Ärztekammer sorgt sich um Medizin-Universitäten

Wien (OTS) - Die dieses Wochenende tagende Vollversammlung der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) befürchtet durch eine finanzielle Austrocknung der neuen Medizin-Universitäten schwerwiegende Nachteile in Forschung und Lehre. Wörtlich heißt es in einer Resolution des 110. Österreichischen Ärztekammertages:

"Die Vollversammlung der Österreichischen Ärztekammer stellt mit Bedauern und Sorge um die medizinische Zukunft Österreichs fest, dass die nunmehr autonomen Medizinischen Universitäten nicht die für einen entsprechenden Betrieb erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcen erhalten.

Es besteht daher die Gefahr, durch einen offensichtlich bewusst herbeigeführten Mangel an qualifizierten Mitarbeitern im internationalen Vergleich nicht mehr konkurrenzfähig zu bleiben. Bereits jetzt ist erkennbar, dass die aus rein ökonomischen Zwecken erfolgende "Drittmittelforschung" die Grundlagenforschung verdrängt. Die zunehmende Abhängigkeit von Drittmitteln führt mittelfristig zur Existenzgefährdung des medizinischen Forschungsstandortes und damit der Medizinischen Universitäten in Österreich.

Diese Entwicklung wird weiters unterstützt durch schlecht bezahlte und befristet abgeschlossene Dienstverhältnisse der dort tätigen Ärztinnen und Ärzte. Diese haben keine ausreichenden beruflichen Perspektiven und werden dem Forschungsstandort Österreich bereits kurzfristig nicht mehr zur Verfügung stehen, weil andere berufliche Alternativen mit besseren Arbeitsbedingungen bestehen.

Die Vollversammlung der Österreichischen Ärztekammer fordert daher für die Medizinischen Universitäten in Österreich
- die Sicherstellung der Unabhängigkeit für Forschung und Lehre,
- die Gewährleistung eines durchlaufenden Karrieremodells,
- die Schaffung im internationalen Vergleich attraktiver Arbeitsbedingungen,
- die Sicherstellung der ärztlichen Ausbildung an den Medizinischen Universitäten auf höchstem Niveau sowie
- eine ausreichende Finanzierung durch die öffentliche Hand."

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