Jungbauern warnen massiv vor einem EU-Beitritt der Türkei

Totschnig: Zu überhastete Erweiterungspolitik gefährdet Projekt Europa

Wien (AIZ) - Die Österreichischen Jungbauern warnen massiv vor einem EU-Beitritt der Türkei und begrüßen, dass die nächstes Jahr beginnenden Beitrittsverhandlungen "ergebnisoffen" geführt werden sollen. "Die überhastete Erweiterungspolitik überfordert die Menschen, das Budget der EU und damit das ganze Projekt Europa, in dem unsere Zukunft liegt", gibt Jungbauern-Generalsekretär Norbert Totschnig zu bedenken.

"Die Diskussionen in der EU drehen sich derzeit um Integrationsfragen im Zusammenhang mit der jüngsten Erweiterungsrunde, aber auch um die Frage der Finanzierung der Union. Die EU ist um zehn Länder gewachsen. Die Mitgliedstaaten wollen immer weniger einzahlen und trotzdem immer mehr Leistungen - etwa in den Bereichen Sicherheit oder Forschung - aus den EU-Töpfen bezahlt bekommen. Hier muss man schon die Frage stellen, wie sich dann ein Beitritt der Türkei finanziell ausgehen soll. Immerhin rechnen EU-Experten mit jährlichen Kosten eines solchen Beitritts von EUR 28 Mrd. Alleine in der Landwirtschaft würden Kosten von über EUR 11 Mrd. pro Jahr entstehen", warnt Totschnig.

Er begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Position des ehemaligen EU-Kommissars Franz Fischler und von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. "Diese beiden gehören zu den wenigen Politikern in Europa, die das Thema für die Menschen nachvollziehbar und insbesondere mit allen Konsequenzen durchdenken. Die Notbremse, die auf Initiative von Kanzler Schüssel bei den Verhandlungen nun eingebaut wird, ist notwendig. Wir brauchen zusätzlich aber auch ein Anti-Blockiersystem, damit wir einen Crash vermeiden. Denn wenn Europa in einer Erweiterungs-Hetzjagd weiter so über die Bürger 'drüberfährt', wird nicht nur die ohnehin schon erschreckend geringe Wahlbeteiligung bei den EU-Wahlen noch weiter zurückgehen, sondern dann riskieren wir eine Diskussion über Sinn und Unsinn einer EU-Mitgliedschaft, die niemand wollen kann", unterstreicht der Jungbauern-Generalsekretär.
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