Brettenthaler zu Chefarztpflicht: Erwarten Entgegenkommen von Hauptverband

ÖÄK-Präsident Brettenthaler: "Wollen, dass Hauptverband ministerielle Auflagen erfüllt" - Pruckner: "Rechtssicherheit für Ärzte ist zwingend notwendig"

Wien (OTS) - Im Vorfeld der morgigen Gespräche mit dem
Hauptverband über eine Verbesserung der Modalitäten für die neue Chefarztpflicht hat der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, dem Hauptverband geraten, die Empfehlungen der Gesundheitsministerin möglichst rasch aufzugreifen.

"Wird der Auftrag der Ministerin zeitnah umgesetzt, können wir schnell zu brauchbaren und praxisnahen Lösungen kommen" berichtete Brettenthaler in einer Aussendung am Mittwoch. Er erwarte "nicht mehr und nicht weniger, als dass der Hauptverband die ministeriellen Forderungen erfüllt", so der Ärztekammerpräsident über die Ausgangssituation zu dem morgen stattfindenden Gipfelgespräch. Der Hauptverband müsse "Patienten und Ärzten entgegenkommen, um die allgemeine Verwirrung zu beenden".

Es gehe vor allem darum, die zahlreichen Engpässe, die für Patienten in der Medikamentenversorgung entstanden seien, zu beseitigen. Die Ärztekammern erhielten nach wie vor Beschwerden von Patienten, die gewohnte Medikamente nicht mehr bekämen oder über bürokratische Hürden klagten. So würden etwa chronisch oder schwer kranken Patienten Großpackungen seitens der Kontrollärzte vielfach verweigert und sie durch die Bewilligung von Kleinpackungen über Gebühr finanziell belastet.

Nach einem Gespräch mit Vertretern der Österreichischen Ärztekammer hatte Ministerin Rauch-Kallat kürzlich vom Hauptverband gefordert, die vor dem 31.12.2004 begonnenen und in der Patientendatei dokumentierten Therapien mit chefarztpflichtigen Medikamenten vorerst weiterzuführen, auch wenn sie gegebenenfalls der derzeitigen Indikationenlösung nicht entsprächen. Für den Umgang mit Großpackungen ersuchte sie um eine einheitliche Regelung, besonders dort, wo auf Grund der Verschreibungen von Klein- und Mittelpackungen "mehr Rezeptgebühr anfallen kann".

Ferner empfahl die Ministerin, den Erstattungskodex für Heilmittel mit der Ärztekammer gemeinsam neu zu gestalten und eine Hotline für Ärzte einzurichten. Im vorliegenden Erstattungskodex fehlen unter anderem Indikationen, Preise, Packungsgrößen und Vergleichspräparate - Angaben also, die den Ärzten die Auswahl erleichtern. Außerdem urgiert die Ministerin eine Änderung der Dokumentationsverpflichtung von Medikamenten. Es müsse eine Möglichkeit für die Ärzte geben, "eindeutig zu dokumentieren, warum sie etwa ein gelbes oder grünes Medikament verschreiben, bzw. wie und welche Befund- und Anamnesedaten festgehalten werden müssen".

"Ärzte brauchen Rechtssicherheit"

Der Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Jörg Pruckner, macht darauf aufmerksam, "dass die Ärzte Rechtssicherheit brauchen". Pruckner fordert "eindeutige und im Erstattungskodex klar ersichtliche Vorgaben, bei welcher Indikation ein Medikament gegeben werden kann". Ferner urgiert er eine "einfache, klare und kurze Dokumentationsform" für die zu kontrollierende Verschreibung. Eine allgemein gehaltene Dokumentation, wie vom Hauptverband vorgeschlagen, sei zu diesem Zweck ebenso ungeeignet wie das extra Formblatt, das seitens des Hauptverbandes aufgelegt worden sei. "Hier muss die elektronische Dokumentation des Arztes bzw. dessen Patientendokumentation in der Kartei reichen", führt Pruckner aus.

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