- 26.11.2004, 12:00:31
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Wirtschaftsbund: Liberalisierung des Postmarktes ab 2007
Konkurrenz belebt das Geschäft - zum Vorteil auch ländlicher Regionen
Wien (OTS) - Eine rasche Öffnung des Postmarktes für private
Anbieter, fordert der Österreichische Wirtschaftsbund heute, Freitag,
in einer Pressekonferenz mit Generalsekretär Karlheinz Kopf und dem
Geschäftsführer der M.R.U. (eines deutschen, auf den Markt der
Kurier-, Express-, Paket-, und Postdienste spezialisierten
Unternehmens) Horst Manner-Romberg. "Die aktuelle Diskussion über die
Schließung von Postämtern, dreht sich im Kreis und enthält wenig
Fantasie", so Karlheinz Kopf. Nötig sei es, privaten Firmen die
Möglichkeit zu bieten, dort aktiv zu werden, wo die Post zu teuer
beziehungsweise nicht mehr aktiv ist. Der Wirtschaftsbund plädiert
für einen vollkommen freien Markt ab 2007, in dem eine
wettbewerbsfähige Post als starkes Unternehmen und
Universaldienstleister teilnimmt. ****
"Konkurrenz belebt das Geschäft", erklärte Kopf. Zu erwarten sei von
einer Postmarktliberalisierung analog zu internationalen Vorbildern,
etwa Schweden und in Teilen auch Deutschland, ein signifikantes
Wachstum der Gesamtumsätze am Postmarkt und in verwandten Branchen,
wie Druck, Papier, IT und Marketing. "Wir sehen das als große Chance
für die österreichische Wirtschaft", so Kopf. Es gehe um neue
Produkte, neue innovative Dienstleistungen und am Ende auch um
nationale Wertschöpfung und Arbeitsplätze.
Horst Manner-Romberg unterstrich, dass gerade in ländlichen Gegenden,
jene Defizite, welche die Post hinterlassen hat, von kleinen
Unternehmen gefüllt werden können. In Deutschland haben sich rund
1.000 meist kleine Unternehmen gegründet, die für diverse Regionen
Lizenzen bekommen haben und dort Postdienstleistungen erbringen - im
übrigen zu billigeren Preisen und in besserer Qualität. Nebenbei
hätten diese Unternehmen auch neue Arbeitsplätze in diesen Gegenden
geschaffen. "Es ist auch unrichtig zu behaupten, dass sich Private
nur die Rosinen herauspicken würden, das heißt nur in urbaneren
Gebieten aktiv würden. Richtig ist vielmehr, dass gerade in
strukturschwachen Regionen in denen Personen versuchen, ihre
Existenz zu sichern, neue Zustellstrukturen entstehen. Somit ist es
im ländlichen Raum und insbesondere in den neuen Bundesländern zur
Gründung von Postdiensten gekommen. Seit 1998 konnten sich
Lizenznehmer (meist KMU) dort nahezu flächendeckend etablieren", so
Manner-Romberg.
Die Ziele des Wirtschaftsbundes zusammengefasst:
- Schaffung eines unabhängigen Regulators (z.B. integriert in die
bereits bestehende Telekom- und Rundfunk -Regulierungsbehörde).
- Privaten die Möglichkeit zum Erwerb von Lizenzen öffnen.
- Einen freien Teilleistungszugang (Annahme/ Sortieren/ Transport/
Zustellung) schaffen, mit entsprechenden Rabatten. In Deutschland hat
UPS 23% Rabatt erstritten. In GB hat der Regulator etwa einen Rabatt
von 40% bei Lieferung der vorsortierten Briefen in Zustellungsbasen
festgelegt.
"Mit diesen Maßnahmen kann ein moderner und innovativer Postmarkt
entstehen, von dem Impulse für die ganze Wirtschaft ausgehen. Andere
Länder haben bereits bewiesen, welches Potenzial in einem freien
Postmarkt steckt und welche Wachstumsmöglichkeiten er analog zum
Telekom-Markt noch bieten kann", erklärte Kopf abschließend.
(Schluss)
OTS0141 2004-11-26/12:00
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