Trinkgelddiskussion: Tourismus beharrt auf Steuerfreiheit

Schenner: "Tourismusland Österreich lebt von Freundlichkeit und Einsatzbereitschaft des Personals" - "Thema durch sinnvolle und gerechte Lösung aus der Welt schaffen"

Wien (PWK071) - Die Tourismuswirtschaft bleibt bei ihrer Forderung nach Steuerfreiheit von Trinkgeldern. Diese werden von zufriedenen Gästen als Anerkennung für gutes und freundliches Service geleistet. Es sei kontraproduktiv, diese freiwillige gegebene Zuwendung zu besteuern. Seit Wochen bemühe man sich außerdem um einen Termin beim Finanzminister; als unbefriedigende Antwort erhält man einen über die Medien ausgerichteten Vorschlag.

"Trinkgeld zu geben ist in unserer Gesellschaft ein kultureller Bestandteil. Von der Wiege bis zur Bahre werden damit besondere Leistungen belohnt. Trinkgeld ist in allen Bereichen durchaus üblich und das Trinkgeld-Geben daher eine gesellschaftliche Frage. Daraus Einnahmen für den Staatshaushalt zu erzielen, ist auch ein Bruch mit unserer Kultur!" nimmt der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Johann Schenner, zu der neuerlich aufgeflammten Diskussion über die Trinkgeldbesteuerung Stellung. Staatssekretär Alfred Finz hatte am Wochenende ein Pauschalbesteuerungsmodell angekündigt, dass nicht nur Kellner, sondern auch andere Trinkgeldberufe wie Taxifahrer und Friseure einbeziehen soll.

Auch der Obmann des Fachverbandes Gastronomie, Komm.Rat Helmut Hinterleitner, ist gegen die Besteuerung von Trinkgeldern: "Gute Leistungen sind entscheidend für den Erfolg des heimischen Fremdenverkehrs. Es muss daher alles getan werden, um den Servicegedanken zu fördern, mehr zu tun als der Gast erwarten kann und nicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Front zu demotivieren. Eine gerechte Lösung über Pauschalbeträge ist daher nicht möglich".

Nicht sinnvoll ist nach Ansicht Schenners die angekündigte Vereinheitlichung der Pauschalen bei den Sozialversicherungen. Diese sind, je nach Bundesland, derzeit ihrer Höhe nach unterschiedlich, weil auch die durchschnittlichen Trinkgelder in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ausfallen. "Es liegt auf der Hand, dass das Trinkgeld in Tirol in der Regel höher ist als beispielsweise im Burgenland. Unterschiedliche Pauschalen bei den Sozialversicherungen haben also durchaus ihren Sinn", stellt Schenner fest.

Besser als jede noch so problematische "Reform" der Tringeldbesteuerung sei es jedoch, von dieser überhaupt abzusehen. Aus gutem Grund haben daher andere Länder, wie beispielsweise das Nachbarland Deutschland, die Besteuerung von Trinkgeldern bereits vor Jahren abgeschafft. "Als Tourismusland leben wir von der Motivation und Freundlichkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir bleiben daher bei unserer Forderung, dieses Thema durch eine sinnvolle und gerechte Lösung im Sinne unserer engagierten Fachkräfte und damit letztlich auch im Sinne unserer Gäste aus der Welt zu schaffen", fasst Schenner zusammen. (hp)

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