AK: Verkauf der VA Tech gefährdet Tausende Arbeitsplätze sowie den Bestand des Unternehmens

Linz (OTS) - "Der Vorstand der ÖIAG hat grünes Licht zur Zerschlagung eines der wichtigsten Industriebetriebe des Landes gegeben", kritisiert
AK-Präsident Kalliauer die gestrige Entscheidung der ÖIAG, das Angebot von Siemens für die VA Tech anzunehmen. "Wird das Unternehmen tatsächlich verkauft, droht die Zerschlagung und der Verlust Tausender Arbeitsplätze. Oberösterreich verliert eine der wichtigsten Konzernzentralen."

Der Vorstand der ÖIAG hat gestern beschlossen, das Angebot von Siemens, für 55 Euro pro Aktie rund 15 Prozent der VA Tech zu übernehmen, zu akzeptieren. Der Kaufpreis pro Aktie liegt damit deutlich unter dem aktuellen Börsekurs von 60 Euro. Während alle Kapitalvertreter für die Annahme des Angebots stimmten, haben sämtliche Belegschaftsvertreter dagegen gestimmt.

"Das Nein der Belegschaftsvertreter war richtig", betont der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Dr. Johann Kalliauer. "Wenn Siemens das Unternehmen zur Gänze übernimmt, wird die VA Tech zerteilt und hört zu existieren auf. Die Einzelbereiche werden dann in den Gesamtkonzern eingegliedert oder abgestoßen. Wo es Überschneidungen mit bestehenden Konzernstrukturen bei Siemens gibt, muss mit Produktionsstilllegungen und somit dem Verlust vonArbeitsplätzen gerechnet werden. Linz und Oberösterreich sind in Gefahr, eine der wichtigsten Firmenzentralen verlieren."

"Der Beschluss der ÖIAG widerspricht zudem der noch im vergangenen Herbst von der Bundesregierung ausgegebenen Linie", kritisiert Kalliauer. Denn eigentlich sieht der Regierungsauftrag an die ÖIAG vor, dass die VA Tech ein einheitliches Unternehmen mit österreichischer Kernaktionärsstruktur bleiben solle. "Dieser Beschluss wurde im September als Maßnahme verkauft, die Einheit des Unternehmens zu bewahren und der ÖIAG entsprechende Möglichkeiten einzuräumen. Nun wird die Übernahme der VA Tech durch Siemens als die allerbeste "österreichische" Lösung an angepriesen. Vergessen ist, dass das Angebot von Siemens noch vor ein paar Monaten als feindliche Übernahme bezeichnet wurde", so Kalliauer.

Letztlich ist der vollständige Verkauf eines der wichtigsten Industriebetriebe Österreichs Folge der falschen Industriepolitik der Bundesregierung. "Einerseits wird versucht, über Steuergeschenke Österreich als Sitz von Firmenzentralen attraktiv zu machen. Eine Steueroase bringt aber nur Briefkastenfirmen ins Land", ärgert sich Kalliauer. "Florierende Unternehmen werden hingegen ans Ausland verscherbelt! Hier wird deutlich, dass die Bundesregierung den Anliegen der Arbeitnehmer nur wenig Bedeutung zumisst. Nur um einen kurzfristigen Erlös aus dem Verkauf zu erzielen, ist man bereit, den Wirtschaftsstandort Österreich zu schwächen."

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