• 23.01.2005, 20:02:54
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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Gründlich" (Von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 24. Jänner 2005

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Linz (OTS) - Die PISA-Studie ist sicher Anlass für eine kritische
Betrachtung unseres Bildungssystems, aber kein Grund zur Panik, wie
uns das viele einreden möchten. Um uns mit der Panik auch gleich ihre
Bildungsprogramme zu verkaufen.
Ein Problem der PISA-Studie ist der Jubel beim letzten Mal, als wegen
des guten Abschneidens kaum jemand die Methoden hinterfragte. Wer es
dennoch tat und meinte, die Studie sei schmeichelhaft, Österreich
habe trotzdem Reformbedarf, wurde als Nestbeschmutzer beschimpft.
Wer heute die PISA-Studie methodisch durchleuchtet, wer Fragen stellt
- etwa, warum im Grunde die gleichen Lehrer und Schüler in kurzen
Abständen einmal gut und einmal schlecht abschneiden -, wer
kritisiert, der wird als Schönredner hingestellt.
Tatsache ist, dass es im österreichischen Schulsystem Mängel gibt,
aus welchen Gründen auch immer. Mängel beim Lesen oder in den
Naturwissenschaften. Mängel, die behoben werden müssen. Aber nicht im
Schnellverfahren, um Betriebsamkeit zu demonstrieren, sondern nach
gründlichen Analysen und Beratungen. Damit mit der Reform nicht neue
Probleme entstehen.

OTS0037    2005-01-23/20:02

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