- 31.01.2005, 13:23:58
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Trinkgelddiskussion: Tourismus beharrt auf Steuerfreiheit
Schenner: "Tourismusland Österreich lebt von Freundlichkeit und Einsatzbereitschaft des Personals" - "Thema durch sinnvolle und gerechte Lösung aus der Welt schaffen"
Wien (PWK071) - Die Tourismuswirtschaft bleibt bei ihrer Forderung
nach Steuerfreiheit von Trinkgeldern. Diese werden von zufriedenen
Gästen als Anerkennung für gutes und freundliches Service geleistet.
Es sei kontraproduktiv, diese freiwillige gegebene Zuwendung zu
besteuern. Seit Wochen bemühe man sich außerdem um einen Termin beim
Finanzminister; als unbefriedigende Antwort erhält man einen über die
Medien ausgerichteten Vorschlag.
"Trinkgeld zu geben ist in unserer Gesellschaft ein kultureller
Bestandteil. Von der Wiege bis zur Bahre werden damit besondere
Leistungen belohnt. Trinkgeld ist in allen Bereichen durchaus üblich
und das Trinkgeld-Geben daher eine gesellschaftliche Frage. Daraus
Einnahmen für den Staatshaushalt zu erzielen, ist auch ein Bruch mit
unserer Kultur!" nimmt der Obmann der Bundessparte Tourismus und
Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat
Johann Schenner, zu der neuerlich aufgeflammten Diskussion über die
Trinkgeldbesteuerung Stellung. Staatssekretär Alfred Finz hatte am
Wochenende ein Pauschalbesteuerungsmodell angekündigt, dass nicht nur
Kellner, sondern auch andere Trinkgeldberufe wie Taxifahrer und
Friseure einbeziehen soll.
Auch der Obmann des Fachverbandes Gastronomie, Komm.Rat Helmut
Hinterleitner, ist gegen die Besteuerung von Trinkgeldern: "Gute
Leistungen sind entscheidend für den Erfolg des heimischen
Fremdenverkehrs. Es muss daher alles getan werden, um den
Servicegedanken zu fördern, mehr zu tun als der Gast erwarten kann
und nicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Front zu
demotivieren. Eine gerechte Lösung über Pauschalbeträge ist daher
nicht möglich".
Nicht sinnvoll ist nach Ansicht Schenners die angekündigte
Vereinheitlichung der Pauschalen bei den Sozialversicherungen. Diese
sind, je nach Bundesland, derzeit ihrer Höhe nach unterschiedlich,
weil auch die durchschnittlichen Trinkgelder in den einzelnen
Bundesländern unterschiedlich ausfallen. "Es liegt auf der Hand, dass
das Trinkgeld in Tirol in der Regel höher ist als beispielsweise im
Burgenland. Unterschiedliche Pauschalen bei den Sozialversicherungen
haben also durchaus ihren Sinn", stellt Schenner fest.
Besser als jede noch so problematische "Reform" der
Tringeldbesteuerung sei es jedoch, von dieser überhaupt abzusehen.
Aus gutem Grund haben daher andere Länder, wie beispielsweise das
Nachbarland Deutschland, die Besteuerung von Trinkgeldern bereits vor
Jahren abgeschafft. "Als Tourismusland leben wir von der Motivation
und Freundlichkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir
bleiben daher bei unserer Forderung, dieses Thema durch eine
sinnvolle und gerechte Lösung im Sinne unserer engagierten Fachkräfte
und damit letztlich auch im Sinne unserer Gäste aus der Welt zu
schaffen", fasst Schenner zusammen. (hp)
OTS0162 2005-01-31/13:23
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