"Neues Volksblatt" Kommentar: "Niveau" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 27. Jänner 2005

Linz (OTS) - =

Jede zwölfte Lehrerstelle sei in den letzten Jahren
gestrichen worden, sagte SPÖ-Bildungssprecher Broukal gestern, um das ein paar Sätze später mit zwölf Prozent gleichzusetzen. Eine solche Gleichung ist ebenso falsch wie jene, die besagt, dass die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie ausschließlich der nunmehrigen Regierung zuzuschreiben sind. Es werden wohl kaum andere Lehrer am Werk gewesen sein, als drei Jahre zuvor, als alle über das Ergebnis gejubelt haben. Natürlich hat sich in den letzten Jahrzehnten die Zwei-Drittel-Regelung für Schulfragen im Parlament als Hürde für rasches Reagieren auf bildungspolitische Notwendigkeiten erwiesen. Dass somit Bildungsmängel auch auf die SPÖ zurückfallen, ist insbesondere jenen nicht klar geworden, die jetzt so tun, als würden nur mehr Analphabeten die heimischen Schulen verlassen - und es grenzt an böswillige Verleumdung von Lehrern wie Schülern. Das Thema ist zu heikel, um es der parteipolitischen Polemik zu überlassen. Dass der SPÖ-Bildungssprecher gestern konziliantere Töne anschlug, lässt auf eine Diskussion auf entsprechendem Niveau zumindest hoffen.

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