleinbäuerlichen Strukturen der
österreichischen Landwirtschaft der denkbar schlechteste Boden für
die Aussaat von gentechnisch veränderten Organismen.

"Bei unserer kleinstrukturierten Landwirtschaft ist eine Aussaat
von gentechnisch verändertem Saatgut, ohne dabei die Flächen der
Nachbarn zu gefährden, praktisch unmöglich.

Als Biobauer weiß ich, dass der beste Schutz Krankheiten und
Schädlingen vorzubeugen, eine ausgewogene Fruchtfolge ist.

Gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzgut sind die Fortsetzung
eines Weges der Agrarindustrie, die seit Jahrzehnten auf riesige,
zerstörerische Monokulturen setzt und völlig ungeeignet für die
österreichische Landwirtschaft sind" - so Buchner.

Oberösterreich liefert Startschuss für eine österreichweite
Initiative

Die Initiative "Wir sind so frei...Landwirtschaft verzichtet auf
Gentechnikanbau" wurde von den oberösterreichischen Bio-Verbänden
unter der Projektleitung von Waltraud Gadermaier und Maria
Jungreithmayr ins Leben gerufen. Hier wurden in den letzten Monaten
Konzepte erarbeitet, die eine Durchführung der Initiative in ganz
Österreich ermöglichen.

In Oberösterreich wird diese Initiative gemeinsam mit dem Land
Oberösterreich, der Landwirtschaftskammer und den Bio-Verbänden
getragen. Eine breite Basis, die sich die Initiatoren auch in den
anderen Bundesländern wünschen. Der Startschuss zur großen
Feldtafelaktion erfolgt in ganz Österreich Anfang April 2005.

Starke Allianz im Sinne der Konsumenten

Die starke Allianz zwischen biologischen und konventionellen
Landwirten ist ganz im Sinne der Konsumenten: Immer wieder bestätigen
repräsentative Konsumentenbefragungen, dass die überwiegende Mehrheit
der österreichischen Bevölkerung gentechnisch veränderte
Nahrungsmittel entschieden ablehnt und sich keine Risiken auftischen
lassen möchte.

Als Direktvermarkter kennt Hans Buchner die Anliegen der
Konsumenten: "Viele meiner Kunden sind junge Leute mit Kindern, die
aufgrund zunehmender Lebensmittelallergien auf eine biologische
Ernährung umsteigen. Die Vielzahl an künstlichen Zusatzstoffen in
verarbeiteten Produkten wirkt sich bereits jetzt negativ auf die
Gesundheit der Menschen aus. Mit gentechnisch veränderten
Nahrungsmitteln werden die Konsumenten einem weiteren,
gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Es gibt bisher keinerlei
Langzeitstudien über die Auswirkungen von gentechnisch veränderten
Nahrungsmitteln. Wir Landwirte möchten der Bevölkerung hochwertige
Lebensmittel anbieten. Das entspricht auch dem Gedanken vom
'Genussland Oberösterreich’ und dem 'Feinkostladen Österreich’. Die
Zukunft der österreichischen Landwirtschaft liegt in der Qualität der
Lebensmittel und nicht in gentechnischen Manipulationen."

Biobauern und Landwirte verzichten per Unterschrift auf den
Anbau von gentechnisch verändertem Saat- und Pflanzgut

Dass die Initiative "Wir sind so frei!" kein bloßes
Lippenbekenntnis ist - dafür bürgen Biobauern und Landwirte mit ihrer
Unterschrift. Denn nur wer per Unterschrift auf den Anbau von
gentechnisch verändertem Saat- und Pflanzgut verzichtet, erhält für
seine Felder eine Tafel und kann an der Aktion Anfang April
teilnehmen.

"Derzeit laufen bei uns die Unterschriftensammlungen auf
Hochtouren. Natürlich möchten wir möglichst viele der 3000
oberösterreichischen Biobäuerinnen und Biobauern für diese wichtige
Initiative gewinnen - und gemeinsam mit unseren konventionellen
Kollegen können wir bestimmt über 10.000 Unterschriften schaffen.
Schließlich geht es hier darum, die Natur zu bewahren und auch unsere
Unabhängigkeit bei der Wahl des Saat- und Pflanzgutes zu sichern.
Denn die grüne Gentechnik ist neben den vielen Gefahren auch
untrennbar mit einer Abhängigkeit von amerikanischen Gentech-Multis
verbunden." - ist Hans Buchner vom Erfolg der gemeinsamen Initiative
in Oberösterreich überzeugt.

OTS0118    2005-02-01/11:32

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