• 11.01.2005, 12:16:14
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Agrarressort: Erfolgreiche Exportoffensive für Schweine- und Rinderproduzenten

ZAR, VÖS und ARGE Rind ziehen positive Zwischenbilanz

Wien (AIZ) - Das Landwirtschaftsministerium stellte 2004 im Rahmen
einer Exportoffensive erstmals gezielt Budgetmittel für Projekte zur
Verfügung, die zur Unterstützung von Exportaktivitäten in der
österreichischen Tierproduktion dienen. Gefördert wurden dabei vor
allem Qualitätsverbesserungs-Maßnahmen sowie Absatz fördernde
Aktivitäten im In- und Ausland. Zu Jahresende zogen nunmehr die
beteiligten Verbände - ZAR, ARGE Rind und VÖS - eine positive
Zwischenbilanz: Die Initiative des Ministeriums ist bisher sehr
erfolgreich verlaufen, anhand von konkreten Projekten zeigen sich
bereits positive Effekte. Diese Form der Förderung wird von den
betroffenen Organisationen als sehr sinnvoll angesehen und sollte
unbedingt weitergeführt werden, weil die gestarteten Projekte über
mehrere Jahre laufen und Kontinuität erforderlich sei, wird betont.

"Die österreichische Rinderzucht ist in hohem Maße vom Export
abhängig. Vor wenigen Jahren wurden über 12.000 Zuchttiere jährlich
in Drittländer exportiert. Durch den BSE-Fall im Dezember 2001 brach
dieses Exportvolumen beinahe völlig ein. So konnten wir im Jahr 2002
lediglich 5.000 Zuchttiere außerhalb der EU exportieren. Durch große
persönliche und finanzielle Anstrengungen konnten die Exportzahlen in
den letzten Jahren wieder aufgebaut werden", schildert Franz
Sturmlechner von der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer
Rinderzüchter (ZAR) die Ausgangslage.

Exportstrategie basiert auf zahlreichen Standbeinen

"Auf Grund der Erfahrungen mit BSE oder Maul- und Klauenseuche
verfolgt die österreichische Rinderzucht das Konzept der 'zahlreichen
Standbeine'. Wir bauen zu allen relevanten Exportmärkten Kontakte
auf, pflegen und nutzen sie auch entsprechend. Dabei werden
individuelle Betreuungskonzepte für die einzelnen Länder entwickelt,
die von der Unterstützung in den Bereichen Fütterung, Haltung und
Management der Tiere, über Beratung im Veterinärwesen bis zum Aufbau
von Zuchtorganisationen und zum finanziellen und technischen Support
beim Bau von Verteilungs- und Quarantäneställen reicht", erläutert
Sturmlechner.

Diese Strategie habe mehrfache Vorteile. Neben dem
Vertrauensgewinn und der Schaffung langfristiger Geschäftsbeziehungen
könne damit auch zunehmend ein besserer Absatzpreis erzielt
beziehungsweise ein Preisverfall teilweise kompensiert werden.
"Nachdem diese Strategie aber arbeits- und kostenintensiv ist, sind
wir auf Unterstützung angewiesen, die Exportinitiative des
Ministeriums ist dafür wie geschaffen", betont der
ZAR-Geschäftsführer.

Mehrere Projekte gestartet

Bisher konnten laut Sturmlechner mit Hilfe dieser Exportförderung
bereits mehrere Projekte der ZAR gestartet werden: Er nennt
insbesondere die Schaffung einer neuen Dachmarke "Genetic Austria".
Das in Rumänien begonnene Projekt "Leistungs- und Qualitätssteigerung
der Rinderzucht" hat mittlerweile zu Zuchtrinderexporten von 600
Stück geführt, bis Projektabschluss sollen es 1.500 Tiere sein. Eine
ähnliche Initiative in Albanien (Errichtung eines
Zuchtrinderverteilzentrums) hat den Export von 1.000 Zuchtrindern zum
Ziel. 800 Tiere sind bereits geliefert worden.

Unterstützt wurden mit diesen Förderungen auch die
Grenzöffnungsaktivitäten in Bulgarien, Serbien und der Ukraine.
Inzwischen wird nach Bulgarien bereits wieder Zuchtvieh exportiert.
Serbien hat ebenfalls die Grenzen für Zuchtvieh geöffnet und auch in
der Ukraine stehen die Chancen für eine baldige Grenzöffnung sehr
gut. "Unter der Voraussetzung von stabilen veterinären und
rechtlichen Rahmenbedingungen gehen wir davon aus, im Jahr 2005
wieder an die Hürde von 12.000 exportierten Zuchttieren
heranzukommen", zeigt sich Sturmlechner zuversichtlich.

