• 24.11.2004, 20:57:32
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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Zu simpel" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 25. November 2004

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Linz (OTS) - Lassen wir die Kirche im Dorf: Die Ergebnisse der
letzten PISA-Studie waren zweifellos erfreulich, die große
Jubelstimmung lösten sie - gemäß altem Reflex - aber wohl primär
durch die Distanzierung des großen Nachbarn Deutschland aus. Bei
detaillierter Sicht war Österreich punktemäßig nur ganz knapp vor
einer Reihe anderer Staaten, sodass eine winzige Verschiebung - etwa
eine stärkere Berücksichtigung von lesemäßig in der Regel schwächeren
Berufsschülern, wie sie in der aktuellen Studie gegeben sein dürfte -
sehr rasch zum Verlust einiger Plätze in der Rangliste führen kann.
Der automatische Rückschluss auf eine damit auch gegebene
Qualitätsverschlechterung ist politisch gedacht legitim, bei
nüchterner Betrachtung aber noch keineswegs erwiesen.
Das heißt natürlich nicht, dass sich die Bildungspolitik nun einfach
zurücklehnen kann. Lehrpläne, Lehrerausbildung, Schulstrukturen sind
ständig auf Schwächen und mögliche Verbesserungen hin zu analysieren.
Aus den Daten den großen Aufreger zu konstruieren und zum Sturm
Richtung Ganztagsschule zu blasen, ist aber schlicht zu simpel
gestrickt.

OTS0300    2004-11-24/20:57

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