• 03.12.2004, 13:00:27
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Machtwort von Vizekanzler Gorbach rettet FWF-Jahr 2004

Wien (OTS) - Erst das Machtwort des Ministers machte in letzter
Minute die Vergabesitzung des FWF-Kuratoriums am 29. und 30. November
2004 möglich. 82 Förderanträge im Wert von rund 15,3 Mio. Euro
konnten genehmigt werden.

Die rasche Reaktion von Vizekanzler Hubert Gorbach auf die
Delegiertenversammlungs-Resolution vom 19. November 2004 hat gewirkt.
Das politische Machtwort des Bundesministers für Verkehr, Innovation
und Technologie hat gehalten. Dank der politischen Zusage, das
Fördervolumen des FWF heuer auf über 100 Mio. Euro anzuheben, wurde
der Weg für eine akzeptable Budgetlösung freigemacht. Diese Woche
konnte der Wissenschaftsfonds in der Sitzung seines Kuratoriums
Förderzusagen im autonomen Bereich in der Höhe von rund 15,3 Mio.
Euro machen. "Ich stehe nicht an anzuerkennen, dass Vizekanzler
Gorbach, Staatssekretär Mainoni und die Beamtenschaft in den
Ministerien sich sehr ins Zeug gelegt haben, um der
Grundlagenforschung zu helfen", kommentiert Professor Wick in seiner
Funktion als Präsident des Wissenschaftsfonds.

Neben 46 Anträgen im Bereich der Einzelprojektförderung und 13
Stipendien im Frauenförderungs- und Mobilitätsbereich konnten
erstmals 23 Projekte im neu aufgelegten Förderprogramm "Tranlsational
Research" - der Weiterentwicklung von Ergebnissen aus der
Grundlagenforschung in Richtung Anwendung - gefördert werden.
Allerdings muss der FWF einschränkend hinzufügen, dass diesen 23
Projekten 140 Anträge gegenüberstanden. Es konnten folglich nur 16,4
% der eingereichten Projekte bewilligt werden; ein angesichts der
Qualität und der Aktualität dieser Vorhaben viel zu geringer Wert.

So sehr das politische Bekenntnis des Vizekanzlers zur
bescheidenen Expansion der Grundlagenforschungsförderung zu begrüßen
ist, so sehr zeigt es auf, wo die strukturellen Defizite in der
Förderung der Grundlagenforschung liegen. Mittel- und langfristige
Forschungsförderung benötigt mittel- und langfristige
Planungssicherheit. Das zu erreichen muss das Ziel für 2005 sein. Der
FWF hat bereits 2004 mit der Vorlage eines detaillierten
Mehrjahresaktivitäten- und Finanzplanes bewiesen, dass Konzepte
existieren, wie die wissenschaftliche Forschung als Basis des
Innovationssystems so ausgebaut werden kann, dass Österreich auch im
Grundlagenbereich auf die europäische Überholspur einschwenkt. Die
kompetitive Vergabe von Forschungsmitteln über den FWF muss die
gleiche oder sogar höhere Wachstumsdynamik erreichen, wie sie in den
wichtigsten einschlägigen Referenzländern Europas in den letzten
Jahren feststellbar war. Erst wenn der FWF das Wachstumstempo eines
Schweizerischen Nationalfonds, einer NWO in den Niederlanden oder der
AKA in Finnland erreicht, gibt es eine klare Perspektive für die
wissenschaftliche Gemeinschaft in Österreich. Eine Bewilligungsrate,
die im Einzelprojektförderungsbereich um die 25-Prozent-Marke
oszilliert, wäre langfristig verheerend für den Standort Österreich.
Zuviel intellektuelles Potenzial - der Rohstoff jeder
wissensbasierten Gesellschaft - bliebe auf Dauer ungenutzt oder
wanderte in das Ausland ab.

Zur Resolution der Delegiertenversammlung vom 19. November 2004:
http://www.fwf.ac.at/de/aktuelles_detail.asp?N_ID=149

OTS0216    2004-12-03/13:00

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