Rindfleisch: 40% der heimischen Produktion werden exportiert

"Auch im Rindfleischbereich ist Österreich ein klassisches
Exportland, rund 40% der heimischen Produktion müssen im Ausland -
vor allem am italienischen Markt -abgesetzt werden", gibt Rudolf Rogl
von der ARGE Rind zu bedenken. Die Fast-Food-Kette Mc Donald’s ist in
Österreich der größte Verarbeiter von heimischem Rindfleisch.

Mit Hilfe der Exportoffensive des Agrarressorts konnte die
Qualitätssicherung in der Schlachtkuh-Vermarktung als Türöffner für
neue Märkte forciert werden. Als erstes Vermarktungsunternehmen hat
die ARGE Rind mit ihren angeschlossenen Erzeugergemeinschaften 2004
begonnen, die Qualitätssicherung vom landwirtschaftlichen Betrieb bis
hin zur Verarbeitungsindustrie aufzubauen. In Österreich wurden
bereits rund 3.500 Kuh haltende Betriebe für das Projekt gelistet.
Derzeit werden wöchentlich circa 120 Kühe vermarktet, die je zur
Hälfte für die österreichische und ungarische Hamburgerproduktion
verwendet werden. Die Landwirte erhalten im Durchschnitt einen
Qualitätszuschlag von EUR 21,- pro Kuh. "Für 2005 ist eine
Verdoppelung der derzeitigen Vermarktungsmenge geplant, für diese
Menge benötigen wir etwa 4.500 Kuhbetriebe", so Rogl.

Weiters vermarktet die ARGE Rind Gütesiegel-Stiere für die
italienische Handelskette Esselunga. Die Erzeugergemeinschaften von
Ober- und Niederösterreich liefern dafür wöchentlich etwa 120 Tiere.
"Die in den letzten zehn Jahren aufgebaute Gütesiegel-Produktion bei
Jungstieren in Österreich verschafft uns den Ruf als
überdurchschnittlicher Qualitätslieferant bei Esselunga", freut sich
Rogl. Jährlich werden auch 80.000 Nutzkälber und Einstellrinder in
andere EU-Länder verbracht, wobei vorrangig der italienische Markt
bedient wird. Diese Angebotsbündelung versetzt die
Erzeugergemeinschaften in die Lage, bei ihren Mitgliedsbetrieben
Qualitätsproduktion und -bezahlung nach bundesweit einheitlichen
Richtlinien zu entwickeln.

Exportmärkte der Schweinezüchter können zielgerichtet bearbeitet
werden

"Durch die Exportoffensive in Form der Sonderförderung für
Marktbearbeitung in Drittstaaten wird es dem Verband österreichischer
Schweinebauern (VÖS) ermöglicht, diese Märkte noch konzentrierter zu
bearbeiten und die heimische Veredelungsbranche entsprechend für die
Marktgegebenheiten in der erweiterten EU fit zu machen", berichtet
VÖS-Geschäftsführer Georg Mayringer. Nachdem der
Selbstversorgungsgrad bei Schweinefleisch in Österreich rund 100%
ausmache, verfüge die Branche noch nicht über eine so große Präsenz
auf den Exportmärkten. In einzelnen Ländern habe man aber schon
Erfahrungen gesammelt, auf denen man nun in weiterführenden Projekten
aufbauen könne.

Zu den im Jahr 2004 umgesetzten Projekten gehört laut Mayringer
vor allem die Schaffung eines gemeinsamen Marktauftrittes in Form von
PIG.AT. Während die österreichischen Zuchtorganisationen bisher meist
einzeln auf den Ostmärkten aufgetreten seien, könne unter dem Dach
des VÖS mit der neuen Marke (PIG.AT) nunmehr die Schlagkraft erhöht
werden. Für den einheitlichen Auftritt und die Präsentation der
österreichischen Zuchtschweinegenetik seien Präsentationsunterlagen
erarbeitet sowie ein eigener Internetauftritt unter www.pig.at
geschaffen worden.

Ebenfalls gestartet wurde eine Kooperation mit der Schweinezucht
in Kroatien. Dabei wird die Zusammenarbeit mit verschiedenen
Besamungsanstalten forciert. Durch eine Verbreiterung auswertbarer
Daten und Leistungen von verkauften Tieren soll mittelfristig eine
verbesserte Aussagekraft der Zuchtwertschätzung erreicht werden.
Darüber hinaus wird Aufbauarbeit in den Exportmärkten Russland,
Rumänien und Serbien geleistet. "Durch die effiziente Positionierung
österreichischer Genetik auf den Wachstumsmärkten in Osteuropa
schaffen wir die Basis für den Fortbestand österreichischer
Zuchtbetriebe", unterstreicht Mayringer.
(Schluss) kam

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst

Tel: 01/533-18-43,   mailto:[email protected]
   http://www.aiz.info
   FAX: (01) 535-04-38
OTS0117    2005-01-11/12:16

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ

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