• 11.01.2005, 10:25:34
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AK: Verkauf der VA Tech gefährdet Tausende Arbeitsplätze sowie den Bestand des Unternehmens

Linz (OTS) - "Der Vorstand der ÖIAG hat grünes Licht zur
Zerschlagung eines der wichtigsten Industriebetriebe des Landes
gegeben", kritisiert
AK-Präsident Kalliauer die gestrige Entscheidung der ÖIAG, das
Angebot von Siemens für die VA Tech anzunehmen. "Wird das Unternehmen
tatsächlich verkauft, droht die Zerschlagung und der Verlust
Tausender Arbeitsplätze. Oberösterreich verliert eine der wichtigsten
Konzernzentralen."

Der Vorstand der ÖIAG hat gestern beschlossen, das Angebot von
Siemens, für 55 Euro pro Aktie rund 15 Prozent der VA Tech zu
übernehmen, zu akzeptieren. Der Kaufpreis pro Aktie liegt damit
deutlich unter dem aktuellen Börsekurs von 60 Euro. Während alle
Kapitalvertreter für die Annahme des Angebots stimmten, haben
sämtliche Belegschaftsvertreter dagegen gestimmt.

"Das Nein der Belegschaftsvertreter war richtig", betont der
Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Dr. Johann Kalliauer.
"Wenn Siemens das Unternehmen zur Gänze übernimmt, wird die VA Tech
zerteilt und hört zu existieren auf. Die Einzelbereiche werden dann
in den Gesamtkonzern eingegliedert oder abgestoßen. Wo es
Überschneidungen mit bestehenden Konzernstrukturen bei Siemens gibt,
muss mit Produktionsstilllegungen und somit dem Verlust
vonArbeitsplätzen gerechnet werden. Linz und Oberösterreich sind in
Gefahr, eine der wichtigsten Firmenzentralen verlieren."

"Der Beschluss der ÖIAG widerspricht zudem der noch im vergangenen
Herbst von der Bundesregierung ausgegebenen Linie", kritisiert
Kalliauer. Denn eigentlich sieht der Regierungsauftrag an die ÖIAG
vor, dass die VA Tech ein einheitliches Unternehmen mit
österreichischer Kernaktionärsstruktur bleiben solle. "Dieser
Beschluss wurde im September als Maßnahme verkauft, die Einheit des
Unternehmens zu bewahren und der ÖIAG entsprechende Möglichkeiten
einzuräumen. Nun wird die Übernahme der VA Tech durch Siemens als die
allerbeste "österreichische" Lösung an angepriesen. Vergessen ist,
dass das Angebot von Siemens noch vor ein paar Monaten als feindliche
Übernahme bezeichnet wurde", so Kalliauer.

Letztlich ist der vollständige Verkauf eines der wichtigsten
Industriebetriebe Österreichs Folge der falschen Industriepolitik der
Bundesregierung. "Einerseits wird versucht, über Steuergeschenke
Österreich als Sitz von Firmenzentralen attraktiv zu machen. Eine
Steueroase bringt aber nur Briefkastenfirmen ins Land", ärgert sich
Kalliauer. "Florierende Unternehmen werden hingegen ans Ausland
verscherbelt! Hier wird deutlich, dass die Bundesregierung den
Anliegen der Arbeitnehmer nur wenig Bedeutung zumisst. Nur um einen
kurzfristigen Erlös aus dem Verkauf zu erzielen, ist man bereit, den
Wirtschaftsstandort Österreich zu schwächen."

OTS0059    2005-01-11/10:25

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO

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