- 13.01.2005, 17:50:09
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"Presse"-Kommentar: Das Mittel gegen rot-braune Flecken (von Rainer Nowak)
Ausgabe vom 14. Jänner 2005
Wien (OTS) - Es wird wohl kein Zufall sein. Während heute am Abend
National- und Bundesrat den Auftakt zum österreichischen
Jubiläumsjahr zelebrieren, wird Caspar Einem zuvor in seiner
Eigenschaft als Präsident des Bundes Sozialdemokratischer Akademiker
die historische Aufarbeitung der sogenannten braunen Flecken
präsentieren. Kein angenehmer Job, haben die beiden beauftragten
Wissenschaftler Wolfgang Neugebauer und Peter Schwarz in ihrem neuen
Bericht doch klar nachgewiesen, dass der BSA nach 1945 ehemalige
NS-Mitglieder systematisch aufgenommen und gefördert haben.
Was die neuen "Sozialisten" in der NS-Zeit genau gemacht hatten,
wurde vielfach nicht oder nur oberflächlich überprüft. Dadurch
bekamen auch schwer belastete Nazis ihren begehrten "Persilschein",
darunter sogar Gestapo- und SS-Angehörige. Oder ein Richter, der bis
1945 an Hinrichtungen beteiligt war, und dann im Justizdienst weiter
arbeitete.
Die Autoren konnten auch vor allem nachweisen, dass hochrangige
Parteifunktionäre dieses System nicht nur voll deckten, sondern für
die neuen Mitglieder sogar persönlich intervenierten. Potenzielle
Kritiker der braunen Genossen wurden in einzelnen Fällen sogar
ausgeschlossen. Damit schufen sie ihr eigenes Tabu österreichischer
NS-Vergangenheit.
Dass damit erst heute Schluss gemacht wird, ist mehr als
bemerkenswert. Nach dem BSA muss nun noch die Bundespartei ihren
Braune-Flecken-Bericht vorlegen. Und dann? Man fand bei den
Recherchen auch Interventionen hoher VP-Politiker für Ex-Nazis. Auch
dies ein dringender Historiker-Auftrag für die VP-Zentrale. Von
Vergangenheitsbewältigung bei den Freiheitlichen ganz zu schweigen.
OTS0209 2005-01-13/17:50
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